Samsung Galaxy S26 Ultra: KI-Trick soll Kamera-Reflexionen tilgen

Rückseite der Samsung Galaxy S26-Serie in der Farbe Cobalt Violet
Quelle: Samsung
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Wer nachts mit dem Smartphone fotografiert, kennt das Elend mit Straßenlaternen und Scheinwerfern: Linsenreflexionen zerschießen das halbe Bild. Bei Samsungs Ultra-Reihe begleiten uns diese lästigen Lens Flares schon seit Generationen. Ein neuer Bericht von PhoneArena enthüllt jetzt, dass der Hersteller bei der kommenden Generation auf eine ungewöhnliche Lösung setzt. Statt das Problem rein mechanisch zu lösen, testet Samsung derzeit einen KI-Algorithmus, der Linsenreflexionen im Post-Processing nachträglich aus den Aufnahmen herausrechnet.

Ein durchgesickerter Prototyp zeigt überraschend saubere Ergebnisse. Die Software erkennt störende Halo-Effekte und blendet sie nahezu spurlos aus, ohne die eigentliche Lichtquelle zu verfälschen. Ob dieser KI-Filter jedoch der Weisheit letzter Schluss ist oder nur ein Pflaster auf einer optischen Schwachstelle, bleibt eine offene Frage.

Hardware-Grenzen erreicht: Warum Physik an Glas scheitert

Smartphones sind Wunderwerke der Miniaturisierung, stoßen aber genau deshalb an physikalische Grenzen. In einem modernen Kameramodul stapeln Ingenieure 6 bis 8 Linsenelemente auf engstem Raum. Fällt hartes Licht seitlich oder direkt auf das Objektiv, bricht es sich zwischen diesen Gläsern und spiegelt sich an den Halterungen. Das Resultat sind grüne Punkte, helle Schleier oder störende Lichtstrahlen im Bild.

Samsung versuchte in der Vergangenheit mehrfach, dem Phänomen mit spezialisierten Beschichtungen beizukommen. Auch bei den lichtstärkeren Blenden des Galaxy S26 Ultra steht das Problem im Raum. Für die Nachfolge-Generation Galaxy S27 Ultra pfeifen die Spatzen bereits den Einsatz von matten Tintenbeschichtungen von den Dächern. Doch Hardware-Anpassungen sind teuer, benötigen Platz und lösen das Problem bei extremem Gegenlicht selten zu 100 Prozent.

Mustererkennung statt Neu-Linsung: Wie die KI Artefakte jagt

Die nun getestete Software geht den umgekehrten Weg. Anstatt das Licht vor dem Auftreffen auf den Sensor zu filtern, säubert der Algorithmus die Datei im Bildsignalprozessor (ISP). Die zugrundeliegenden neuronalen Netze wurden mit Tausenden Bildpaaren geschult – jeweils einer Aufnahme mit starken Linsenreflexionen und einer identischen, bereinigten Referenz.

Durch dieses Training lernt das System die spezifischen Farbkurven und geometrischen Formen von Lens Flares kennen. In Kombination mit dem neuen KI-Kamerasystem des Galaxy S26 unterscheidet die Software zielgenau zwischen gewollten Lichtstimmungen und unerwünschten Reflexionsartefakten. Aufnahmen bei Konzerten, Nachtaufnahmen in der Innenstadt oder Sonnenuntergänge profitieren direkt von der automatischen Retusche.

Symptombekämpfung: Ein gefährlicher Präzedenzfall für die Fotografie

Die Kehrseite der Medaille liegt auf der Hand. Wenn Hersteller beginnen, optische Mängel der Hardware starr über Algorithmen wegzuzaubern, leidet die Authentizität der Fotografie. Ein zu aggressiver Filter riskiert, feine Details in der Nähe von Lichtquellen zu verschlucken oder stimmungsvolle Blendenflecke zu löschen, die vom Fotografen als stilistisches Mittel beabsichtigt waren.

Entscheidend wird sein, wie Samsung die Funktion in das Betriebssystem integriert. Eine Pflichtschaltung im Hintergrund dürfte bei Foto-Enthusiasten für Frust sorgen. Sinnvoller wäre ein manueller Schalter innerhalb der Camera-Assistant-Optionen unter One UI 8.5. So behalten Nutzer die Wahl, ob sie ein perfektes, gecleantes Bild oder die rohe optische Realität bevorzugen.

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