Spionage-Alarm im Cockpit: Warum chinesische E-Autos plötzlich zum Sicherheitsrisiko werden

Hacker am PC

Moderne Fahrzeuge sind längst rollende Computer mit einer standmäßigen Standleitung zum Hersteller. Genau dieser technologische Fortschritt sorgt jetzt für Nervosität in deutschen Sicherheitsbehörden. Das Bundesinnenministerium schlägt Alarm und warnt vor potenziellen Risiken durch vernetzte Autos aus China. Die Sorge begründet sich in der geopolitischen Lage und den steigenden Marktanteilen chinesischer Marken in Europa. Es geht dabei nicht primär um den klassischen Agentenfilm, sondern um Datenabschöpfung im großen Stil. Fahrzeuge sammeln permanent Standortdaten, Fahrprofile und greifen über Mikrofone oder Kameras theoretisch auch Gespräche und Bilder aus dem Innenraum ab.

Stephan Kramer vom Thüringer Verfassungsschutz bewertet die Lage für bestimmte Nutzergruppen als kritisch. Wer im sensiblen Regierungsumfeld, bei der Bundeswehr oder der Polizei arbeitet, sollte sich des Risikos bewusst sein. Für diese Bereiche gilt die Gefahr als hoch. Auch Unternehmen mit geheimer Forschung und Entwicklung setzen sich laut Kramer einem mittleren bis hohen Risiko aus, wenn Dienstwagen permanent Daten an Server in Fernost funken. Die Cloud speichert Bewegungsprofile und Kontaktlisten, ohne dass der Nutzer hier echte Kontrolle hat.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bestätigt die technische Machbarkeit dieser Szenarien. Ein Großteil der Neuwagen zeichnet Daten auf und leitet sie an Hintergrundsysteme weiter. Zwar schreibt das EU-Recht Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe vor, doch die tatsächliche Verwendung der Daten im Ausland entzieht sich jeder Überprüfbarkeit. Der Kunde fährt in einer Blackbox und weiß schlicht nicht, ob seine Fahrtroute nur für das Navi oder für fremde Datenbanken genutzt wird.

Wir erleben hier eine gewisse Ironie der Geschichte. Bereits im Jahr 2021 verbot das chinesische Militär die Nutzung von Tesla-Fahrzeugen auf militärischen Anlagen. Die Begründung damals war identisch: Sicherheitsbedenken wegen der verbauten Kameras und Sensoren. Nun dreht sich der Spieß um und Europa realisiert, dass die schöne neue Welt der smarten E-Autos auch ihre Schattenseiten hat. Es bleibt abzuwarten, ob aus den Warnungen konkrete Verbote für deutsche Behördenmitarbeiter folgen.


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