VW ID. Polo in ersten Tests: Viel Platz, echte Tasten und Frontantrieb

Volkswagen bringt den ID. Polo auf die Straße. Das Ziel lautet: Elektromobilität für unter 25.000 Euro massentauglich machen. Das Auto bricht mit einigen Fehlentscheidungen der jüngeren Vergangenheit und besinnt sich auf alte Stärken. Der erste Eindruck nach der Testfahrt zeigt ein grundsolides Fahrzeug. Besonders die Bedienung und die Software machen einen massiven Sprung nach vorn.
Der ID. Polo misst kompakte 4,05 Meter in der Länge. Trotzdem schlägt das Platzangebot im Innenraum sogar den längeren ID.3. Ein Radstand von 2,60 Metern und extrem kurze Überhänge machen das möglich. Der Kofferraum schluckt beachtliche 435 Liter. Das sind 55 Liter mehr als beim großen Bruder. Eine tiefe Ladeebene erleichtert das Verstauen von großen Gegenständen. Wer Anhänger zieht, freut sich über 1.200 Kilogramm Anhängelast und 75 Kilogramm Stützlast für schwere E-Bikes. Einen Frunk unter der Fronthaube suchst du allerdings vergeblich. Dort sitzt nun die Antriebstechnik.
VW setzt beim ID. Polo erstmals auf einen reinen Frontantrieb. Der neue APP290-Motor liefert 290 Newtonmeter Drehmoment. Du hast die Wahl zwischen zwei verschiedenen Batteriegrößen:
- 37 kWh LFP-Akku: Lädt mit bis zu 90 kW am Schnelllader. Diese Version liefert wahlweise 116 oder 135 PS.
- 52 kWh NMC-Akku: Lädt in knapp über 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Der Motor leistet hier 211 PS. Das kommende GTI-Modell kratzt sogar an der 226-PS-Marke.
Die WLTP-Reichweite klettert beim großen Akku auf bis zu 450 Kilometer. Erste Testfahrten bescheinigen dem Antrieb eine hohe Effizienz. Der Bordcomputer zeigte bei flotter Fahrweise einen Verbrauch von rund 14,9 kWh auf 100 Kilometern.
Im Cockpit hört VW endlich auf das laute Kundenfeedback. Die ungeliebten Touch-Slider auf dem Lenkrad fliegen komplett raus. Mechanische Tasten feiern ihr verdientes Comeback. Du steuerst die Außenspiegel wieder über einen klassischen Drehregler. Auch die vier separaten Tasten für die elektrischen Fensterheber kehren in die Türen zurück. Ein optionaler Retro-Tacho bringt den Look alter Golf-Generationen in das digitale Display. Die Menüführung reagiert flüssig, die Ladeplanung arbeitet präzise und filtert Ladestationen logisch.
Auf der Straße punktet der ID. Polo mit einem souveränen Fahrwerk. Er federt harte Unebenheiten sauber weg und liegt ruhig in schnellen Kurven. Der Frontantrieb zieht den Wagen präzise aus dem Scheitelpunkt. Die Abrollgeräusche bleiben minimal. Du spürst deutlich den qualitativen Unterschied zu günstigeren Konkurrenten. Optional bietet VW Oberklasse-Features wie Matrix-LED-Scheinwerfer und pneumatische Massagesitze an. Ein teures adaptives DCC-Fahrwerk gibt es für den Standard-Polo ganz bewusst nicht. Das kompakte Auto braucht es schlichtweg nicht.
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