BMW iX4: Debüt im Herbst besiegelt Verbrenner-Aus

BMW hat offiziell bestätigt, dass im ungarischen Werk noch in diesem Herbst ein zweites Serienmodell neben dem iX3 anläuft. Zwar nennen die Münchner den Namen des Neulings in ihrer knappen Mitteilung nicht direkt beim Namen, doch hinter den Kulissen zweifelt niemand mehr daran: Es handelt sich um den BMW iX4 mit dem internen Werkscode NA7. Der dynamische Bruder des klassischen SUVs steht unmittelbar vor seiner Weltpremiere.
Wer gehofft hatte, der Hersteller würde für das sportliche Coupé noch eine Hintertür für Benzin- oder Dieselaggregate offenlassen, wird enttäuscht. Der traditionsreiche Verbrenner-X4 ist tot. Für München zählt auf dieser Fertigungslinie nur noch die elektrische Zukunft, was den Druck auf das ungarische Werk massiv erhöht.
Zweites Modell in Debrecen setzt Werk unter Hochspannung
Die Fabrik im ungarischen Debrecen gilt als Vorzeigeprojekt der Bayern und soll den globalen Wandel der Marke anführen. Genau dort rollt ab sofort nicht mehr nur der Standard-Hochbeiner vom Band, sondern bekommt direkte Gesellschaft. Wie angespannt die Lage vor Ort bereits ist, lässt sich kaum übersehen: BMW iX3 fertigt in Debrecen bereits im 24-Stunden-Betrieb, um die gewaltigen Vorbestellungen überhaupt abzuarbeiten. Wenn nun ab November 2026 regulär der iX4 vom selben Band läuft, droht den Schichtplänen eine weitere Zerreißprobe.
BMW zieht den Hochlauf trotzdem durch. Für die Münchner Chefetage ist das ungarische Werk das industrielle Fundament für die gesamte sechste eDrive-Generation. Verzögerungen kann sich der Konzern schlichtweg nicht erlauben. Nach dem Produktionsstopp der alten Generation mit dem internen Code G02 klafft eine Lücke im Portfolio, die dringend geschlossen werden muss.
Dass der Hersteller keine Verbrenner-Variante mehr nachschiebt, ist dabei kein Zufall, sondern spiegelt den radikalen Wandel des Marktes wider. Immerhin zeigen die aktuellen Zulassungsstatistiken, dass reine Verbrenner im Jahr 2026 brutal abstürzen und die Kundschaft im gehobenen Segment zunehmend auf reine Stromer pocht. Die Verbrenner-Ära des X4 ging bereits geräuschlos zu Ende: Benziner wurden bereits Anfang 2025 eingestellt, die letzten Diesel-Modelle verließen im vergangenen November die Werkshallen in Spartanburg. Ein kleiner Trost für Verfechter klassischer Antriebe bleibt allenfalls der gewachsene X2, der als Lückenbüßer herhalten soll.

Gleiche Technik wie iX3, aber schärfere Silhouette
Technisch teilt sich das SUV-Coupé die Gene vollständig mit dem kantigeren Plattformbruder. Unter der neu gestalteten Außenhaut sitzt das 800-Volt-Bordnetz der Neuen Klasse, gepaart mit dem großen Akkupaket von nutzbaren 108,7 kWh. Diese Architektur erlaubt an geeigneten High-Power-Chargern eine Ladeleistung von bis zu 400 kW. Damit schrumpft der Ladestopp von 10 auf 80 Prozent rechnerisch auf rund 21 Minuten zusammen, sofern die Ladesäule mitspielt.
Die flach nach hinten abfallende Dachlinie dient diesmal nicht nur dem sportlichen Auftritt vor dem Nobel-Restaurant. In Kombination mit der aerodynamischen Optimierung dürfte der iX4 bei der Reichweite sogar noch ein paar Kilometer mehr herauskitzeln als das steilere SUV-Pendant. Dass die Plattform extrem weite Strecken ohne Nachladen bewältigen kann, ist keine reine Labor-Theorie mehr: Erst kürzlich bewies der BMW iX3 im Portugal-Test über 739 Kilometer Reichweite am Stück, wie effizient die neue Motorengeneration bei zurückhaltendem Gasfuß arbeitet.
Das Portfolio zum Marktstart fällt vertraut aus. BMW startet die Baureihe im Spätherbst mit zwei Allrad-Varianten: dem iX4 40 xDrive sowie dem stärker motorisierten iX4 50 xDrive. Letzterer stellt eine Systemleistung von 469 PS und ein Drehmoment von 645 Nm bereit. Wer noch mehr Durchzug sucht, muss sich bis zum kommenden Jahr gedulden. Für 2027 plant die M GmbH eine Performance-Ausbaustufe namens iX4 M60 xDrive, bevor später Gerüchten zufolge sogar ein vier-motoriger reinrassiger X4 M auf die Straße rollen könnte.
Kehrseite der Coupé-Form bleibt der Nutzwert
So dynamisch die gestreckte Dachlinie auf den ersten Renderings und Erlkönig-Bildern wirkt, so spürbar fordert sie ihren Tribut im Innenraum. Das abfallende Heck schluckt wertvollen Stauraum über der Gepäckraumabdeckung. Für Familien, die regelmäßig Kinderwagen oder sperrige Koffer transportieren wollen, erweist sich die Karosserieform als klarer Kompromiss. Auch groß gewachsene Passagiere auf der Rückbank dürften auf langen Reisen die fehlende Kopffreiheit im Fond spüren.
Vorne zieht dagegen das bekannte Layout der Neuen Klasse ein. Das Cockpit verzichtet weitgehend auf physische Tasten und verlässt sich auf das 43,3 Zoll breite Panoramic-Vision-Display an der Scheibenwurzel sowie einen zentralen 17,9-Zoll-Touchscreen. Über das neue Bediensystem iDrive X werden alle Komfortfunktionen gesteuert, unterstützt von vier zentralen Recheneinheiten im Hintergrund.
BMW geht mit dem rein elektrischen iX4 aufs Ganze. Das Risiko, treue Kunden der vorherigen Diesel-Generationen an konventionell angetriebene Konkurrenten zu verlieren, nimmt der Vorstand bewusst in Kauf. Ob die Rechnung aufgeht, zeigt sich nach dem Start der Serienfertigung im November.
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Elektrik ist, zumindest hier in der Schweiz, völligst out. Nur Verbrenner werden in der Mild-Hybrid-Variante grösstenteils gekauft. Ein Golfcar in der Stadt funktioniert noch, aber für lange Strecken ist der Diesel nach wie vor ungeschlagen. Das wird so bleiben.