Android 17 Beta 3 veröffentlicht: Google erreicht Plattformstabilität und bringt neue Funktionen

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Quelle: Google

Google drückt bei der Entwicklung von Android 17 ordentlich aufs Tempo. Pünktlich einen Monat nach dem letzten Update steht die Beta 3 für alle kompatiblen Pixel-Geräte ab dem Pixel 6 zum Download bereit. Diese Version markiert einen wichtigen Meilenstein in der Softwareentwicklung. Das Betriebssystem erreicht ab sofort die sogenannte Plattformstabilität. Die grundlegenden Schnittstellen (APIs) und das systemseitige App-Verhalten frieren die Programmierer in Mountain View nun offiziell ein. Entwickler können ihre Anwendungen jetzt gefahrlos anpassen und für den Release im Juni vorbereiten.

Die neue Testversion steckt voller praktischer Anpassungen für den alltäglichen Gebrauch. Eine kleine, aber feine Neuerung betrifft den Homescreen. Nutzer blenden die störenden App-Namen unter den Icons ab sofort mit einem Klick komplett aus. Das sorgt für ein wesentlich saubereres und ruhigeres Layout. Die Steuerung für Bildschirmaufnahmen überarbeitet Google ebenfalls sichtbar. Eine neue schwebende Symbolleiste erleichtert die Bedienung während der Aufnahme. Das smarte Tool blendet sich aus dem fertigen Video später automatisch aus. Auch die in der Beta 2 eingeführten App-Bubbles für den neuen Fenstermodus stehen nun allen Nutzern vollständig zur Verfügung.

Unter der Haube polieren die Entwickler vor allem die Kamera- und Audiofunktionen auf. Der System-Fotopicker erlaubt künftig eine Anpassung des Rasters, beispielsweise in ein hochkantiges 9:16-Format. Professionelle Kamera-Apps greifen mit Android 17 direkt auf das verlustfreie RAW14-Bildformat zu, was für maximale Detailtiefe bei Fotos sorgt. Das System erkennt zudem eigenständig, ob du gerade die interne Kameralinse oder eine externe USB-Webcam nutzt. Für Menschen mit Hörgeräten bietet das Update eine feinere Audiosteuerung. Du entscheidest künftig für jede Kategorie einzeln, ob Systemtöne, Alarme oder Benachrichtigungen auf dem Hörgerät oder dem normalen Smartphone-Lautsprecher landen.

Google schraubt zudem kräftig an der Sicherheit und der Performance des Systems. Eine neue hybride APK-Signatur wappnet Android bereits heute gegen zukünftige Angriffe durch Quantencomputer. Ein vom System bereitgestellter Standort-Button liefert Apps bei Bedarf nur für die aktuelle Sitzung exakte GPS-Daten. Die Eingabe von Passwörtern über eine physische Tastatur verbirgt die Zeichen künftig sofort, ohne sie kurz einzublenden. Wer bereits am offiziellen Android Beta Program teilnimmt, erhält das Update in den nächsten Tagen automatisch als Over-the-Air-Download.

Android 17 Beta 3 Changelog

Bubbles für alle Apps sind in Beta 3 nun vollständig aktiviert.

  • Verfügbarkeit nach Android Canary

Überarbeitete Symbolleiste für Bildschirmaufnahmen

Ausgeblendete App-Bezeichnungen auf dem Startbildschirm

  • Android bietet jetzt eine Benutzereinstellung zum Ausblenden von App-Namen (Bezeichnungen) auf dem Startbildschirm. Diese Einstellung ist über die Systemanpassung und die Hintergrundbildauswahl zugänglich.

Verbesserungen für Medien und Kamera

  • Anpassung der Fotoauswahl: Sie können jetzt das Seitenverhältnis der Rasteransicht der Fotoauswahl ändern. Mithilfe der PhotoPickerUiCustomizationParams API können Sie von der standardmäßigen 1:1-Quadratansicht auf ein 9:16-Hochformat umschalten und so eine bessere Integration in die Benutzeroberfläche ermöglichen.
  • RAW14-Bildformat: Professionelle Kamera-Apps können jetzt 14-Bit-RAW-Bilder pro Pixel mit der neuen Konstante ImageFormat.RAW14 aufnehmen. Dies ermöglicht maximale Detailgenauigkeit und Farbtiefe kompatibler Sensoren.
  • Herstellerspezifische Kameraerweiterungen: Hardwarepartner können jetzt benutzerdefinierte Kameraerweiterungsmodi definieren (z. B. „Super Resolution“ oder KI-Verbesserungen). Diese Informationen können über die API isExtensionSupported(int) abgefragt werden.
  • Kameragerätetyp-APIs: Ermitteln, ob es sich bei einer Kamera um eine integrierte Hardwarekamera, eine externe USB-Webcam oder eine virtuelle Kamera handelt.
  • Bluetooth LE-Audio-Hörgeräte: Eine neue Gerätekategorie
  • (AudioDeviceInfo.TYPE_BLE_HEARING_AID) ermöglicht es Apps, Hörgeräte von generischen LE-Audio-Headsets zu unterscheiden und so eine angepasste Benutzeroberfläche mit Symbolen zu erstellen.
  • Detaillierte Audioausgabe für Hörgeräte: Benutzer können Systemtöne (Benachrichtigungen, Klingeltöne, Alarme) unabhängig voneinander entweder an angeschlossene Hörgeräte oder an den Gerätelautsprecher weiterleiten. Dies erfolgt auf Systemebene und erfordert keine API-Änderungen.
  • Erweiterter HE-AAC-Software-Encoder: Ein neuer, vom System bereitgestellter Encoder (c2.android.xheaac.encoder) unterstützt hohe und niedrige Bitraten für deutlich bessere Audioqualität bei geringer Bandbreite. Er beinhaltet die obligatorische Unterstützung von Lautheitsmetadaten, um eine gleichbleibende Lautstärke zu gewährleisten.

