Tesla Gigafactory Berlin: Grünheide kämpft mit massiver Unterauslastung

Die Fabrik in Brandenburg bleibt weit hinter ihren eigenen Versprechen zurück. Tesla produzierte im Jahr 2024 in Grünheide lediglich 211.235 Fahrzeuge des Typs Model Y. Das interne Ziel von 287.000 Autos verfehlte das Werk damit deutlich. Besonders kritisch blicken Experten auf die Kapazitätsauslastung von nur 56,3 Prozent. In der Automobilbranche gilt ein Wert von 80 Prozent als Untergrenze für einen effizienten Betrieb. Tesla schleppt also enorme Fixkosten für Maschinen und Personal mit, während die Bänder zu oft stillstehen. Trotz dieser Probleme erwirtschaftete der Standort einen Jahresüberschuss von rund 56 Millionen Euro.
Verschiedene Vorfälle bremsten die Fertigung im vergangenen Jahr spürbar aus. Lieferkettenprobleme im Roten Meer und ein Anschlag auf die Stromversorgung sorgten für zwei Wochen Zwangspause. Doch die Gründe liegen tiefer als nur bei äußeren Störungen. Tesla kämpft mit einem schwierigen Marktumfeld und einem angekratzten Image. Das politische Auftreten von Elon Musk schreckt offensichtlich potenzielle Käufer in Deutschland ab. Auch die Belegschaft schrumpfte zuletzt von über 12.400 auf etwa 10.700 Mitarbeiter. Dennoch hält Werksleiter André Thierig offiziell an einer Steigerung auf über 5.000 Autos pro Woche fest.
Die Zukunft des Standorts hängt nun von mehreren Faktoren ab. Im März steht die Betriebsratswahl an, bei der ein Sieg der IG Metall die Ausbaupläne erschweren könnte. Tesla treibt die Erweiterung trotzdem voran und will ab 2027 eine eigene Batteriezellfertigung starten. Jährlich sollen dort Akkus mit einer Kapazität von acht Gigawattstunden entstehen. Umweltschützer kritisieren diese Pläne weiterhin scharf, da Teile des Geländes in einem Wasserschutzgebiet liegen. Tesla ignoriert diese Bedenken weitgehend und setzt auf Wachstum.
Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnete Tesla erstmals seit langer Zeit einen weltweiten Umsatzrückgang. Die Zahlen aus Brandenburg untermauern diesen Trend eindrucksvoll. Ohne eine deutliche Steigerung der Nachfrage bleibt die Millionen-Marke in Grünheide ein ferner Traum. Das Werk produziert derzeit ausschließlich den SUV-Crossover Model Y und nutzt nicht einmal die Hälfte der genehmigten Kapazität. Ob die geplanten Investitionen in die Batterietechnik das Ruder rechtzeitig herumreißen, bleibt abzuwarten. Tesla muss dringend beweisen, dass die Gigafactory Berlin mehr als nur ein teures Prestigeobjekt ist.
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