Xiaomi SU7: Vom Hype zum Realitätscheck – wie Chinas Elektroauto-Flipping-Markt zusammenbrach

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Quelle: Xiaomi

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Als Xiaomi sein erstes Elektroauto, den SU7, vorstellte, erinnerte der Verkaufsstart eher an den Launch eines neuen Smartphones als an die Präsentation eines Fahrzeugs. Begeisterte Käufer reservierten das Modell in Scharen – viele allerdings nicht, um es tatsächlich zu fahren, sondern um mit ihren Vorbestellungen Gewinne zu erzielen. Kurzzeitig funktionierte dieses Geschäftsmodell: Reservierungen wechselten für Aufpreise von über 10.000 Yuan (rund 1.200 Euro) den Besitzer. Doch der anfängliche Goldrausch ist vorbei. Inzwischen zahlen Händler für eine Rücknahme der Reservierung nur noch etwa 1.500 Yuan (ca. 180 Euro).

Vor wenigen Monaten herrschte rund um den SU7, besonders das Modell YU7, noch Ausnahmezustand. Xiaomi meldete 240.000 Bestellungen innerhalb von 18 Stunden – ein Rekord selbst für den umkämpften chinesischen E-Auto-Markt. Manche Käufer wollten nicht auf die reguläre Auslieferung warten und kauften über Zwischenhändler vorgezogene Bestellplätze. Diese wechselten zeitweise für Summen zwischen 3.000 und 20.000 Yuan (ca. 360 bis 2.400 Euro) den Besitzer. Wer die übliche Anzahlung von 5.000 Yuan (etwa 600 Euro) geleistet hatte, sieht sich nun mit deutlichen Verlusten konfrontiert.

Mehrere Faktoren führten zum Einbruch dieses spekulativen Marktes. Zunächst war das Angebot an Weiterverkäufern schlicht zu groß. Immer mehr Menschen versuchten, ihre Reservierungen gewinnbringend abzugeben, wodurch der Markt übersättigt wurde. Statt Aufschlägen mussten Verkäufer bald Preisnachlässe von mehreren Tausend Yuan anbieten, um überhaupt Interessenten zu finden.

Zudem verzögerten sich die Lieferungen erheblich. Einige Varianten des YU7 sollen erst nach fast einem Jahr ausgeliefert werden. Für viele Käufer verlor der Weiterverkauf dadurch seinen Reiz – wer ohnehin monatelang warten muss, kann auch direkt beim Hersteller bestellen.

Ein weiterer Dämpfer kam durch Sicherheitsbedenken. Nach einem Unfall in Chengdu, bei dem ein SU7 Feuer fing und die elektronischen Türen Berichten zufolge nicht geöffnet werden konnten, wuchs die Skepsis gegenüber dem Fahrzeugdesign. Diese Vorfälle belasteten das öffentliche Vertrauen und machten viele potenzielle Käufer vorsichtiger.

Trotzdem bleibt das Interesse an Xiaomis Elektroautos ungebrochen. Gebrauchte SU7-Modelle mit geringer Laufleistung erzielen weiterhin rund 10.000 Yuan über dem ursprünglichen Verkaufspreis. Das zeigt: Die Fahrzeuge selbst sind gefragt – nur die Spekulation mit Bestellungen hat sich als riskant erwiesen.

Für Xiaomi ist das Ende des Hypes kein Rückschlag. Im Gegenteil: Das Unternehmen verkauft seine E-Autos weiterhin erfolgreich. Allein im September erreichte Xiaomi 41.948 verkaufte Fahrzeuge und stieg damit zur zweitgrößten Marke für neue Energiefahrzeuge in China auf. Mit mittlerweile 402 Showrooms in 119 Städten baut der Konzern sein Vertriebsnetz weiter aus – und etabliert sich als feste Größe im Elektroautomarkt.


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