Leistung und Akku

  • Reduzierte Wakelocks für Alarme im Leerlauf: Eine neue, auf Callbacks basierende Variante von AlarmManager.setExactAndAllowWhileIdle akzeptiert einen OnAlarmListener anstelle eines PendingIntent. Dies reduziert den Stromverbrauch und lange, partielle Wakelocks für Apps (wie z. B. medizinische Monitore oder Messaging-Sockets), die im Doze- oder Energiesparmodus präzise Callbacks benötigen.

Datenschutz und Sicherheit

  • Systemseitig bereitgestellte Standort-Schaltfläche: Sie können eine sichere, systemseitig gerenderte Standort-Schaltfläche über Jetpack einbetten. Durch Antippen erhält Ihre App Zugriff auf den genauen Standort – allerdings nur für die aktuelle Sitzung – ohne dass ein Systemdialog ausgelöst wird. Erfordert die Berechtigung USE_LOCATION_BUTTON.
  • Getrennte Passwortanzeige: Die Einstellungen für die Passwortanzeige sind nun für Touch-Eingaben (kurze Anzeige des letzten Zeichens) und physische Tastaturen (standardmäßig sofort ausgeblendet) getrennt. Standard-Framework-Komponenten berücksichtigen dies automatisch; benutzerdefinierte Felder sollten zur ShowSecretsSetting-API migriert werden.
  • Hybride Signaturierung nach der Quantenkryptographie (PQC): Android führt das APK-Signaturverfahren v3.2 ein, das klassische Signaturen (RSA/Elliptische Kurve) mit ML-DSA-Signaturen kombiniert. Dies bereitet Apps auf NIST-Standards und Fortschritte im Quantencomputing vor.

Benutzererfahrung und System-UI

  • Widget-Unterstützung auf externen Displays: Verbesserte visuelle Konsistenz für Widgets bei unterschiedlichen Pixeldichten. RemoteViews.setViewPadding akzeptiert nun komplexe Einheiten (DP/SP), und Widgets können spezifische DisplayMetrics über OPTION_APPWIDGET_DISPLAY_ID abrufen.
  • Interaktives Bild-in-Bild (iPiP) im Desktop-Modus: Apps können anfordern, im Desktop-Modus (Standard auf externen Displays) in eine „angeheftete“ Fensterebene verschoben zu werden. Diese angehefteten Fenster bleiben interaktiv und immer im Vordergrund. Erfordert die Berechtigungen USE_PINNED_WINDOWING_LAYER und PiP.
  • App-Beschriftungen auf dem Startbildschirm ausblenden: Benutzer können App-Beschriftungen auf dem Startbildschirm ausblenden. Stellen Sie sicher, dass Ihr App-Symbol gut erkennbar ist!
  • Überarbeitete Bildschirmaufnahme: Eine neue, schwebende Symbolleiste verbessert die Aufnahmesteuerung und die Aufnahmeeinstellungen für Kreative. Die Benutzeroberfläche wird automatisch aus dem endgültigen Video entfernt.
  • Bubbles: Der in Beta 2 eingeführte Fenstermodus ist jetzt vollständig aktiviert.

Kernfunktionen & Status

  • VPN-App-Ausschlusseinstellungen: VPN-Apps können die Absicht ACTION_VPN_APP_EXCLUSION_SETTINGS verwenden, um einen vom System verwalteten Bildschirm zu öffnen, auf dem Benutzer bestimmte Apps auswählen können, die den VPN-Tunnel umgehen sollen (Split-Tunneling).
  • Dynamische System-Schriftarten-Fallback-Funktion: Android unterstützt jetzt Laufzeitaktualisierungen der Schriftarten-Fallback-Kette und stellt so aktualisierte Emojis und Typografie ohne vollständiges Betriebssystem-Update bereit.
  • OpenJDK 21- und 25-Updates: Integration moderner OpenJDK-Funktionen, darunter aktualisierte Unicode-Unterstützung und verbesserte SSL-Unterstützung für benannte Gruppen in TLS.
  • Health Connect Gerätedatenanbieter (DDPs): Health Connect kann jetzt zwischen von Apps generierten Daten und Daten unterscheiden, die direkt von systemverifizierter Hardware stammen (z. B. Wear OS-Smartwatches oder dem Smartphone selbst).

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