Honor Magic 8 Pro Air vorgestellt: Zeigt Apple, wie dünn ein Flaggschiff aussieht

Honor Magic 8 Pro Air
Quelle: Honor

Apple hat mit dem iPhone Air ein Statement gesetzt: 5,64 Millimeter dünn, aber dafür mit einem mickrigen 3.149-mAh-Akku und nur einer Rückkamera. Honor antwortet jetzt mit dem Magic8 Pro Air – 6,1 Millimeter dick, aber mit 5.500 mAh Akku und Triple-Kamera inklusive Periskop-Zoom. Und wiegt trotzdem nur 155 Gramm, weniger als das iPhone Air.

Das ist die Ansage: Dünn muss nicht heißen, dass man auf alles verzichtet. Honor hat in China ein Smartphone vorgestellt, das technisch deutlich besser ausgestattet ist als Apples Dünnling, ohne dabei zur Backstein zu werden. 6,1 Millimeter sind immer noch extrem schlank, aber die zusätzlichen 0,46 Millimeter ermöglichen einen Akku, der fast doppelt so groß ist wie beim iPhone Air. Wie Honor das hinbekommen hat? Silizium-Kohlenstoff-Batterie mit einer Energiedichte von 917 Wh/L. Das ist eine Hausnummer.

Der Akku lädt mit 80 Watt kabelgebunden und 50 Watt drahtlos – beim iPhone Air gibt es vermutlich wieder nur MagSafe mit 15 Watt. Honor verspricht über 17 Stunden Videowiedergabe. Ob das realistisch ist, wird sich zeigen, aber selbst mit Abzug dürfte die Laufzeit das iPhone Air locker abhängen.

Bei der Kamera wird der Unterschied noch deutlicher. Honor verbaut drei Sensoren: 50 MP Hauptkamera mit 1/1,3-Zoll-Sensor und f/1.6-Blende, 50 MP Ultraweitwinkel mit 112° Sichtfeld und eine 64 MP Periskop-Telekamera mit 3,2-fachem optischen Zoom und 100-fachem Digital-Zoom. Dazu kommt ein neuer AI-Zoom-Array-Blitz mit fünf LEDs, der laut Honor die komplette Portrait-Brennweite von 1x bis 6,4x abdeckt. Das klingt nach Marketing, aber wenn es funktioniert, wäre es ein echtes Feature.

Apple hat beim iPhone Air dagegen nur eine einzige Rückkamera – vermutlich die Hauptkamera, mehr nicht. Kein Weitwinkel, kein Zoom, nichts. Für ein Gerät, das knapp 1.000 Euro kosten soll, ist das mutig. Oder arrogant, je nachdem, wie man es sieht.

Das Display misst 6,31 Zoll und nutzt ein LTPO-OLED-Panel mit 120 Hz und einer Auflösung von 2.640 x 1.216 Pixeln. Honor gibt 1.800 Nits durchschnittliche Helligkeit an, bei HDR-Inhalten sollen es bis zu 6.000 Nits werden. Zum Vergleich: Das iPhone Air dürfte bei ähnlichen Werten liegen, aber Honor hat zusätzlich noch 4.320 Hz PWM-Dimming verbaut, was Augenbelastung reduzieren soll. Der Fingerabdrucksensor ist ein 3D-Ultraschallsensor, der direkt ins Display integriert ist – keine Face-ID-Alternative, aber durchaus hochwertig.

Das Gehäuse besteht aus einem einteiligen Aluminium-Rahmen mit 530 MPa Festigkeit. Honor betont, dass das mehr ist als die 400 MPa Titan beim iPhone Air. Ob das im Alltag einen Unterschied macht, ist fraglich, aber zumindest auf dem Papier klingt es robuster. IP68 und IP69 Zertifizierung gibt es auch, das heißt: wasserdicht bis 1,5 Meter Tiefe und resistent gegen Hochdruckreiniger. Beim iPhone Air wird vermutlich nur IP68 drin sein.

Angetrieben wird das Magic8 Pro Air vom MediaTek Dimensity 9500, einem 3-nm-Chip, der in der Leistung ungefähr auf Niveau des Snapdragon 8 Elite Gen 2 liegen dürfte. Nicht ganz so schnell wie Apples A19, aber für Android-Verhältnisse absolut top. Dazu kommen bis zu 16 GB LPDDR5X-RAM und bis zu 1 TB UFS-4.0-Speicher. Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, eSIM-Unterstützung – die Ausstattung ist komplett.

Eine Besonderheit ist der zusätzliche physische Button an der Seite, den Honor „AI-Button“ nennt. Der lässt sich für verschiedene Aktionen programmieren – Kamera-Zoom ändern, Galerie steuern, Apps öffnen. Solche Action-Buttons gibt es inzwischen bei mehreren Herstellern, aber die Umsetzung variiert stark. Ob Honors Version brauchbar ist oder nur ein Gimmick, wird sich zeigen.

Preislich startet das Magic8 Pro Air in China bei 4.999 Yuan, umgerechnet etwa 617 Euro. Das Topmodell mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher kostet 5.999 Yuan, rund 740 Euro. Das iPhone Air wird vermutlich bei 970 Euro beginnen – deutlich teurer, bei deutlich weniger Ausstattung. Ob Honor das Magic8 Pro Air international bringen wird, ist noch offen. Bisher gibt es keine Bestätigung, aber angesichts der Konkurrenz zum iPhone Air wäre es überraschend, wenn Honor das Gerät nur in China lässt.

Unterm Strich: Das Magic8 Pro Air zeigt, dass ultradünn nicht ultrakompromissbehaftet sein muss. Apple hat mit dem iPhone Air ein Design-Statement abgeliefert, aber technisch massive Abstriche gemacht. Honor geht den umgekehrten Weg – minimal dicker, aber mit vollständiger Ausstattung. Wer ein dünnes Smartphone will, ohne auf Akkulaufzeit und Kameras zu verzichten, sollte das Magic8 Pro Air im Blick behalten. Falls es nach Europa kommt.


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