Galaxy S27+: Samsung streicht UWB-Chip aus dem Plus-Modell

Renderbild der Vorder- und Rückseite des kommenden Samsung Galaxy S27
Quelle: @OnLeaks
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Ein offizielles Zertifizierungsdokument der chinesischen Behörde MIIT legt Samsungs Rotstift für die nächste Smartphone-Generation schonungslos offen: Ausgerechnet beim Galaxy S27+ fehlt jede Spur vom Ultra-Wideband-Chip. Während das Basismodell seit jeher ohne Nahfunk-Ortung auskommen muss, trifft dieser Schritt Käufer des Plus-Modells völlig unerwartet. Wer 2027 über 1.000 Euro investiert, wird auf veraltete Ortungstechnik zurückgeworfen.

Sechs Jahre Standard: Samsungs Bruch mit dem Plus-Modell

Seit dem Galaxy S21+ aus dem Jahr 2021 gehörte UWB zur festen Grundausstattung der größeren Gehäusevariante. Dass Samsung diesen Standard jetzt nach sechs Modellgenerationen ersatzlos streicht, ist eine herbe Enttäuschung für Bestandskunden. Die Behördeneinträge wiegen schwer, denn die Bauteilefertigung für vier Galaxy S27-Modelle läuft in den Zulieferbetrieben bereits auf Hochtouren.

Die Dokumente zeigen eine unmissverständliche Zweiteilung des Portfolios. Das Flaggschiff Galaxy S27 Ultra und das neue Galaxy S27 Pro tragen das offizielle UWB-Prüfsiegel der Behörde. Das reguläre Galaxy S27 und das Galaxy S27+ tauchen dagegen ohne die erforderlichen Frequenzeinträge auf. Wer bisher zum Plus-Gerät griff, um ein großes Display mit vollwertiger Konnektivität zu kombinieren, steht vor vollendeten Tatsachen.

Der Schritt wirkt umso widersinniger, wenn man Samsungs bisherige Hardware-Strategie betrachtet. Erst vor kurzem verbaute der Hersteller Ultra-Wideband sogar im kompakten Galaxy Z Flip 7, um die Falt-Reihe technisch aufzuwerten. Ein etabliertes Plus-Modell jetzt auf das Niveau eines Einsteiger-Flaggschiffs abzustufen, bricht mit dieser Produktlogik.

Künstliche Kluft: Das Plus-Modell wird degradiert

Hinter der Entscheidung steht kein Versehen, sondern gezieltes Up-Selling. Wir sehen bereits an anderen Stellen, wie Samsung die Modellreihen künstlich auseinanderdividiert: Schon die Zweiklassen-Ausstattung beim Galaxy S27 mit unterschiedlichen Display-Panels und Speicherstandards zielt darauf ab, die Margen bei den Einstiegsmodellen zu sichern. Das Plus-Modell verliert damit schrittweise seine Eigenständigkeit.

Mit dem neuen Galaxy S27 Pro schiebt Samsung einen zusätzlichen Keil in die Modellpalette. Wer ein Smartphone unterhalb der wuchtigen Ultra-Klasse mit lückenloser Nahfunk-Ausstattung sucht, wird unweigerlich zum Pro-Modell gedrängt. Das Galaxy S27+ wird auf ein bloßes Display-Upgrade des Basisgeräts reduziert. Ein größerer Akku und mehr Bildschirmfläche reichen aber nicht aus, um einen saftigen Aufpreis ohne vollwertige Konnektivität zu rechtfertigen.

Diese aggressive Differenzierung spiegelt die generelle Hackordnung der Baureihe wider. Während das Galaxy S27 Ultra weltweit auf Snapdragon-Chips setzt und Spitzenleistung garantiert, müssen die günstigeren Schwestermodelle mit empfindlichen Kompromissen leben. Für Käufer bedeutet das: Wer nicht zur absoluten Spitze greift, bekommt Premium-Preise bei beschnittener Hardware.

Bluetooth und NFC: Der spürbare Rückschritt im Alltag

Ultra-Wideband ist kein Datenblatt-Gimmick für Technik-Freaks, sondern steuert fundamentale Komfortfunktionen. Über präzise Signallaufzeiten im Frequenzbereich von 3,1 bis 10,6 GHz berechnet der Chip Abstände zentimetergenau. Fällt dieser Baustein weg, verliert der Galaxy SmartTag2 seine beste Funktion: die zielgerichtete Kompass-Suche mit visueller Augmented-Reality-Führung im Raum.

Ohne UWB bleibt Nutzern lediglich die Annäherung über Bluetooth 6.0. Das genügt, um festzustellen, ob ein Schlüsselbund im Zimmer liegt – aber nicht, ob er zwischen den Sofakissen oder im Rucksack steckt. Die Richtungsortung entfällt komplett. Das Smartphone piepst zwar, führt den Nutzer aber nicht mehr zielsicher zum Gegenstand.

Noch deutlicher zeigt sich der Mangel am Auto. Nach den Richtlinien des Car Connectivity Consortium ermöglicht UWB das passive Entriegeln: Das Fahrzeug erkennt das Telefon in der Hosentasche und öffnet die Türen beim Herantreten automatisch. Ohne UWB bleibt als Notnagel nur NFC. Nutzer müssen das Galaxy S27+ aktiv aus der Tasche kramen und direkt an den Türgriff halten. Genau solche alltäglichen Reibungspunkte entwerten ein modernes Oberklasse-Smartphone nachhaltig.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert