Samsung Galaxy Tab S12: Specs sind da, kaum Neues für sehr viel Geld

Wenn ich mir die geleakten Datenblätter der kommenden Samsung Galaxy Tab S12-Serie anschaue, macht sich Ernüchterung breit: Statt echter Innovationen serviert uns der Marktführer verfeinerte Modellpflege zu saftigen Aufpreisen. Die Zeiten der dreiköpfigen Tablet-Familie sind vorerst vorbei, denn Samsung streicht das reguläre Einstiegsmodell ohne Namenszusatz ersatzlos und bringt nach einer Pause das Plus-Modell zurück. Das Ergebnis ist eine Aufstellung, die preislich erst im vierstelligen Bereich beginnt und bei den technischen Spezifikationen erstaunlich konservativ bleibt. Wer auf spektakuläre Sprünge bei Display, Kamera oder Ladeleistung gehofft hat, wird enttäuscht.
MediaTek Dimensity 9500 übernimmt das Kommando
Die gravierendste Veränderung findet im Inneren des Aluminiumgehäuses statt. Samsung verbaut sowohl im Galaxy Tab S12+ als auch im Flaggschiff Galaxy Tab S12 Ultra durchgehend den MediaTek Dimensity 9500 (MT6993). Der im modernen 3-Nanometer-Verfahren gefertigte Prozessor kombiniert eine achtkernige CPU mit bis zu 4,21 GHz Taktrate und eine leistungsstarke 12-kernige Grafikeinheit. Dass Samsung beim Galaxy Tab S12 auf den MediaTek Dimensity 9500 setzt, unterstreicht den endgültigen Wandel in Samsungs Chip-Strategie. Der taiwanische Halbleiterhersteller hat sich im High-End-Segment festgebissen und verdrängt reine Snapdragon-Bestückungen schrittweise aus den Top-Tablets.
Beide Modellvarianten erhalten in der Basiskonfiguration 12 GB RAM sowie wahlweise 256 GB oder 512 GB schnellen UFS-4.0-Speicher. Wer noch mehr Arbeitsspeicher verlangt, muss zwingend zum Tab S12 Ultra greifen, das exklusiv in einer Speichervariante mit 16 GB RAM und 1 TB Flash-Speicher angeboten wird. Ein echter Lichtblick im Alltag bleibt die Erweiterbarkeit: Ein physischer Steckplatz für MicroSD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 2 TB ist bei beiden Geräten an Bord.
Das Basismodell fliegt raus, der Preis schnellt nach oben
Wer gehofft hatte, ein gewohnt kompaktes Premium-Tablet im dreistelligen Preisbereich abzugreifen, sieht sich einer bitteren Preisrealität gegenüber. Das Portfolio startet zur offiziellen Markteinführung am 7. Oktober 2026 erst ab 1.299 Euro für das Galaxy Tab S12+. Für das gigantische Galaxy Tab S12 Ultra verlangt Samsung sogar mindestens 1.539 Euro. Wer abseits von WLAN-Netzen unterwegs sein möchte, zahlt für das optionale 5G-Modem bei beiden Modellen einen pauschalen Aufpreis von 200 Euro. Farbtechnisch beschränkt sich der Hersteller auf die gewohnten Optionen Grau und Silber.
Softwareseitig sind die Tablets direkt auf dem neusten Stand. Pünktlich zum Start der aktuellen Samsung-Update-Welle für One UI 9 und Android 17 werden beide Modelle ab Werk mit der neuen Benutzeroberfläche ausgeliefert. Das garantiert zwar langfristige Software-Unterstützung und aktuelle KI-Funktionen, rechtfertigt den hohen Einstiegspreis ohne nennenswerte Hardware-Revolutionen jedoch nur bedingt.
Minimaler Akku-Gewinn bei altbekanntem Ladstempo
Auch bei den Bildschirm-Diagonalen setzt Samsung auf bewährte Kost. Das Galaxy Tab S12+ verfügt über ein 12,6 Zoll großes 2X Dynamic AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 2800 x 1752 Pixeln und einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Der präzise S Pen gehört weiterhin zum Standard-Lieferumfang. Mit einem Gesamtgewicht von 555 Gramm fällt das Plus-Modell spürbar leichter aus als der direkte Vorgänger, was die Handhabung im Alltag erleichtert. Beim Galaxy Tab S12 Ultra erstreckt sich die gewaltige Anzeige wieder auf 14,6 Zoll bei 2960 x 1848 Pixeln und 693 Gramm Gewicht. Für die akustische Untermalung verbaut Samsung beim Ultra-Modell vier Lautsprecher für räumlichen Klang, während das Tab S12+ mit zwei Stereolautsprechern auskommen muss. Beide Gehäuse sind nach IP68 zertifiziert und somit vor Wasser sowie Staub geschützt.
Beim Energiespeicher zeigt sich die Zurückhaltung der Entwickler besonders deutlich. Der Akku des Tab S12+ erfährt ein leichtes Upgrade auf 10.600 mAh, wohingegen der Stromspeicher des Tab S12 Ultra bei unveränderten 11.600 mAh verharrt. Beide Gerätegrößen werden weiterhin mit maximal 45 Watt über Kabel geladen. Schon beim Galaxy Tab S11 Ultra war die 45-Watt-Grenze ein berechtigter Kritikpunkt der Community, da das Aufladen der riesigen Akkus entsprechend Geduld erfordert.
Bei den Kamera-Modulen spart sich Samsung ebenfalls grundlegende Experimente: Beide Modelle setzen auf eine 13-Megapixel-Hauptkamera sowie eine 12-Megapixel-Frontkamera mit breitem Sichtfeld für Videokonferenzen. Lediglich das Ultra-Modell spendiert der Rückseite eine zusätzliche 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Videoaufnahmen gelingen maximal in 4K mit 60 FPS. Am Ende bleibt das Gefühl, dass Samsung die Messlatte für Neuanschaffungen verdammt hoch ansetzt, ohne dem Kunden echte technische Gegenwerte zu bieten.
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