BMW iX M70 im Test: Ein absurder Elektro-Sleeper mit 650 PS und feinem Sound

BMW iX M70 xDrive
Quelle: BMW

Der BMW iX des Modelljahres 2026 rollt optisch dezent und unaufgeregt auf den Hof. Das mächtige Elektro-SUV verrichtet alltägliche Aufgaben wie den Weg zum Supermarkt oder die Fahrt ins Büro völlig unauffällig. Wer das Strompedal aber konsequent durchdrückt, weckt ein absolutes Monster. Der iX M70 entpuppt sich im Alltag als reinrassiger Sleeper. Die Leistung kündigt sich weder akustisch noch optisch an, schlägt aber mit voller Härte zu.

Käufer greifen für diesen Spaß tief in die Tasche. Das Topmodell M70 liefert brachiale 650 PS und 811 Newtonmeter Drehmoment. Der Sprint auf 100 km/h gelingt dem 2,7 Tonnen schweren Koloss in wahnwitzigen 3,8 Sekunden. Dieses Vergnügen startet in Deutschland ab rund 143.200 Euro. Der Testwagen treibt den Preis mit 23-Zoll-Felgen und feinem Leder weiter nach oben. Wer auf maximale Leistung verzichtet, bekommt einen deutlich günstigeren Einstieg. Das Basismodell kostet hierzulande etwa 77.300 Euro. Dazwischen parkt die mittlere Variante für knapp 108.000 Euro.

Die gewaltige Leistung und das enorme Gewicht des M70 fordern ihren Tribut an der Ladesäule. Die riesigen 23-Zoll-Räder drücken die EPA-Reichweite auf magere 283 Meilen (ca. 455 Kilometer). BMW verbaut weiterhin eine 400-Volt-Architektur. An einem 350-kW-Lader zieht das SUV im Test maximal 190 Kilowatt. Das füllt den Akku in rund 35 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Für den kurzen Boxenstopp zwischendurch lädt das System in 15 Minuten Strom für knapp 100 Meilen nach.

Auf der Landstraße überrascht das fast fünf Meter lange Familien-SUV mit enormen Kurvengeschwindigkeiten. Die Lenkung fällt im aggressivsten Fahrmodus allerdings deutlich zu leichtgängig aus. Auch das Bremspedal vermittelt zu wenig Gefühl für die anliegende Verzögerung. Wer einen M-BMW am Limit bewegt, wünscht sich hier definitiv mehr Feedback von der Straße.

Im Innenraum regiert der absolute Luxus. Fünf Erwachsene reisen auf exzellent gepolsterten Sitzen mit reichlich Beinfreiheit. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Einzig die optionalen 23-Zoll-Felgen stören die Ruhe im Cockpit. Sie reichen kurze Stöße spürbar an die Passagiere weiter. Ein Downgrade auf 21 oder 22 Zoll spart nicht nur Geld beim Reifenkauf, sondern bringt auch Komfort und Reichweite zurück.

Ein paar funktionale Schwächen leistet sich der Münchner dann aber doch. Die modernen Tasten zum Öffnen der Türen wirken im Alltag völlig deplatziert. Klassische Türgriffe funktionieren einfach intuitiver. Auch die Klimaanlage enttäuscht an heißen Tagen in Los Angeles. Der Innenraum kühlt schlichtweg nicht schnell genug herunter.

Diese Kritik verfliegt sofort, wenn das serienmäßige Bowers & Wilkins Diamond Surround Sound System aufspielt. Die 30 Lautsprecher liefern ein akustisches Meisterwerk. Selbst bei maximaler Lautstärke bleibt der Klang absolut kristallklar und verzerrungsfrei. Wer das Budget für den iX M70 aufbringen kann, erhält am Ende ein unfassbar schnelles und luxuriöses Familienauto. Konkurrenten wie der Cadillac Lyriq oder der Rivian R1S bieten zwar spannende Alternativen, reichen aber bei der Kombination aus brachialer Fahrleistung und feiner Verarbeitung nicht an den BMW heran.

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