Tesla unter Druck: Droht die komplette Schließung der Gigafactory Berlin?

Tesla Modellpalette 2024
Quelle: Tesla, Inc.

Teslas deutscher Produktionsstandort erlebt eine Phase, die seine langfristige Existenz infrage stellt. Neue Verkaufszahlen für 2025 zeigen einen drastischen Rückgang der europäischen Nachfrage. Das Unternehmen setzt inzwischen weniger Fahrzeuge ab als im Jahr 2022 – also zu einem Zeitpunkt, an dem die Fabrik in Grünheide noch nicht einmal vollständig ausgelastet war. Damit verliert das Werk seine wirtschaftliche Grundlage.

Die ursprüngliche Idee hinter der lokalen Fertigung war klar: geringere Transportkosten, weniger Abhängigkeit von Importen und Vorteile bei Zöllen. Dieses Modell funktioniert jedoch nur, wenn genügend Fahrzeuge verkauft werden. Da die Nachfrage in Europa inzwischen unter das Niveau der Vor‑Gigafactory‑Zeit gefallen ist, verliert der Standort seine strategische Bedeutung. Die Produktion in Brandenburg hat Teslas Position auf dem Kontinent kaum gestärkt.

Parallel dazu verschärfen sich interne Konflikte. Vor den anstehenden Betriebsratswahlen warnt Werkleiter André Thierig vor möglichen Konsequenzen, sollte die IG Metall mehr Einfluss gewinnen. Medienberichten zufolge stellt das Management sogar weitere Investitionen infrage, falls die Gewerkschaft die Wahl für sich entscheidet. Thierig verweist zudem auf eine geringere Produktivität im Vergleich zu Werken in den USA und China und deutet an, dass Tesla andere Standorte bevorzugen könnte.

Die Kombination aus schwacher Nachfrage und wachsendem Druck im Werk sorgt für erhebliche Unsicherheit. Beobachter fragen sich zunehmend, ob Tesla einen Rückzug aus Deutschland vorbereitet. Die kommenden Wochen rund um die Betriebsratswahl dürften entscheidend dafür sein, wie es mit der Gigafactory Berlin weitergeht.


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12 Kommentare

  1. Diese erwähnten „Beobachter“,…. sind das auch solche „Experten“, wie die, die zur Corona-Zeit die Menschen in die Nadel getrieben haben??? Kommen die zufällig aus dem rückläufigen deutschen Premium-Auto-Lager! Ich frage für einen Freund….!

    P.S.: Außerdem ist Tesla schon seit Jahren Pleite, wegen Produktions-Hölle und so…. 😉

    1. rein wirtschaftlich ist Tesla ein Nischenhersteller mit nicht gerade großen Herstellungszahlen, der Rest ist eine Blase, in der Elon Musk seinen Aktionären seit nunmehr 10 Jahren das Blaue vom Himmel verspricht. Ja, Tesla hat zum Wandel hin zum E-auto gesorgt, danach kam aber nur noch heiße Luft und Versprechungen, die nicht gehalten wurden. Was man Elon Musk aber nicht vorwerfen kann, dass er seit Jahren Versprechungen macht und die Aktionäre es nicht sehen wollen, dass es nur Versprechungen sind. Denn nicht umsonst gibt es ja den Satz zu ihm :“Wie ich mich zu 1 Billion Dollar log“ – seine anderen Unternehmen, außer Starlink, sind jetzt auch nicht gerade so umwerfend erfolgreich, SpaceX muss in den USA nun erneut sich den Ausschreibungen stellen für die nächsten Weltraum-Missionen, da die letzten 3 Starts allesamt in die Hose gegangen sind und die Raketen explodierten

  2. So ein Blödsinn. Model Y das meist verkaufte Auto letzten Jahres (Weltweit, oder 2. platziert). Berlin beliefert weltweit, auftragsbezogen ausgelastet. Wir warten 5 Monate auf unser MY. In einigen europäischen Ländern noch immer das meist verkaufte Auto. Was einige auch immer wieder vergessen das zu Anfang 2025 einige Wochen Berlin wegen umbauten stillstand. Einfach mal bei Tesla schauen wie die Auslieferungdaten sind. Ja, Musk hat dazu beigetragen das in einigen Ländern weniger verkauft wird wegen seiner politischen Einstellung aber von einer Schließung kann gar nicht die Rede sein.

  3. Tesla liefert Fahrzeuge auf den kanadischen Markt hauptsächlich aus der europäischen Gigafactory Berlin in Deutschland, insbesondere das Model Y, um die Zölle und Handelsbarrieren zwischen den USA und Kanada zu umgehen.

  4. es ist das übliche Ritual eines versagenden Managements: läuft die Bude nicht, erfindet man „entscheidende Phasen“, die zur Schließung des Standorts beitragen, hie die Betriebsratswahlen und einen möglichen wachsenden Einfluss der IG Metall. Im Kern geht es aber darum, den Mitarbeitern zu sagen: „Fresse halten und arbeiten, wir bestimmen hier! Mitbestimmen könnt ihr zu Hause. mangelnde Qualität, die exorbitante Fluktuation, niedrige Produktivität sind der Ausdruck von Versagens des Managements. was für Looser!

      1. Weil der Artikel oberflächlich ist und clicks produzieren soll. Es wird für mehr als 30 Märkte produziert. Die installierte Kapazität entspricht nicht der Produktion um Überproduktionen in einem volatilen Marktumfeld zu vermeiden. Voraussichtlich kommt eine Batteriefertigung und LKW Produktion – sofern der prognostizierte Absatz und Produktivität positiv ist und bleibt. Der Artikel beschreibt wie viele andere eine undifferenzierte Sicht zur Gewerkschaft. Wenn es so schlimm bei Tesla ist, weshalb gibt es keine Massenkündigungen? Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen oder Sparprogramme wie bei den anderen OEMs. Kommt die 35 Std.Woche und ähnliches, sinkt die Produktivität ggü. dem Wettbewerb und auch zu den anderen Teslafabriken. Somit ggf. auch zukünftige Investmententscheidungen.

          1. EU und Nicht-EU: UK, Norwegen, Schweiz, Island, Kanada, Taiwan, VAE, Jordanien, Katar und Saudi-Arabien

          2. Meinst Du nicht, dass Taiwan, VAE, Jordanien, Katar & Saudi-Arabien von der chinesischen Fabrik beliefert werden kann, Kanada bekommt aus den USA die Autos, und dann bleiben noch die paar Modelle übrig, die in Europa noch verkauft werden, von den anderen Fabriken locker aufgefangen werden können?

          3. Also Taiwan kann sicher schon mal nicht von der Fabrik aus Shanghai beliefert werden, weil da hohe Zölle anfallen würden und bekanntermaßen die Chinesen mit Taiwan eh nicht gut können – die Lieferung aus Europa ist hier der einzige Weg, wenn nicht aus den USA beliefert wird. Bei Lieferung nach Kanada analog das Gleiche – und aus den USA sind dort aktuell auch hohe Zölle drauf.

            Es ist in jedem Fall so, dass die Giga Berlin nicht nur die EU beliefert und auch ständig neue Märkte dazukommen, in die Tesla expandiert.

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