Honor MagicOS 11: Beta für 20 Geräte startet mit Risiko

Blick auf das Display mit Honors MagicOS 11 Glass UI
Quelle: Huawei Central
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Honor zieht das Tempo jetzt spürbar an. Mit der dritten geschlossenen Beta für MagicOS 11 schaltet das Unternehmen die neue Software für gleich 20 Modelle auf einen Schlag frei. Statt wie bisher nur die allerneuesten Flaggschiffe zu bedienen, öffnet sich der Testpool nun für Vorjahres-Boliden, die beliebte Mittelklasse und eine erstaunlich lange Reihe an Tablets.

Modelloffensive: 20 Smartphones und Tablets im Testpool

Im Smartphone-Lager schließt Honor die Lücke zur Oberklasse des Vorjahres. Neben der kompletten Magic-6-Reihe – vom Honor Magic 6 und Honor Magic 6 Pro über die exklusive Magic 6 Ultimate Edition bis zum noblen Honor Magic 6 RSR Porsche Design – ist nun auch das ultradünne Foldable Honor Magic V3 offiziell mit von der Partie. Dazu stoßen das etwas speziellere Honor WIN Turbo und das Honor Power 2.

Besonders kundenfreundlich zeigt sich Honor bei den volumenstarken Nummern-Serien. Sowohl ältere Geräte wie das Honor 400 und Honor 400 Pro als auch die aktuellen Modelle Honor 500, Honor 500 Pro und die Sonderedition Honor 500 Pro MOLLY 20th Anniversary Edition sind im Testpool vertreten. Das ist eine klare Ansage gegen die Unsitte vieler Hersteller, bezahlbare Baureihen monatelang künstlich vom Software-Fortschritt abzuschneiden.

Die größte Überraschung spielt sich für mich allerdings bei den Tablets ab. Gleich acht Großbildschirme erhalten die Freigabe: Vom produktiven Honor MagicPad 3 12.5, dem regulären Honor MagicPad 3 und dem älteren Honor MagicPad 2 über die spieletauglichen Modelle Honor Tablet GT, Honor Tablet GT Pro und Honor Tablet GT 2 Pro bis hin zum Honor Tablet V9 und Honor Tablet 10 Pro. Eine derart breite Tablet-Versorgung sieht man in einer frühen Android-Testphase bei der Konkurrenz fast nie.

Tückisches Kontingent: 2.000 Plätze mit Akku-Bremse

Wer mitmachen will, rennt gegen eine starre Obergrenze. Honor limitiert die Testphase exakt auf 2.000 Plätze pro Geräteserie. Auf dem riesigen Heimatmarkt in China sind diese Kontingente erfahrungsgemäß nach wenigen Minuten restlos vergriffen.

Bereits als die MagicOS 11 Beta überraschend vor dem Entwickler-Event startete, etablierte der Hersteller ein zweigeteiltes System. Von den 2.000 Plätzen je Modellreihe gehören genau 500 Plätze der sogenannten Log-Version, während die verbleibenden 1.500 Plätze auf die Non-Log-Fassung entfallen.

Der Unterschied ist im Alltag gewaltig. Die Log-Version zeichnet permanent Systemaktivitäten auf, erzeugt ständige Schreibvorgänge und saugt spürbar am Akku. Wer unbedacht zugreift und einen Log-Platz erwischt, bremst sein Alltagsgerät empfindlich aus. Für Honor sind diese Testerdaten unentbehrlich: Seit der Hersteller sieben Jahre Updates für die Magic-Reihe zusichert, steht die Softwareabteilung unter enormem Qualitätsdruck. Genau dieser Reifeprozess entscheidet über die langfristige Kundenzufriedenheit.

Bewerbung per App und die Gefahr des Datenverlusts

Die Registrierung läuft nicht über die gewohnten Android-Einstellungen. Interessierte Nutzer müssen zwingend die vorinstallierte App My Honor öffnen, dort das entsprechende Beta-Banner ansteuern und die Bewerbung abschicken. Wurde der Platz bestätigt, landet die Firmware kurz darauf over-the-air (OTA) auf dem Gerät.

Vor dem schnellen Klick warne ich jedoch ausdrücklich. Eine geschlossene Vorabversion birgt unfertige Funktionen, plötzliche App-Abstürze und unsaubere Übersetzungen. Die eigentliche Falle schnappt jedoch bei Fehlern zu: Ein Rollback auf die vorherige stabile Softwareversion ist extrem kompliziert und radiert ausnahmslos alle Daten auf dem internen Speicher aus. Auf einem beruflich oder privat unverzichtbaren Smartphone hat diese Testversion schlicht nichts verloren.

Geduldige Nutzer müssen sich ohnehin noch wappnen. Dass der Rollout von MagicOS 11 auf Android-17-Basis ohne Zeitplan alle Modelle bis weit in das Jahr 2027 vertröstet, bleibt das größte Ärgernis für Kunden. Die aktuelle dritte Testwelle beweist zwar ein hohes Entwicklungstempo, doch der Weg zur massentauglichen Alltagssoftware bleibt noch lang.

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