Polestar 3: Volvo bündelt globale Produktion des Elektro-SUV im US-Werk South Carolina

Polestar 3 2023
Quelle: Polestar

Volvo und Polestar ziehen Konsequenzen aus der aktuellen Marktlage und ordnen die Fertigung des Polestar 3 neu. Das Elektro-SUV läuft künftig nicht mehr in zwei Werken parallel vom Band. Stattdessen konzentrieren die Partner die gesamte Weltproduktion am US-Standort Ridgeville in South Carolina. Die bisherige Fertigungslinie im chinesischen Chengdu wird komplett abgezogen. Dieser Schritt markiert das Ende der dualen Strategie, die erst Anfang 2024 mit dem Produktionsstart in China begann und kurze Zeit später in den USA ergänzt wurde.

Offiziell begründet Volvo den Rückzug aus China mit einer Effizienzsteigerung und der Stärkung des US-Standorts. Hinter den Kulissen dürften jedoch handfeste wirtschaftliche Gründe den Ausschlag gegeben haben. Hohe Zölle auf Elektroautos aus chinesischer Produktion erschweren den Export nach Europa und in andere Weltregionen massiv. Durch die Bündelung in den USA umgehen die Schweden diese Handelsbarrieren. Zudem teilen sich der Polestar 3 und der Volvo EX90 die gleiche SPA2-Plattform, was die logistische Zusammenführung in einem Werk technisch sinnvoll macht.

Das Werk in South Carolina spielt für Volvo eine zentrale Rolle in der globalen Ausrichtung. In den vergangenen zehn Jahren flossen rund 1,3 Milliarden US-Dollar in den Standort nahe Charleston. Mit einer Kapazität von 150.000 Fahrzeugen pro Jahr soll das Werk nicht nur die regionale Nachfrage bedienen, sondern auch als Exportknotenpunkt fungieren. Volvo-Chef Håkan Samuelsson betont, dass die USA ein strategischer Pfeiler für die Wachstumsziele des Konzerns bleiben.

Interessant ist der Blick auf das künftige Portfolio am US-Standort. Volvo plant dort neben dem rein elektrischen Polestar 3 auch die Fertigung des XC60 als Plug-in- und Mild-Hybrid. Bis zum Jahr 2030 soll zudem ein völlig neues Hybridmodell der nächsten Generation in Ridgeville einziehen. Diese Entscheidung lässt tief blicken: Offenbar traut Volvo der reinen Elektromobilität in den USA derzeit kein ausreichendes Volumen zu, um das Werk allein damit auszulasten.

Am Ende entscheidet die Rentabilität über den Produktionsort. Volvo optimiert seine Lieferketten und reagiert flexibel auf die politische Weltlage. Die Konzentration auf die USA sichert dem Polestar 3 den Zugang zu wichtigen Märkten ohne Strafzölle. Für Kunden in Europa bedeutet das, dass ihre Fahrzeuge künftig den Weg über den Atlantik statt aus Fernost antreten. Ob dieser Strategiewechsel die gewünschten Kostenvorteile bringt, wird sich in den kommenden Quartalsbilanzen zeigen müssen.

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