Leapmotor B03X: Chinas Preishammer bricht das europäische Preiskartell

Seitenansicht des Leapmotor B03X SUV in elegantem Bronze-Champagner. Das moderne Elektro-SUV zeigt versenkbare Türgriffe, eine vordere Ladeklappe und markante Alufelgen vor einer weinroten Wand
Quelle: Leapmotor
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Mit einem Kampfpreis von knapp 25.000 Euro drängt ein neues Kompakt-SUV aus China auf unseren Markt und zeigt der etablierten Konkurrenz im Alltag schonungslos die eigenen Schwächen auf. Während hiesige Hersteller bezahlbare Elektromobilität oft noch für die ferne Zukunft versprechen, steht hier ab sofort ein fahrbarer Kompromiss für die urbane Familie bereit.

Viel Komfort für das urbane Umfeld

Der Neuling misst rund 4,30 Meter und passt damit perfekt in typische europäische Parklücken. Für den Alltag einer Familie ist das Kofferraumvolumen von 475 Litern absolut ausreichend, zumal sich die Sitze im Innenraum extrem flexibel umlegen lassen. Im Cockpit dominiert ein großer Bildschirm mit einer Diagonale von 14,6 Zoll, über den das gesamte Infotainment gesteuert wird.

Dank schlüssellosem Zugang per Karte und einer funktionellen App-Anbindung fühlt sich die Bedienung modern an, ohne dass man dafür tief in die Tasche greifen muss. Auch die Bereitstellung von 21 Assistenzsystemen und regelmäßigen Aktualisierungen über die Luftschnittstelle ist in dieser Preisklasse eine echte Ansage.

Die Kehrseite auf der Langstrecke

Wo viel Licht ist, zeigt sich bei genauerem Hinsehen jedoch auch eine spürbare Kehrseite. Die Batterie fällt mit einer Kapazität von 53 Kilowattstunden recht klein aus. Das führt in der teureren Ausstattungsvariante zu einer Reichweite von lediglich 382 Kilometern nach dem WLTP-Messverfahren.

Wer sich für das Basismodell entscheidet, muss sogar mit mageren 292 Kilometern planen. Auf der Autobahn schrumpft dieser Wert erfahrungsgemäß weiter zusammen, weshalb das Fahrzeug primär für die Stadt und das Umland logisch erscheint. Immerhin geht das Laden am Schnelllader mit maximal 133 Kilowatt recht flott, sodass der Sprung von zehn auf achtzig Prozent in 21 Minuten gelingt. Das ist eine Ladezeit, die selbst manch teurerer Konkurrent aus Wolfsburg nicht erreicht.

Ein massives Problem für die Konkurrenz

Der Einstiegspreis von 24.900 Euro ist eine direkte Kampfansage, die vor allem die Konkurrenz im eigenen Haus unter Druck setzt. Ein vergleichbarer Opel Frontera wird um gut 4.000 Euro unterboten, und auch der geplante kleine Elektro-Gegner von Volkswagen gerät dadurch preislich massiv ins Hintertreffen.

Sogar die monatliche Leasingrate von 239 Euro ohne Anzahlung zeigt, wie aggressiv die Beteiligten hier kalkulieren. Dass ein chinesischer Newcomer die etablierten Marken so vor sich hertreibt, ist für mich als Beobachter extrem spannend, für den klassischen Automobilstandort Europa aber auch eine ernste Warnung.

Der Stellantis-Konflikt im eigenen Haus

Hinter dem Vorstoß von Leapmotor steht ein bemerkenswerter Schachzug des Mutterkonzerns Stellantis. Der Autogigant nutzt die chinesische Technologie gezielt, um im europäischen Einstiegssegment extrem wettbewerbsfähig zu sein und günstige Plattformen zu etablieren.

Diese Strategie birgt jedoch erheblichen Zündstoff, da traditionelle Marken wie Opel dadurch direkt im eigenen Schauraum angegriffen und preislich unterboten werden. Es ist die logische Folge dieser Entwicklung, dass Leapmotor künftig sogar die technologische Basis für kommende elektrische Modelle europäischer Marken stellen soll.

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