openSUSE Leap 16.0 steht vor dem Start – Revolutionäre Neuerungen und Modernisierung im Fokus

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Quelle: SUSE LLC.

openSUSE Leap 16.0 steht kurz vor dem endgültigen Release, nachdem der erste Release-Kandidat bereits verfügbar ist. Die finale Version soll am 1. Oktober 2025 erscheinen, zeitnah zur Veröffentlichung von SUSE Linux Enterprise 16 im September. Interessierte Nutzer können die neue Version jetzt schon testen.

Eine der größten Änderungen im Vergleich zu früheren Versionen betrifft den Umstieg auf neue Verwaltungswerkzeuge. Der bewährte YaST-Installer wird ersetzt durch den modernen Agama-Installer. Gleichzeitig übernimmt Myrlyn die Rolle als neues Konfigurations-Tool, was eine grundlegende Umstellung der Systemverwaltung darstellt. Diese Neuerung sorgt für ein zeitgemäßes Handling und mehr Flexibilität bei der Bedienung.

openSUSE Leap 16.0 setzt vollständig auf Wayland als Standard für die Desktopumgebungen. Sogar Xfce, das bisher X11-basierte, wird nun als experimentelle Version mit Wayland angeboten – aktuell vor allem für Entwickler und Tester gedacht. Diese Ausrichtung macht das System zukunftssicher und leistungsfähiger.

Ein weiterer bedeutender Schritt ist das Ende der nativen Unterstützung für 32-Bit-Programme. Zwar funktionieren ausgewählte Anwendungen wie Steam oder Wine weiterhin mit gewissen Anpassungen, jedoch wird die native Kompatibilität nicht mehr offiziell bereitgestellt. Die nötigen Workarounds umfassen die Installation spezieller 32-Bit-Libraries und die Aktivierung bestimmter Kernel-Parameter.

Im Sicherheitsbereich ersetzt SELinux das bisherige AppArmor als Standard-System zur Zugriffskontrolle. Ein Wechsel zurück zu AppArmor ist theoretisch möglich, wird aber nicht standardmäßig unterstützt. Diese Änderung unterstreicht die verstärkte Ausrichtung auf moderne Sicherheitskonzepte.

Um die Paketverwaltung zu vereinfachen, fasst Leap 16.0 die bisher getrennten Community- und SLES-Update-Repositories in ein zentrales „repo-oss“ pro Architektur zusammen. Das Paketmanagement-Tool Zypper wurde zudem verbessert und ermöglicht nun parallele Downloads, was Updates und Installationen beschleunigt.

Für Nutzer älterer Leap-Versionen, vor allem 15.6, bietet openSUSE ein spezielles Migrationstool, das den Umstieg auf Leap 16.0 erleichtert und reibungslos gestaltet.

Nicht zuletzt erfolgt im Hintergrund eine Umstellung der Quellcode-Verwaltung von OBS-SCM auf Git. Diese Veränderung erleichtert die Zusammenarbeit der Entwickler und sorgt für mehr Transparenz im Projekt.


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2 Kommentare

  1. Beim Text über Myrlyn musste ich schon schmunzeln – „modern“ ist daran vielleicht ein technischer Unterbau, der Programmierer begeistern mag, für den Nutzer ist das nicht sichtbar. Optisch ist es mehr als altbacken und sollte noch ein paar Entwicklungsrunden drehen, bevor es auf den Nutzer losgelassen wird. Im gleichen Sinne verstehe ich auch den Wechsel zu Agama nicht. Der alte Installer ist ausgereift und während zur Installation vielfältig einstellbar. Sehr vieles ist mit Agama nicht mehr machbar – in meinen Augen mehr als nur ein Rückschritt. Ich nutze seit fast 30 Jahren diese Distribution unter den diversen Namen, die sie hatte, aber im Moment kann ich die Entwicklung nicht mehr nachvollziehen.

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