Amazon Transformer: Zweiter Anlauf für ein eigenes Smartphone mit Alexa Plus Fokus

Amazon Logo
Quelle: Amazon

Amazon wagt sich offenbar zurück auf den hart umkämpften Smartphone-Markt. Über zehn Jahre nach dem krachenden Scheitern des Fire Phone arbeitet die ZeroOne-Gruppe unter der Leitung von J Allard an einem neuen Gerät. Allard lenkte früher bei Microsoft die Geschicke von Xbox und Zune. Das Projekt trägt den Codenamen Transformer und verfolgt einen radikal anderen Ansatz als klassische Mobiltelefone. Im Mittelpunkt steht die KI-Assistentin Alexa, die tief in das System integriert wird. Dabei dient sie jedoch nicht zwingend als komplettes Betriebssystem, sondern eher als zentrale Schnittstelle für den Nutzer.

Das Team um Allard experimentiert laut Insiderberichten mit verschiedenen Konzepten. Eine Option orientiert sich am minimalistischen Light Phone für rund 700 US-Dollar. Dieses verzichtet auf einen App-Store und nutzt ein einfaches Schwarz-Weiß-Display. Amazon möchte damit wohl das Problem der fehlenden App-Verfügbarkeit umgehen, das bereits dem ersten Fire Phone das Genick brach. Statt nativer Anwendungen könnte das Transformer-Phone auf Mini-Apps setzen, ähnlich wie man sie von ChatGPT kennt. Die künstliche Intelligenz übernimmt dabei die Aufgabe, Informationen und Dienste proaktiv bereitzustellen.

Trotz der Ambitionen bleibt der Erfolg ungewiss. Das ursprüngliche Fire Phone verschwand bereits ein Jahr nach dem Verkaufsstart wieder von der Bildfläche. Der hohe Preis von damals 199 Dollar bei gleichzeitigem Mangel an Mehrwert schreckte Käufer ab. Aktuell kämpft Amazon zudem mit Kritik an der neuen, LLM-basierten Alexa Plus. Nutzer beschweren sich über langsame Reaktionszeiten und eine Flut an Werbeeinblendungen. Wenn das neue Gerät auf genau dieser Technologie fußt, muss Amazon bei der Performance und Nutzererfahrung massiv nachbessern, um eine Chance gegen Android und iOS zu haben.

Bisher gibt es weder einen offiziellen Veröffentlichungstermin noch Details zur Preisgestaltung. Das Projekt zeigt jedoch, wie stark Amazon unter Druck steht, den Anschluss an die KI-Konkurrenz nicht zu verlieren. Ein eigenes Endgerät würde die Abhängigkeit von Google und Apple verringern. Ob Kunden im Jahr 2026 wirklich ein Telefon kaufen, das auf Apps verzichtet und stattdessen eine umstrittene Sprachsteuerung in den Fokus rückt, darf bezweifelt werden.

Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp oder Google News


Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert