Škoda Epiq: MEB+-Bestseller wird zur Geduldsprobe

Die ersten 100.000 Bestellungen für die kompakte MEB+-Plattform des Volkswagen-Konzerns sind verteilt, und das Kräfteverhältnis überrascht: Das tschechische Crossover-SUV Škoda Epiq stiehlt mit rund 35.000 Ordern den flacheren Geschwistern VW ID. Polo (30.000) und Cupra Raval die Show. Doch der Ansturm auf den Bestseller verwandelt sich für Kaufinteressenten rasch in eine schmerzhafte Geduldsprobe.
Ansturm auf das Crossover-Format sprengt die Werkskapazitäten
Die Kauflust bei elektrischen Stadtfahrzeugen schlägt eindeutig in Richtung SUV aus. Während der VW ID. Polo vor Verkaufsstart ausverkauft gemeldet wurde und auf 30.000 Einheiten kommt, sichert sich Škoda den größten Brocken des gesamten MEB+-Volumens. Der spätere Ableger VW ID. Cross zählte in dieser ersten Bilanz noch gar nicht mit rein.
Der Erfolg an der Verkaufsfront erzeugt allerdings ein gewaltiges Nadelöhr in der Produktion. Wer sich heute für ein Modell mit dem großen 55-kWh-Akku entscheidet, blickt auf reale Auslieferungszeiten von rund zwölf Monaten. Selbst bei teureren Ausführungen bringt die Bestellung keine schnelle Erleichterung: Für den Škoda Epiq 40 Essence nennen Neuwagenportale wie APL aktuell immer noch rund sieben Monate Lieferzeit. Die Fertigungslinien im spanischen Werk Navarra laufen bereits an der Belastungsgrenze.
Der Werbe-Einstiegspreis mutiert zum reinen Papiertiger
Besonders auffällig bleibt die Kluft zwischen Marketingversprechen und real bestellbaren Fahrzeugen. Der vielzitierte Einstiegspreis von unter 26.000 Euro existiert bei den Händlern bisher größtenteils nur auf dem Papier. Einzig der VW ID. Polo wurde in seiner nackten Basisausstattung ab 24.995 Euro offiziell freigegeben. Beim Cupra Raval steht für die angekündigte Basisvariante ab 25.950 Euro seit knapp sechs Monaten schlicht der Status „coming soon“.
Škoda hält sich bei den absoluten Einsteigerversionen des Epiq ebenfalls spürbar zurück. Obwohl der Škoda Epiq in der Realität mit praxistauglichem Raumangebot überzeugt, müssen Käufer für rasch lieferbare Exemplare deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wer das Einstiegsmodell mit dem kleineren 37-kWh-Akku erzwingen möchte, benötigt einen extrem langen Atem. So müssen Käufer beim VW ID. Polo Trend zwei Jahre Wartezeit einkalkulieren.
Schweigen im Konfigurator überlässt die Enttäuschung den Händlern
Die Reaktion der Hersteller auf das drohende Lieferchaos fällt auffällig leise aus. In den offiziellen Online-Konfiguratoren von Škoda, VW und Cupra wurden konkrete Angaben zu den voraussichtlichen Liefermonaten inzwischen vollständig gestrichen. Noch vor wenigen Wochen konnten Kunden dort genaue Zeitfenster für die geplante Auslieferung einsehen.
Diese Rückzugstaktik verschiebt die unangenehmen Gespräche direkt in die Autohäuser. Die Händler vor Ort stehen nun vor der Aufgabe, Interessenten bei der Unterschrift die Ernüchterung beizubringen. Der Ansturm auf bezahlbare Elektromobilität ist real, doch die Umsetzungsgeschwindigkeit der Hersteller bremst das Interesse unnötig aus.
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Als VW noch unschlüssig mit der E-Produktion war ( geschätzt 2-3 Jahre) hat der Chinese schon voll entwickelt und produziert.
Chinesische E- Autos sind qualitätsmäßig schon nahezu genau so gut, preislich wohl noch besser und können ( wesentlich) schneller geliefert werden.
Durch diese Verzögerung haben die Asiaten einen Fuß in der europäischen Tür, die VW selbst geöffnet hat.
Ha…das ist ja fast wie zu Zeiten der ehemaligen DDR…..ein Hoch auf die Marktwirtschaft!!!!
Damals haben wir 15 Jahre auf den Trabbi gewartet. Da ist also noch Luft nach oben.