Volkswagen unter Strom: Zwischen Software-Chaos und dem ID. Polo

Volkswagen Logo 2019
Quelle: Volkswagen AG

Volkswagen steht aktuell mit dem Rücken zur Wand. Der Erfolg der gesamten Elektro-Strategie hängt jetzt an einem seidenen Faden aus den USA. Die Partnerschaft mit dem Start-up Rivian gilt intern als letzte Patrone. Wenn dieser Deal scheitert, kann VW sein eigenes Grab schaufeln. So drastisch formulieren es Top-Manager hinter verschlossenen Türen. Aktuell kämpfen die Ingenieure bei den Wintertests des neuen ID.1 in Schweden mit massiven Lücken. Der gelieferte Software-Stack kann kaum mehr als die Klimaanlage steuern. Es fehlen grundlegende Funktionen für Fahrwerk und Dynamik. Audi-Entwickler zeigen sich erschüttert über die Verträge, die kaum Zugriff auf den Quellcode erlauben.

Trotz dieser Software-Dramen feiert VW an der Verkaufsfront überraschende Erfolge. Im Jahr 2025 knackte die Marke in Deutschland erstmals die Marke von 100.000 ausgelieferten E-Autos. Der Star im Portfolio ist der ID.7. Als Limousine und Tourer dominiert er die Zulassungsstatistiken und hat den ID.3 als meistverkauftes Modell abgelöst. Der Wagen beweist, dass Volkswagen bei Hardware, Komfort und Reichweite längst in der ersten Liga spielt. Auch die massiven Preisnachlässe und verbesserten Infotainment-Systeme zeigen Wirkung. Die Kunden nehmen das Angebot an, während Konkurrenten wie Tesla deutlich Federn lassen mussten.

Die Zukunft der Marke wird ab April 2026 im Kleinwagensegment entschieden. Dann startet die Bestellphase für den ID. Polo, den viele noch als Studie ID.2all kennen. VW besinnt sich endlich auf seine Wurzeln und gibt den Modellen wieder echte Namen statt nur Ziffern. Der ID. Polo soll für unter 25.000 Euro das Volumen zurückbringen. Kurz darauf folgt die SUV-Variante ID. Cross. Diese Fahrzeuge nutzen die aktualisierte MEB+ Plattform, um die Wartezeit auf die völlig neue Software-Architektur zu überbrücken. Sogar ein ID. Polo GTI mit über 220 PS steht für Ende 2026 in den Startlöchern.

Volkswagen befindet sich in einer paradoxen Lage. Die Hardware überzeugt und die Verkaufszahlen in Europa steigen kräftig. Doch die Abhängigkeit von externen Partnern wie Rivian und das jahrelange Versagen der Software-Tochter Cariad bleiben ein gigantisches Risiko. Milliardeninvestitionen fließen in Systeme, die in der Praxis noch nicht stabil laufen. Der Konzern wandelt auf einem schmalen Grat zwischen Weltmarktführerschaft und technologischem Abstieg. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der ID. Polo zum Retter wird oder ob die Software-Probleme den gesamten Zeitplan erneut sprengen.


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