Android Auto zwischen Vision und Wirklichkeit: Google plant Großes, stolpert aber über Basics
Android Auto steckt in einer paradoxen Phase. Während Google in der Beta 16.2 an Funktionen arbeitet, die das System zur zentralen Steuerzentrale des Autos machen sollen, musste Version 16.1 erst einen simplen, aber peinlichen Fehler beseitigen: Die physischen Lenkradtasten für den Musikwechsel funktionierten wochenlang nicht.
Die neuen Textbausteine der Beta zeigen, wohin Google will. Hinweise auf Befehle wie „A/C AUS“ oder eine „Senderliste“ deuten darauf hin, dass Android Auto künftig nicht nur Apps spiegeln, sondern Radio und Klimaanlage direkt steuern soll. Doch die technische Grundlage fehlt. Es existieren keine einheitlichen Schnittstellen, die solche Funktionen zuverlässig ermöglichen. Selbst die Anzeige des Akkustands bei Elektroautos funktioniert nur in wenigen US‑Modellen – trotz jahrelanger Bemühungen.
Update 16.1 bringt zumindest Ordnung in die Basics. Das überarbeitete Media‑Player‑Design ist zurück, der Lenkrad‑Bug wurde behoben, und auch der verschwundene Standortpfeil in Google Maps scheint wieder stabil zu laufen. Diese Reparaturen zeigen das zentrale Problem: Google will Android Auto zum digitalen Herz des Fahrzeugs machen, kämpft aber gleichzeitig mit der Zuverlässigkeit grundlegender Funktionen.
Für Nutzer bleibt die Perspektive begrenzt. Selbst wenn Radio‑ und Klimasteuerung irgendwann Realität werden, dürften sie nur in neuen Fahrzeugmodellen ab 2027 verfügbar sein. Für alle anderen bleibt Android Auto eine Mischung aus Komfort und Kompromiss – ein starkes System, das aber weit von der vollintegrierten Cockpit‑Vision entfernt ist. Der große Traum bleibt Zukunft.
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