OpenAI arbeitet an eigenem KI-Browser – Konkurrenz für Google Chrome wird härter

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Quelle: OpenAI

OpenAI bereitet laut Quellen einen neuen Schritt in Richtung Browsermarkt vor. Ein KI-gestütztes Webbrowser-Projekt soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden und die Art, wie Nutzer im Internet surfen, grundlegend verändern. Ziel ist es, eine direkte Verbindung zwischen künstlicher Intelligenz und dem Surfverhalten herzustellen — und damit auch in den lukrativen Bereich der Datennutzung vorzudringen.

Laut Angaben von drei Personen, die mit dem Projekt vertraut sind, wird das Tool in den nächsten Wochen starten. Es soll nicht nur klassische Webseiten öffnen, sondern auch viele Aufgaben direkt über eine Chat-basierte Oberfläche erledigen — ähnlich wie bei ChatGPT. Dadurch könnten manche Seiten gar nicht erst geöffnet werden müssen, was die Navigation beschleunigt und den Aufwand reduziert.

Die Entwicklung des Browsers passt zur Strategie von OpenAI, seine KI-Plattform stärker in Alltagsanwendungen zu integrieren. Das Unternehmen plant, seine Dienste sowohl im privaten als auch im Arbeitsumfeld tiefer einzubinden. Eine konkrete Umsetzung könnte sein, dass der Browser selbstständig Reisen bucht, Formulare ausfüllt oder Einkaufslisten erstellt — basierend auf dem Surfverhalten der Benutzer.

Kampf um Marktanteile: Chrome dominiert, doch die KI-Challenge kommt

Google Chrome ist bislang unangefochten führend im Browsergeschäft. Mehr als 3 Milliarden Nutzer weltweit setzen auf Googles Produkt, das rund 67 Prozent Marktanteil hält. Safari von Apple liegt deutlich dahinter mit etwa 16 Prozent. Der Erfolg von Chrome beruht unter anderem darauf, dass er wertvolle Daten sammelt, die für die Werbeausrichtung genutzt werden können.

Doch genau hier setzt OpenAI an: Mit einem KI-Agenten , der direkt in den Browser eingebettet ist, will das Unternehmen neue Wege schaffen — ohne externe Werbelinks oder Tracking-Netzwerke. Stattdessen soll die KI durch aktives Handeln auffallen, beispielsweise indem sie nach Restaurantreservierungen sucht oder automatisch Informationen zusammenfasst.

Der Browser basiert auf Chromium , der Open-Source-Basis, auf der auch Google Chrome, Microsoft Edge und Opera laufen. Laut zwei Informanten hat OpenAI aber keine Absicht, diese Plattform weiterzuentwickeln, sondern nutzt sie lediglich als technische Grundlage für eigene Anpassungen.

Ex-Google-Chefs steuern OpenAI-Kurs

Offenbar haben sich bereits ehemalige Führungskräfte von Google dem Projekt angenommen. Zwei langjährige Vizepräsidenten des Suchriesen, die einst am Aufbau von Chrome beteiligt waren, wechselten im vergangenen Jahr zu OpenAI. Sie bringen wertvolle Erfahrung mit — nicht zuletzt auch Kenntnis über die Schwachstellen der aktuellen Browserlandschaft.

Bereits im April gab ein leitender Vertreter von OpenAI vor Gericht zu, dass man Chrome erwerben würde, sollte Alphabet den Browser jemals verkaufen müssen – ein Szenario, das durch laufende Klagen des US-Justizministeriums gegen Google immer wahrscheinlicher erscheint. Die Justiz wirft Google vor, mit Chrome und seiner Standard-Suchmaschine einen unlauteren Wettbewerbsvorteil zu nutzen.

OpenAI selbst sieht sich jedoch nicht mehr nur als Software-Anbieter. Mit der Übernahme des Startups io im Wert von 6,5 Milliarden US-Dollar zeigte das Unternehmen bereits Interesse an der Hardwarewelt. Der Schritt ins Browsergeschäft ist folglich logisch: Nur so kann man die Kontrolle über die gesamte Nutzererfahrung behalten.

Von Plug-ins zum eigenständigen System

Einige Analysten fragen sich, warum OpenAI nicht einfach eine KI-Erweiterung für bestehende Browser entwickelt. Eine Antwort gibt einer der Insider: „Es geht um Datenzugriff und Steuerung . Plug-ins reichen nicht aus, wenn man wirklich alle Funktionen optimal nutzen will.“

Das bedeutet konkret: Je tiefer die Integration, desto mehr Daten lassen sich analysieren — und desto präziser können KI-Funktionen reagieren. Dieses Prinzip ist aus Tools wie Gemini Live oder Circle to Search bekannt, die ebenfalls auf eng verknüpften Systemen arbeiten.

Neben Perplexity, Brave und The Browser Company drängt auch Apple mit Safari Intelligence auf den Markt. Alle bieten ähnliche Lösungen, die Inhalte automatisiert zusammenfassen, Empfehlungen geben oder sogar per Spracheingabe gesteuert werden können.

Eines ist klar: Die Zeit der reinen Suchmaschinen geht zu Ende. Der Kampf um den intelligenten Browser hat begonnen.


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