BMW 3er G50: Plattform-Split und Diesel-Aus bei Neuauflage

kommender 3er BMW G50-Modellreihe auf Testtrack
Quelle: BMW
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Die Ankündigung der achten 3er-Generation hinterlässt bei mir ein gemischtes Gefühl. Am 30. September um 0:01 Uhr CEST zeigt BMW zwar offiziell die neue Limousine mit dem Werkscode G50, doch hinter der geglätteten Optik verbirgt sich ein kompromissbehafteter Spagat. Während die elektrische Ausführung als i3 auf einer dedizierten Elektro-Architektur aufbaut, bleibt der Verbrenner auf einer überarbeiteten Verbrenner-Plattform hängen. Dieser technische Zwiespalt zieht klare Konsequenzen für Platzangebot, Antriebsoptionen und Fertigung nach sich.

CLAR-Evolution bremst G50: Platz-Nachteile gegenüber i3

München wählt beim wichtigsten Volumenmodell eine ungewöhnliche Doppelstrategie. Der konventionelle BMW 3er G50 nutzt eine Evolution der bekannten CLAR-Basis. Im Gegensatz dazu greift die elektrische i3-Limousine auf die eigenständige Neue Klasse zurück. Die Aufteilung zeigt sich bereits im Produktionsnetzwerk: Das Elektro-Modell wird im Stammwerk München gefertigt, während die Fertigung der Benziner und Plug-in-Hybride ins Werk Dingolfing abwandert.

Obwohl Designchef Adrian van Hooydonk betont, dass beide Varianten optisch kaum zu unterscheiden seien, Diktieren die technischen Grundlagen das Layout. Der G50 benötigt für den Verbrennungsmotor eine längere Frontpartie und muss ohne Frunk auskommen. Gravierender wiegt der Unterschied im Passagierraum. Während die Elektro-Variante durch einen völlig ebenen Boden maximale Beinfreiheit garantiert, erzwingt der G50 weiterhin den bekannten Kardanwellentunnel. Dass solche Multi-Antriebs-Plattformen Kompromisse bei der Raumökonomie einfordern, offenbarten bereits die etablierten Einstiegs-Elektro-Modelle der Marke.

M350 xDrive verdrängt M340i: B58-Upgrade ohne Sechszylinder-Diesel

Auch bei den Antrieben stellt BMW die Weichen neu. Das bisherige M-Performance-Aushängeschild M340i wird gestrichen und durch den BMW M350 xDrive abgelöst. Der überarbeitete Reihensechszylinder vom Typ B58 liefert zwar mehr Leistung, startet jedoch mit einer Einschränkung: Zum Verkaufsstart liefert BMW das Topmodell ausschließlich mit Allradantrieb aus. Eine reine Heckantriebs-Version soll erst im Folgejahr erscheinen und wird dann über ein Over-the-Air-Softwareupdate eingebunden.

Für Langstreckenfahrer streicht der Hersteller eine wichtige Stütze. Der M340d entfällt ersatzlos, da BMW sämtliche Sechszylinder-Dieselmotoren in der G50-Baureihe streicht. Wer hohe Reichweiten ohne Ladedopplung benötigt, muss künftig auf die Plug-in-Hybride setzen oder auf die bereits beim iX3 eingeführte Neue-Klasse-Architektur mit ihren schnellen Ladezeiten ausweichen.

Modellfahrplan bis 2028: Kombi G51, M3 G84 und Rezyklat-Quote

Auf der Nachhaltigkeitsseite gibt BMW an, dass rund 25 Prozent der Materialien im neuen 3er aus Rezyklaten bestehen. Der Rollout der Karosserievarianten zieht sich hingegen hin. Die beliebte Kombi-Variante BMW 3er Touring (G51) folgt voraussichtlich erst 2027.

Die Motorsport-Ableger lassen noch länger auf sich warten. Der reguläre M3 mit dem Code G84 ist für 2028 angesetzt und wird nach aktuellen Planungen ebenfalls nur mit xDrive-Allrad und Automatikgetriebe angeboten. Ein extrem positionierter M3 Touring unter der Bezeichnung G88 könnte vor dem Jahrzehntwechsel folgen. Die Enthüllung am 30. September muss beweisen, ob die Kunden den Plattform-Spagat beim Kernmodell mittragen.

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2 Kommentare

  1. Ich denke die Beinfreiheit wird im G50 trotzdem besser sein als im i3, da die Fussmulden tiefer sind ohne Akku. Dadurch passen auch die Füsse unter den Vordersitz und die Beine sind weniger angewinkelt. Für die Fünfte Person in der Mitte ist es durch den Kardantunnel natürlich nicht optimal.

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