Google verschärft App-Regeln: Bedroht eine zentrale Entwicklerregistrierung die Zukunft von F-Droid?

Ab Herbst 2026 will Google nur noch Anwendungen auf zertifizierten Android-Geräten zulassen, deren Entwickler sich offiziell registriert und ihre Apps direkt bei Google signiert haben. Diese Neuerung sorgt für Diskussionen, vor allem beim alternativen App-Store F-Droid, der darin eine ernste Gefahr für unabhängige Vertriebswege sieht.
F-Droid ist seit rund 15 Jahren ein bekannter Anlaufpunkt für Nutzer, die Wert auf Datenschutz und quelloffene Software legen. Anders als im Play Store finden sich dort ausschließlich kostenfreie Open-Source-Apps, die weder Werbung noch Tracker enthalten. Aktuell bietet die Plattform etwa 3800 Anwendungen an, während Googles offizieller Store nach einer Bereinigung im Frühjahr über 1,8 Millionen Titel führt.
Mit den neuen Vorgaben könnte dieses Modell ins Wanken geraten. Entwickler sollen künftig nicht nur persönliche Ausweisdaten bei Google hinterlegen, sondern auch eindeutige App-Kennungen und Signaturschlüssel registrieren. Damit würde Google praktisch zur zentralen Instanz, die auch Software außerhalb des Play Stores kontrolliert. Bislang prüfte das F-Droid-Team selbst den öffentlich verfügbaren Quellcode, stellte Reproduzierbarkeit sicher und signierte die Apps eigenständig. Für die Nutzer bedeutete das: Jede App ließ sich nachvollziehbar auf ihren Ursprung zurückführen – ohne Rückschlüsse auf die private Identität des Entwicklers.
Die Verantwortlichen bei F-Droid befürchten nun, dass sie unabhängige Programmierer nicht zur Registrierung zwingen können und auch nicht die Hoheit über deren App-IDs übernehmen dürfen. Das könnte dazu führen, dass alternative Stores künftig keine eigenständige Distribution mehr anbieten können. Aus Sicht von F-Droid dient die Regelung nicht primär der Sicherheit, sondern der Stärkung von Googles Einfluss. Schließlich habe man im Play Store trotz strenger Richtlinien immer wieder Schadsoftware entdeckt, während Android mit Play Protect bereits integrierte Schutzmechanismen biete.
Auch in anderen Bereichen zieht Google die Zügel an. So fehlen bei Android 16 die bisher üblichen Device-Trees für Pixel-Geräte, was die Arbeit von Custom-ROM-Entwicklern erheblich erschwert. Zudem erscheinen große Sicherheitspatches künftig nur noch vierteljährlich, wodurch Community-Projekte keine monatlichen Updates mehr bereitstellen können.
F-Droid warnt, dass diese Entwicklung ein freies Android-Ökosystem untergräbt. Nutzer sollten selbst bestimmen dürfen, welche Software sie installieren, anstatt von einer zentralen Stelle abhängig zu sein. Deshalb fordert das Projekt politische Entscheidungsträger auf, alternative App-Stores und offene Software vor weiteren Einschränkungen zu schützen.
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