Xiaomi 18 Pro: Riesen-Akku trifft auf teures Bloatware-Problem

Xiaomi bricht eine nervige Tradition und bringt das Xiaomi 18 Pro samt Xiaomi 18 Pro Max endlich nach Deutschland. Der chinesische Hersteller packt mächtige Hardware in die Gehäuse und verlangt dafür saftige Preise. Mich freut der Vorstoß nach Europa, doch das Datenblatt offenbart eine altbekannte Schwäche, die in dieser Preisklasse schlicht nicht mehr verzeihbar ist.
Jahrelang ließ uns der Konzern bei den echten Pro-Modellen zappeln, während beim Vorgänger nur das Xiaomi 17 Ultra den Weg nach Europa fand. Mit der neuen Generation dreht Xiaomi das Rad zurück. Das Xiaomi 18 Pro startet offiziell im deutschen Handel und bringt genau die Eigenheiten mit, die hierzulande bisher fehlten.
Kamera-Ansage mit 200 Megapixel und zweitem Display
Das auffälligste Merkmal sitzt auf der Rückseite. Neben dem Hauptbildschirm verbaut der Hersteller ein zweites Display mit 2,7 Zoll Diagonale beim Pro-Modell sowie 2,9 Zoll bei der Max-Ausführung. Dieses Zusatzfeld dient längst nicht mehr nur als einfacher Sucher für Selfies, sondern übernimmt eigenständige Aufgaben im Alltag.
Bei der Kamera-Ausstattung setzt Xiaomi schlicht eine verdammt harte Ansage an die Konkurrenz. Gleich zwei Sensoren auf der Rückseite lösen mit satten 200 MP auf. Neben dem primären Weitwinkel nutzt auch die dreifache Telekamera diesen extrem hochauflösenden Sensor, während für den Ultra-Weitwinkel ein Sensor mit 50 MP bereitsteht. Das ist eine Ansage, an der sich Apple und Google im laufenden Modelljahr messen lassen müssen.
Auch beim eigentlichen Bildschirm führt Xiaomi eine Funktion ein, die der Markt bisher nur von der Konkurrenz kannte. Ein integrierter Privacy-Screen verhindert auf Wunsch das seitliche Mitlesen von Bankdaten oder privaten Nachrichten. Das Display wird unlesbar, sobald man nicht mehr exakt zentral auf die Diagonale von 6,4 Zoll beziehungsweise 6,9 Zoll blickt. Samsung hatte diese Display-Technik erst kurz zuvor im Galaxy S26 Ultra gezeigt, nun zieht China ohne Verzögerung nach.
Kohlenstoff-Akkus bringen Ausdauer, doch die EU drosselt
Auffällig fällt der Blick auf die verbauten Energiespeicher aus. Xiaomi setzt flächendeckend auf eine neuartige Kohlenstoff-Technologie, die spürbar höhere Energiedichten auf engstem Raum erlaubt. In China schickt der Hersteller das Xiaomi 18 Pro mit einem Speicher von unglaublichen 8.500 mAh ins Rennen, während beim Xiaomi 17 Pro noch 7.000 mAh verbaut waren.
Dass die Chinesen beim Energiespeicher keine Gefangenen machen, zeigte sich bereits beim Xiaomi 15 Pro mit seinen 6.100 mAh, doch die neue Kohlenstoff-Bauweise setzt nochmal eine Schippe drauf. Wer allerdings hofft, diese extremen Kapazitäten eins zu eins in europäischen Datenblättern zu finden, wird enttäuscht.
Strenge Import-Regularien und Sicherheitsvorgaben der Europäischen Union erzwingen Anpassungen bei der Chemiezusammensetzung. Die für Deutschland vorgesehenen Varianten specken ab, bieten aber mit über 6.000 mAh beim Pro und mehr als 7.000 mAh beim Max noch immer deutlich mehr Ausdauer als die versammelte US-Konkurrenz. Das ist für vielreisende Nutzer ein echter Gewinn, selbst wenn der Kehrseite-Effekt der EU-Bürokratie nervt.
Qualcomm-Power und saftige Preise: Wo die Software nervt
Für die nötige Rechenleistung sorgen Top-Prozessoren aus dem Hause Qualcomm. Je nach Modell stecken der Snapdragon 8 Elite Gen 6 oder die noch höher getaktete Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 Variante im Gehäuse. Kombiniert mit wahlweise 12 GB oder 16 GB RAM sowie schnellem UFS 4.1 Speicher mit 256 GB, 512 GB oder 1 TB zeigt das Datenblatt keine Schwächen.
Diese Rechenpower schlägt sich allerdings direkt im Geldbeutel nieder. Die Preise für den europäischen Markt werden klar über der Schwelle von 1.000 Euro liegen. Und genau an diesem Punkt beginnt mein zentraler Kritikpunkt am Gesamtpaket. Bei vierstelligen Beträgen erwarte ich ein Produkt, das in sämtlichen Disziplinen ohne Wenn und Aber abliefert.
Das größte Sorgenkind bleibt für mich schlicht die Software. Xiaomi liefert sein Flaggschiff weiterhin mit einer extrem stark angepassten Android-Oberfläche aus, die ab Werk mit einer Vielzahl vorinstallierter Drittanbieter-Apps vollgestopft ist. Während man solch störende Bloatware bei Mittelklasse-Geräten für 300 Euro zähneknirschend hinnehmen kann, ist sie in der absoluten Luxusklasse schlicht Quatsch.
So sehr man Hersteller-Strategien wie kostenlose Akku-Upgrades für Altgeräte loben kann – wer vierstellige Beträge fordert, muss dem Kunden ein sauberes System liefern. Es bleibt das absehbar größte Hindernis für den echten Erfolg in Deutschland.
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…naja…ich habe lieber ein paar Apps die ich deinstallieren kann, wenn ich will und dafür ne gute Hardware Preis/Leistung…steht für mich in keinem direktem Zusammenhang