BMWs Elektro‑M3: Wenn ein neuer Antrieb durch alten Sound Emotionen weckt

Es gibt Autos, bei denen man schon vor dem Start weiß, dass sie Diskussionen auslösen. Der vollelektrische M3 gehört genau in diese Kategorie. BMW hat längst bestätigt, dass das Modell im kommenden Jahr kommt – und dass es technisch in einer völlig anderen Liga spielt als alles, was bisher ein M‑Logo trug. Vier Motoren, zusammen irgendwo knapp unter 1000 PS. Zahlen, die selbst eingefleischte Verbrennerfans kurz schlucken lassen.
Und trotzdem merkt man, wie vorsichtig BMW kommuniziert. Leistung ist das eine. Identität das andere. Ein M3 war immer mehr als ein Datenblatt. Also versucht BMW, die Brücke zu schlagen: künstliche Schaltvorgänge, eine eigens entwickelte Soundkulisse, die irgendwo zwischen E‑Antrieb und klassischem Reihensechser pendelt. Fake‑Motorsound, ja – aber nicht einfach irgendein Synthie‑Brummen. Laut BMW steckt ein ganzer Entwicklungszyklus dahinter, inklusive Sounddesign, das sich an Motorsport‑Charakteristika orientiert. Hyundai hat mit dem IONIQ 5 N vorgemacht, wie polarisierend das sein kann. BMW will es eleganter lösen.
In einem aktuellen Video zeigt der Hersteller, wie viel Aufwand in diese akustische Ebene fließt. Man hört kurze Ausschnitte, die tatsächlich weniger nach Spielerei klingen, als man erwarten würde. Kombiniert man das im Kopf mit der brachialen Leistung eines 1000‑PS‑Allrad‑Setups, entsteht ein Bild, das irgendwo zwischen Tradition und Zukunft liegt. Ob das am Ende authentisch wirkt, muss die Straße entscheiden.
Spannend ist, dass BMW das Konzept nicht auf ein einzelnes Modell beschränkt. Auch ein elektrischer M4 ist bereits in Arbeit – ebenfalls mit künstlichen Schaltimpulsen und Soundlayern. Offenbar sieht BMW darin einen zentralen Baustein, um die M‑Reihe in die Elektro‑Ära zu überführen. Das Risiko ist klar: Wer Fake‑Sound nicht mag, wird ihn auch mit Premium‑Siegel nicht mögen. Andererseits zeigt die Reaktion vieler M‑Fahrer, dass völlige Stille für sie keine Option ist.
Technisch bleibt noch viel offen. Wie sich die vier Motoren koordinieren, wie feinfühlig die Regelung arbeitet, wie sich das Gewicht verteilt – all das wird erst mit den ersten Testfahrten greifbar. Aber man merkt, dass BMW nicht einfach ein schnelles Elektroauto baut. Sie versuchen, ein M‑Gefühl zu übersetzen, das jahrzehntelang an Drehzahl, Vibrationen und mechanische Rückmeldungen gebunden war. Ein Firmware‑Update ersetzt das nicht, aber vielleicht reicht es, um die Lücke kleiner zu machen.
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