BMW startet Vorbereitungen für die Serienproduktion von Brennstoffzellenfahrzeugen

Die BMW Group arbeitet intensiv an der Markteinführung ihres ersten Serienfahrzeugs mit Wasserstoff-Brennstoffzelle, die für das Jahr 2028 geplant ist. Dabei setzt der Münchner Hersteller auf einen technologieoffenen Ansatz und betrachtet Wasserstoffantriebe als wertvolle Ergänzung zu batterieelektrischen Fahrzeugen. Für die Brennstoffzellensysteme kooperiert BMW eng mit Toyota, von dem die Zellen bezogen werden.
Die Vorbereitungen gehen über die reine Fahrzeugfertigung hinaus. Im Werk Leipzig kommen bereits Wasserstoff-Lkw für die interne Logistik zum Einsatz. Zusätzlich nutzt BMW dort Flurförderzeuge mit Brennstoffzellenantrieb, die zu den größten ihrer Art in Europa zählen. Auch die Lackieranlagen werden umgerüstet: Brenner können sowohl mit Wasserstoff als auch mit Erdgas betrieben werden, um Emissionen zu reduzieren und die Belegschaft auf eine künftige Wasserstoffwirtschaft vorzubereiten. Die Forschung zu Brennstoffzellentechnologien hat bei BMW Tradition und reicht bis in die 1980er Jahre zurück, wobei die Pilotflotte des BMW iX5 Hydrogen als Grundlage für die kommende Serienproduktion dient.
In den Kompetenzzentren in München und Steyr entstehen aktuell die ersten Prototypen der Brennstoffzellensysteme der dritten Generation. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung und Absicherung der Montage- und Prüfvorgänge. Langfristig sollen die Prozesse für Industrialisierung, Qualitätssicherung und Skalierbarkeit optimiert werden. Die Prototypen werden anschließend zur Betriebsstrategieentwicklung und zur Systemabsicherung auf Fahrzeugebene genutzt.
Die Zusammenarbeit mit Toyota hat eine lange Historie: Für den 2014 präsentierten 535iA lieferte Toyota den kompletten Brennstoffzellenantrieb, während BMW ihn integrierte und testete. Bei der zweiten Generation im iX5 Hydrogen lieferte Toyota nur die einzelnen Zellen; das Gesamtsystem entwickelte BMW selbst, einschließlich Kühlsystem sowie Wasserstoff- und Luft-Subsystemen.
Die kommende dritte Generation, die 2028 eingeführt werden soll, wird gemeinsam von BMW und Toyota entwickelt. Ziel ist ein kompakteres, effizienteres System mit höherer Leistungsdichte. Der Platzbedarf der Brennstoffzellenmodule wird voraussichtlich um 25 Prozent reduziert. Die hohe Integration ermöglicht eine flexible Einbindung in verschiedene Fahrzeugarchitekturen, wodurch BMW den technologieoffenen Ansatz weiter verfolgt.
BMW verspricht zudem eine deutlich gesteigerte Effizienz im Vergleich zur Vorgängergeneration. Das Brennstoffzellensystem soll die Reichweite und Leistung erhöhen und gleichzeitig den Energieverbrauch senken. Konkrete Details zu Leistung, Tankvolumen und Systemgröße nennt BMW noch nicht, doch die Planung der Produktion ist bereits weit fortgeschritten.
Zentrale Standorte für die Fertigung sind Steyr und Landshut. In Steyr werden neue Prüfstände und Produktionsanlagen errichtet, um die Brennstoffzellen-Systeme zu fertigen und kontinuierlich zu optimieren. Das Werk Landshut übernimmt die Produktion des wasserstoffspezifischen „BMW Energy Masters“, der die Energieversorgung steuert, sowie die Fertigung von Gehäusen und Mediendruckplatten für die nächste Fahrzeuggeneration. Erste Prototypen des Energy Masters entstehen zudem in Dingolfing, wo bereits die Bauteile für die Neue Klasse gefertigt wurden.
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