VWs Software-Revolution startet in China: Zonale Architektur spart 30% Steuergeräte

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Quelle: Volkswagen AG

Volkswagen wagt den radikalen Bruch mit der Vergangenheit und startet in China die Serienproduktion der neuen „China Electronic Architecture“. Diese Plattform markiert den Beginn des sogenannten „Software-Defined-Vehicle“ bei VW. Technisch verabschieden sich die Wolfsburger damit vom alten Chaos aus unzähligen Steuergeräten und Kabelsträngen. Stattdessen setzt man auf eine zonale Architektur, die die Anzahl der Steuergeräte um satte 30 Prozent reduziert. Das spart Gewicht, Komplexität und vor allem Geld. Durch die lokale Entwicklung und clevere Partnerschaften wie mit Xpeng senkt VW die Kosten vor Ort um bis zu 50 Prozent.

Die Entwicklung verlief dabei im Rekordtempo. Nur 18 Monate brauchte das Team, um die Plattform auf die Straße zu bringen – ein Wert, von dem Cariad in Deutschland bisher nur träumen konnte. Die Software-Tochter spielt hier nur noch eine unterstützende Rolle, während lizenzierte Technologien von Xpeng das Fundament liefern. Das Prinzip ähnelt einem Baukasten: Die Basis ist skalierbar und funktioniert im kommenden Kleinwagen ID.1 genauso wie in einem zukünftigen elektrischen Touareg. Updates kommen wie beim Smartphone „Over-the-Air“, was die Fahrzeuge theoretisch über Jahre frisch hält.

Für uns im Westen ist das ein spannender Blick in die Glaskugel. Die Zusammenarbeit mit dem US-Partner Rivian soll ab 2027 ähnliche Strukturen nach Europa bringen, auch wenn es dort aktuell wohl etwas knirscht. Die neue Architektur birgt aber auch Risiken. Die Reparatur in Eigenregie wird deutlich komplexer, und der Hersteller behält mehr Kontrolle über das Fahrzeug als je zuvor. Zudem muss VW beim Infotainment dringend liefern. Die Kritik an der aktuellen Bedienung reißt nicht ab. Ob der ID.1 hier endlich die erhoffte Wende bringt, bleibt abzuwarten.


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