OnePlus 16: Snapdragon 8 Elite Extreme im AnTuTu ohne LPDDR6

OnePlus 16 Teaser in den verschiedenen Farbvarianten
Quelle: OnePlus
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Ich verfolge die Benchmark-Entwicklung rund um neue Android-Topmodelle seit vielen Jahren, aber dieser Eintrag in der Testdatenbank verlangt eine genaue Einordnung. Das kommende OnePlus 16 ist in der Datenbank von AnTuTu aufgetaucht und bringt den neuen Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 zum Einsatz. Trotz beeindruckender Testwerte offenbart der Eintrag ein technisches Detail, das Tech-Enthusiasten enttäuschen dürfte: Der Hersteller verzichtet beim neuen Spitzenmodell auf den erhofften LPDDR6-RAM.

Mit einem Gesamtergebnis von 5.384.433 Punkten setzt das Smartphone in der aktuellen Benchmark-Umgebung eine deutliche Duftmarke. Der Wert zeigt die schiere Rechenkraft des Prozessors, hinterlässt aber zeitgleich offene Fragen bei der Wahl der Speicherbausteine.

AnTuTu V12 knackt die Fünf-Millionen-Marke

Die schiere Summe der Benchmark-Punkte wirkt auf den ersten Blick wie ein gewaltiger Leistungssprung. Bedenken muss man hierbei, dass der Testlauf auf der neuen Version AnTuTu V12 basiert. Diese Testsuite befindet sich derzeit in einer öffentlichen Betaphase, weshalb sich die Ermittlung der Teilwerte verändert hat. Ein direkter Vergleich mit älteren Iterationen der Benchmark-Plattform hinkt daher an mehreren Stellen.

Bereits vor wenigen Wochen zeigte sich beim Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro im AnTuTu-Leak, dass frühe Testergebnisse mit Vorsicht zu genießen sind. Dennoch markiert die Marke von über 5,38 Millionen Punkten einen neuen Richtwert für die kommende Smartphone-Generation. Der Systemchip profitiert sichtbar von seiner Architektur, auch wenn die Testversion von AnTuTu noch feine Anpassungen benötigt.

Vergleicht man diese Werte mit vergangenen Meilensteinen der Benchmark-Entwicklung, wird das Ausmaß der Steigerung deutlich. Bei der Entwicklung der AnTuTu-Scores über 4 Millionen Punkte sahen wir noch Spitzenreiter mit ganz anderen Voraussetzungen. Die Marke von fünf Millionen Punkten wird nun zur neuen Baseline für absolute Oberklasse-Geräte im Android-Bereich.

Der Zuwachs entsteht vor allem durch Optimierungen an der CPU- und GPU-Schnittstelle. Wie stabil diese Spitzenleistung unter Dauerlast gehalten werden kann, zeigt der synthetische Durchlauf allerdings nicht. Für eine finale Bewertung der Alltagsleistung braucht es künftig echte Praxistests auf seriennahen Geräten. Benchmark-Scores sind eine nette Orientierung, sagen aber wenig über Drosselung unter langer Belastung aus.

LPDDR5X statt LPDDR6 – Ein Sparkurs zum Flaggschiff-Preis

Die auffälligste Erkenntnis aus dem AnTuTu-Datenblatt betrifft den verbauten Arbeitsspeicher. Anstelle des lange spekulierten LPDDR6-RAM setzt OnePlus weiterhin auf die etablierte LPDDR5X-Technologie. Diese Entscheidung dürfte vor allem betriebswirtschaftliche Gründe haben, wirkt im Spitzenbereich aber wie ein unpassender Kompromiss.

Wer ein absolutes High-End-Gerät kauft, erwartet die jeweils neuste Speichergeneration. Der Verzicht auf LPDDR6 spart dem Hersteller Kosten bei den Bauteilen, begrenzt aber gleichzeitig die maximale Speicherbandbreite. Gerade bei rechenintensiven Aufgaben, schnellen App-Wechseln oder lokalen KI-Modellen kann schnellerer Arbeitsspeicher den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Dass Qualcomm seine neue Plattform für extreme Leistung auslegt, ist unbestritten. Beim Qualcomm-Summit und der Wechsel auf die 2nm-Architektur wurde deutlich, welche Anforderungen die neue Chip-Generation an das Umfeld stellt. Wer hier beim Arbeitsspeicher spart, bremst das Gesamtsystem an einer potenziell kritischen Stelle aus.

Es ist die Kehrseite der aktuellen Preisentwicklung bei Smartphones. Hersteller versuchen, die ausufernden Chippreise durch Zugeständnisse an anderer Stelle abzufangen. Ob Kunden diesen Schritt bei einem Flaggschiff akzeptieren, ist eine andere Frage. Schlicht gesagt: Der Speicherstandard passt nicht ganz zum Anspruch der verbauten CPU.

LPDDR5X ist keineswegs langsam, aber der Generationswechsel auf LPDDR6 hätte höhere Transferraten bei niedrigerem Energieverbrauch versprochen. In einem Gerät, das den Zusatz ‚Extreme‘ im Prozessor trägt, wirkt der Griff zur älteren Speichertechnik schlicht wie ein unnötiger Dämpfer für Technik-Enthusiasten.

Geekbench und AnTuTu zeigen den Weg nach China

Der Ausflug zu AnTuTu erfolgt nur wenige Tage nach einem ähnlichen Auftritt auf der Benchmark-Plattform Geekbench. OnePlus bereitet den Start der neuen Modellreihe intensiv vor und liefert über diese Testläufe regelmäßig Häppchen für die Gerüchteküche. Der offizielle Marktstart des OnePlus 16 wird für Oktober 2026 in China erwartet.

Der zeitliche Ablauf folgt dem gewohnten Muster der Branche. Erst tauchen Prototypen in den Datenbanken der Benchmark-Anbieter auf, dann folgen die offiziellen Teaser des Herstellers. Die kurzen Abstände zwischen den Tests auf Geekbench und AnTuTu verdeutlichen, dass die Hardware-Finalisierung weit vorangeschritten ist.

Für den chinesischen Heimatmarkt ist die Präsentation im Oktober 2026 fest eingeplant. Der globale Verkaufsstart dürfte wie in den Vorjahren mit etwas Zeitverzug folgen. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob die internationale Variante des Handys dieselben Speicherspezifikationen nutzen wird.

In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie sich die Konkurrenz von Xiaomi, Vivo oder iQOO aufstellt. Sollten Mitbewerber beim RAM auf die neuere Generation setzen, gerät OnePlus erklärungsbedürftig ins Hintertreffen. Die reine Rechenpower des Prozessors reicht in der Oberklasse oft nicht mehr aus, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Am Ende bleibt ein gemischter Eindruck. Die rohe Rechenleistung des Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 begeistert im ersten Durchlauf auf dem Papier. Der Verzicht auf LPDDR6-RAM ist dagegen ein Kompromiss, der das Flaggschiff-Image etwas ankratzt. Wer maximale Leistung sucht, bekommt hier mächtig Power, muss beim Arbeitsspeicher aber mit der bisherigen Generation vorliebnehmen.

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