Threads wird jetzt überall zur Werbeplattform – Meta dreht den Hahn auf

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Quelle: Meta

Meta rollt ab nächster Woche Werbung in Threads aus, und zwar weltweit. Bis jetzt lief das nur in ausgewählten Märkten, aber mit über 400 Millionen monatlich aktiven Nutzern hat sich das Unternehmen offenbar entschieden: Die Plattform ist groß genug, um richtig Geld zu machen.

Werbung in Threads ist nicht neu. Werbetreibende können seit letztem Frühjahr Kampagnen schalten, aber die wurden bisher nur in bestimmten Regionen ausgespielt. Jetzt zieht Meta das durch – global, für alle. Die Anzeigen erscheinen als Bilder, Videos oder Karussells direkt im Feed, optisch so gestaltet, dass sie sich zwischen normale Posts mischen. Natives Aussehen, wie man es von Facebook und Instagram kennt. Wer dort schon Kampagnen laufen hat, kann die einfach auf Threads erweitern, denn die Plattform ist in Metas Werbesysteme wie Advantage+ integriert.

Meta setzt auf KI, um die Werbung zu personalisieren. Überraschung. Das Targeting läuft vermutlich über dieselben Mechanismen wie bei den anderen Plattformen – Interessen, Demografie, Verhalten. Wer auf Instagram bestimmte Inhalte liked oder kommentiert, bekommt auf Threads wahrscheinlich ähnliche Werbung. Die Datensilos sind längst verbunden.

Was heißt das für Nutzer? Mehr Werbung, logischerweise. Meta verspricht, die Dichte zu Beginn niedrig zu halten, bevor sie in den kommenden Monaten auf „volles Niveau“ steigt. Was genau „volles Niveau“ bedeutet, bleibt offen. Bei Instagram sind es je nach Region und Nutzungsverhalten teilweise mehrere Anzeigen pro zehn Posts. Threads wird sich vermutlich in eine ähnliche Richtung bewegen.

Die Frage ist, ob die Nutzer das akzeptieren. Threads hatte anfangs einen schnellen Start, verlor dann aber an Momentum, bevor es sich stabilisierte. Viele sind dort, weil es sich anders anfühlt als X – weniger toxisch, weniger chaotisch. Aber mit dem Rollout von Werbung wird sich das Nutzererlebnis verändern. Ob das die Community stört oder ob sie es wie bei Instagram einfach hinnimmt, wird sich zeigen.

Für Werbetreibende ist das natürlich eine gute Nachricht. Eine weitere Plattform mit Hunderten Millionen Nutzern, die in bestehende Kampagnen integriert werden kann. Besonders für Marken, die bereits auf Facebook und Instagram aktiv sind, ist das ein einfacher Schritt. Die Frage ist nur, wie gut die Performance wird. Threads ist keine Shoppingplattform wie Instagram, sondern eher textlastig. Ob Display-Anzeigen dort genauso gut funktionieren, muss sich erst zeigen.

Meta hat mit Threads lange gezögert, bis jetzt. Vermutlich, um die Plattform erst wachsen zu lassen, bevor man sie monetarisiert. Das macht strategisch Sinn – niemand will eine neue App, die sofort voller Werbung ist. Aber jetzt, wo die Nutzerzahlen stabil sind, kommt der Punkt, an dem Meta Geld sehen will. Ob das die richtige Balance trifft, wird die Community entscheiden.


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