OnePlus-Gründer Pete Lau wird per Haftbefehl gesucht

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Quelle: KI-generiert mit Imagen 3 von Google Gemini

In Taiwan läuft derzeit ein Verfahren, das die ohnehin angespannte Lage zwischen der Insel und chinesischen Technologiekonzernen weiter zuspitzt. Die Staatsanwaltschaft in Taipei hat einen Haftbefehl gegen Pete Lau erwirkt, der als Mitgründer von OnePlus und als leitender Manager bei Oppo eine zentrale Rolle in der Smartphone‑Industrie spielt. Die Ermittler werfen ihm vor, über viele Jahre hinweg Fachkräfte in Taiwan angeworben zu haben, um technisches Wissen für Unternehmen aus China zu sichern.

Die Untersuchungen zeichnen das Bild einer langfristig angelegten Struktur. Bereits Mitte der 2010er‑Jahre soll ein Netzwerk entstanden sein, das die gesetzlichen Vorgaben des Cross‑Strait‑Act umging. Dieses Gesetz schränkt geschäftliche Aktivitäten chinesischer Firmen in Taiwan stark ein. Um diese Regeln zu umgehen, soll ein Firmenkonstrukt genutzt worden sein, das die Verbindung zu den Muttergesellschaften verschleierte. Eine Umbenennung der lokalen Einheit im Jahr 2019 sollte laut Ermittlern zusätzlich für Tarnung sorgen.

Zwischen 2015 und 2021 sollen hohe Geldsummen aus Hongkong nach Taiwan geflossen sein. Offiziell handelte es sich um Einnahmen aus Forschungsprojekten. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass die Mittel ausschließlich dazu dienten, ein Team aus mehr als 70 Ingenieuren zu finanzieren. Aussagen ehemaliger Mitarbeiter deuten darauf hin, dass die Gruppe ausschließlich Software für OnePlus und Oppo entwickelte und Berichte direkt an die Zentrale in Shenzhen übermittelte.

Neben Lau stehen zwei Führungskräfte aus Taiwan im Fokus. Beide versuchen, ihre Rolle herunterzuspielen. Ein Forschungsleiter erklärte, er habe sämtliche Anweisungen direkt aus China erhalten. Die eingetragene Geschäftsführerin gab an, lediglich als formale Vertreterin fungiert zu haben, ohne tatsächliche Entscheidungsbefugnis.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Maßnahmen ein, mit denen Taiwan versucht, technologische Abwanderung zu verhindern. Die Behörden haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Unternehmen durchsucht, die im Verdacht standen, gezielt Personal abzuwerben. Auch bekannte Firmen aus der Elektronik‑ und Halbleiterbranche gerieten bereits ins Visier. Die Regierung betrachtet den Schutz von Know‑how als sicherheitspolitische Priorität.

OnePlus reagiert bislang gelassen und betont, dass der Geschäftsbetrieb normal weiterläuft. Lau selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.


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