Motorola Moto Watch Fit Testbericht

Motorola Moto Watch Fit
Quelle: Schmidtis Blog

Motorola kehrt mit der Moto Watch Fit offiziell auf den Smartwatch-Markt zurück. Das neue Modell richtet sich an Nutzer, die eine leichtgewichtige, alltagstaugliche Uhr mit Fitness-Fokus suchen. Anders als High-End-Smartwatches bietet die Moto Watch Fit vor allem grundlegende Gesundheits- und Aktivitätsfunktionen, kombiniert mit einem modernen Design und einfacher Bedienung.

Die Uhr ist preislich im unteren bis mittleren Segment angesiedelt, wodurch sie für Einsteiger interessant ist, die weder tief in die Tasche greifen noch auf Fitness-Features verzichten möchten. Sie fungiert als Mischung aus Fitnessarmband und Smartwatch, ohne die volle Funktionsvielfalt teurer Konkurrenzmodelle zu bieten.

Aber hält die Moto Watch Fit auch, was die Werbung verspricht? Mein Testbericht soll dies herausfinden, damit ihr euch ein Bild machen könnt, ob die Uhr was für euch ist oder aber eben nicht.

Die Moto Watch Fit wurde mir direkt von Motorola für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt, dieses hat allerdings keinen Einfluss auf das Testergebnis. Und los geht’s!

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Positionierung, Preis und Zielgruppe

Motorola hat mit der Watch Fit ein Gerät entwickelt, das zwischen Einsteiger- und Mittelklasse-Smartwatches liegt. In Deutschland liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 79,99 Euro, wobei sie häufig schon für unter 60 Euro erhältlich ist.

Damit konkurriert sie direkt mit Modellen wie der Amazfit GTS 4 Mini oder der Huawei Watch Fit 2 Active. Das Hauptziel der Uhr ist es, Android-Nutzern eine unkomplizierte Möglichkeit zu bieten, ihre täglichen Schritte, Herzfrequenz und grundlegende Fitnessmetriken zu erfassen. Komplexe Funktionen, tiefgreifende Trainingsanalysen oder unabhängige Apps sind nicht vorgesehen. Die Uhr spricht alle an, die ein leichtes, gut lesbares Gerät für den Alltag oder Hobbysport suchen, ohne sich in umfangreiche Smartwatch-Ökosysteme einarbeiten zu müssen.

Design, Verarbeitung und Ergonomie

Design und Materialien

Die Moto Watch Fit verfügt über ein rechteckiges Gehäuse mit abgerundeten Ecken, das optisch an die Apple Watch erinnert. Die Vorderseite wird von Corning Gorilla Glass 3 geschützt, das gegen Kratzer und moderate Stöße widerstandsfähig ist. Der Rahmen besteht aus Aluminium, während die Rückseite aus Kunststoff gefertigt ist. Während die Glas- und Rahmenoberflächen robust sind, zeigt die Rückseite eine geringere Kratzfestigkeit.

Die Uhr ist ausschließlich in dunklem Grau mit matter Oberfläche verfügbar, was ihr einen unaufdringlichen, modernen Look verleiht.

Ergonomie und Armband

Mit Maßen von 44,46 × 37,90 × 9,50 mm und einem Gewicht von lediglich 25 Gramm ohne Armband ist die Watch Fit extrem leicht. Dieses geringe Gewicht sorgt dafür, dass die Uhr auch bei langen Trainingseinheiten oder nachts beim Schlafen kaum spürbar ist.

Im Lieferumfang befindet sich ein elastisches Stoffarmband mit Klettverschluss in der Farbe „Trekking Green“. Das Material wirkt teilweise rau und kann bei längerer Nutzung am Handgelenk leicht kratzen. Positiv: Standard-22-mm-Adapter ermöglichen die Nutzung alternativer Armbänder anderer Hersteller.

Bedienung & IP-Zertifizierung

Die Steuerung erfolgt über einen Touchscreen und eine einzelne physische Taste an der rechten Gehäuseseite, die Power-, Zurück- und App-Listen-Funktionen kombiniert. Eine drehbare Krone fehlt.

Die Uhr ist nach IP68 und 5 ATM zertifiziert. Sie ist staubdicht und kann dem Wasserdruck von bis zu 5 bar standhalten, sodass Duschen und Schwimmen im Süßwasser problemlos möglich sind. Salzwasser wird nicht empfohlen.

Display und Personalisierung

Das OLED-Display misst 1,9 Zoll und bietet eine Auflösung von 442 × 348 Pixeln. Die maximale Helligkeit von 1000 Nits sorgt für klare, lebendige Farben und gute Lesbarkeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Spiegelungen können jedoch bei bestimmten Blickwinkeln die Sicht einschränken.

Die Reaktionsfähigkeit des Touchscreens ist sehr gut. Ein Always-on-Display (AoD) ist verfügbar, allerdings nur in einer Basisversion ohne tiefergehende Anpassungsmöglichkeiten.

Die Anpassung der Software erfolgt über die Moto Watch App. Nutzer können aus über 80 Zifferblattoptionen wählen, von minimalistisch bis komplex mit Widgets. Ein Highlight ist das Moto AI-Programm, das eigene Zifferblätter auf Basis von Textbefehlen erstellt. So lässt sich die Anzeige individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Moto Watch
Moto Watch
Preis: Kostenlos

Gesundheits- und Fitnessfunktionen

Die Moto Watch Fit ist in der Lage, verschiedene Gesundheitsmetriken zu erfassen und nutzt dafür eine Reihe von Sensoren. Dazu zählt ein Herzfrequenzmesser, der kontinuierlich oder in Intervallen verwendet werden kann, sowie ein SpO₂-Sensor, der die Sauerstoffsättigung im Blut misst und tagsüber manuell oder automatisch während des Schlafs genutzt werden kann. Für die Erkennung von Bewegung und Aktivität sind ein Beschleunigungssensor und ein Gyrosensor verbaut.

Die Uhr bietet Funktionen wie das Schlaftracking, das Leicht-, Tief- und REM-Schlafphasen sowie Wachphasen erfasst. Zudem ermöglicht die Stressüberwachung die Berechnung des Stresslevels anhand der Herzfrequenzvariabilität. Allgemeine Aktivitätsdaten wie der Schrittzähler, der Kalorienverbrauch und die Trainingsdauer werden unterstützt, wobei die Uhr über 100 Sportmodi bietet. Das integrierte GPS erlaubt die Aufzeichnung von Routen, ohne dass das Smartphone mitgeführt werden muss; allerdings werden keine Höhen- oder Schwimmdaten im Freien erfasst.

Die automatische Aktivitätserkennung funktioniert zwar, setzt jedoch verzögert ein, sodass ein Teil der tatsächlichen Trainingszeit unregistriert bleibt. Die Sensoren liefern im Allgemeinen brauchbare Werte für den Alltag und Freizeitaktivitäten.

Während moderater Bewegung stimmen die Messungen gut überein. Jedoch weichen die Herzfrequenzwerte bei intensiven Aktivitäten, wie beispielsweise beim Laufen oder Radfahren, merklich von professionellen Geräten wie einem Brustgurt ab. Im Vergleich zu Konkurrenten wie Fitbit oder Huawei bleibt die Analyse des Schlafs und des Trainings eher oberflächlich.

Smarte Funktionen und Software

Obwohl die Moto Watch Fit als „Watch“ bezeichnet wird, bietet sie nur eingeschränkte Smartwatch-Funktionen. Zu diesen Einschränkungen gehört, dass weder ein Mikrofon noch ein Lautsprecher vorhanden ist, was die Konnektivität limitiert.

Benachrichtigungen lassen sich lediglich verkürzt darstellen, sodass die Inhalte nicht vollständig auf der Uhr gelesen werden können. Bei der Kommunikation werden eingehende Anrufe nur signalisiert; Nutzer haben jedoch die Möglichkeit, diese abzulehnen. Schnelle Antworten sind bei Android-Geräten nur über voreingestellte Texte oder Emojis möglich.

Eine Installation eigener Apps oder Musik-Streaming ist mit der Uhr nicht vorgesehen, da es ihr an internem Speicher mangelt. Zudem fehlt der NFC-Chip für kontaktloses Bezahlen. Auch Multitasking ist eingeschränkt; es ist beispielsweise nicht möglich, während eines Trainings einen Timer zu starten.

Die Uhr funktioniert außerdem ausschließlich mit Android-Geräten ab der Version 12 und unterstützt iOS nicht. Die Synchronisation der Daten läuft über die Moto Watch App, welche eine gute Übersichtlichkeit und die Integration in Dienste wie Google Health Connect, Strava oder MyFitnessPal bietet. Die Benutzeroberfläche auf der Uhr selbst arbeitet dabei flüssig und reagiert zuverlässig auf Eingaben.

Akku und Aufladen

Motorola gibt eine maximale Akkulaufzeit von bis zu 16 Tagen bei moderater Nutzung an. Unter intensiver Nutzung, z. B. Always-on-Display, ständiger Herzfrequenz- und SpO₂-Messung sowie täglicher Trainingsaufzeichnung, reduziert sich die Laufzeit deutlich. Dann ist eine Laufzeit von rund sieben Tagen bei durchschnittlicher Nutzung, was den Alltag problemlos abdeckt.

Die Watch Fit wird über einen proprietären Magnetanschluss aufgeladen. Kabelloses Laden ist nicht möglich. Offiziell dauert eine vollständige Ladung 1,5 Stunden, im Test reichte etwa eine Stunde, um den Akku komplett aufzufüllen.

Fazit

Die Moto Watch Fit ist in erster Linie ein Fitnessarmband mit großem, gut ablesbarem Display, das auf Smartwatch-Komfort verzichtet. Sie punktet durch Einfachheit, Tragekomfort und lange Akkulaufzeit. Für Android-Nutzer, die einen unkomplizierten Begleiter für Schrittzählung, Herzfrequenzmessung und Basisfitness suchen, ist sie ein solides Angebot – insbesondere angesichts des niedrigen Preises.

Stärken:

  • Helles, reaktionsschnelles 1,9-Zoll-OLED-Display
  • Leichtes, flaches Design – angenehm zu tragen
  • Lange Akkulaufzeit (mehr als eine Woche bei durchschnittlicher Nutzung)
  • Über 100 Sportmodi
  • Integriertes GPS zur Routenaufzeichnung
  • Übersichtliche App mit Datenintegration in Drittplattformen
  • Gute Datenschutzbestimmungen

Schwächen:

  • Herzfrequenzsensor ungenau bei intensiver Bewegung
  • Wenige Smartwatch-Funktionen (kein NFC, kein Mikrofon oder Lautsprecher)
  • Sport- und Schlafanalyse nur oberflächlich
  • Automatische Trainingserkennung setzt verzögert ein
  • Armband wirkt billig und kann kratzen
  • Keine iOS-Unterstützung

Die Moto Watch Fit erfüllt die Grundanforderungen an einen Alltags-Fitness-Tracker und bietet für ihren Preis ein ausgewogenes Paket aus Design, Funktionalität und Akkuleistung. Wer jedoch erweiterte Smartwatch-Funktionen oder exakte Sport- und Gesundheitsdaten erwartet, sollte alternative Modelle prüfen.


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