BMW i4 & iX3: Defekter Sperrbolzen hält E-Autos an Ladesäule fest

Wer an der Schnellladesäule hält, erwartet nach dem Ladevorgang eine unkomplizierte Weiterfahrt. Bei den Elektro-Modellen BMW i4 und BMW iX3 verwandelt sich das High-Power-Charging am Rastplatz jedoch zunehmend in einen Albtraum. Ein defekter Verriegelungsaktuator am CCS2-Ladeport hält den Stecker fest, sodass sich das Ladekabel schlicht nicht mehr abziehen lässt. Das Fahrzeug bleibt an die Säule gefesselt.
Besonders ärgerlich ist der Umstand, dass nicht einmal die Notentriegelung verlässlich hilft. Der grüne Seilzug im Kofferraum, der für exakt solche Notfälle vorgesehen ist, reißt bei blockiertem Stift häufig ab. Am Ende steht eine Werkstattrechnung von 350 bis 650 Euro, obwohl das eigentliche Ersatzteil mit der Teilenummer 51177491343 nur knapp 100 Euro kostet.
Kunststoffgetriebe im Spritzwasser: Ein Konstruktionsfehler mit Ansage
Die Ursache für das Ladedebakel ist technischer Natur und deutet auf Einsparungen an der falschen Stelle hin. Nach dem Beenden des Ladevorgangs soll ein kleiner Stellmotor den Sperrbolzen zurückziehen und den CCS2-Stecker freigeben. Genau an dieser Stelle versagt die Mechanik. Im Inneren des Aktuators arbeiten filigrane Kunststoffzahnräder, die unter der mechanischen Belastung über die Zeit zermahlen oder bei Überlastung brechen. Der Elektromotor dreht in der Folge ins Leere, während der Bolzen ausgefahren bleibt und den Stecker unerbittlich blockiert. Dass die maximale Ladeleistung von Elektroautos im Alltag durch ein Pfennigbauteil sabotiert wird, ist für betroffene Fahrer extrem frustrierend.
Verschlimmert wird die Situation durch die Einbauposition des Aktuators. BMW hat die Einheit direkt im Spritzwasserbereich des rechten Hinterrads platziert. Spritzwasser, Feuchtigkeit und salzhaltige Gischt im Winter dringen in das Gehäuse ein, das die Kriterien einer adäquaten Kapselung nach IP67-Standard nicht konsequent erfüllt. Korrosion am kleinen Elektromotor und auf der Platine ist die logische Folge. Wenn beim BMW i4 mit bis zu 205 kW geladen wird, zeigt sich, dass die Ladehardware im Alltag ständiger Belastung ausgesetzt ist.
Gerissener Notseilzug und 650 Euro Werkstattrechnung
Für den Fall eines Defekts sieht der Gesetzgeber eine manuelle Notentriegelung vor. Bei den betroffenen Modellen befindet sich im Kofferraum hinter der Seitenverkleidung eine grüne Kunststofföse an einem Seilzug. Wenn der Sperrbolzen jedoch durch den defekten Aktor verklemmt ist, erfordert das Zurückziehen extrem hohe Kräfte. Die filigrane Plastikmechanik des Zuges hält dieser Belastung nicht stand. Der Seilzug reißt ab, womit die letzte manuelle Rettungsoption zerstört ist. Betroffene Fahrzeuge müssen schlussendlich vom Service Mobil oder Abschleppdienst befreit werden, indem der Aktor von innen durch den Radkasten gewaltsam demontiert wird.
Wer von dem Fehler überrascht wird, sollte nicht sofort mit voller Kraft am grünen Seilzug reißen. Ein bewährter Praxistrick besteht darin, den CCS-Stecker fest mit der Hand in den Ladeport hineinzudrücken, um die mechanische Spannung vom Sperrbolzen zu nehmen. Wenn zeitgleich eine zweite Person den Entriegelungsknopf am Schlüssel oder im Innenraum mehrfach betätigt, löst sich ein leicht klemmender Bolzen in manchen Fällen doch noch. Sollte der Griff zum Seilzug nötig werden, darf nur mit langsam ansteigender Kraft gezogen werden. Bei starrem Widerstand ist das Stoppen zwingend erforderlich, um das Abreißen zu verhindern.
Finanziell trifft der Ausfall meist den Halter. Da kein offizieller Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vorliegt, entscheidet BMW außerhalb der Garantie nur im Einzelfall über Kulanz. In der Vertragswerkstatt entfällt der Großteil der Gesamtkosten von 350 bis 650 Euro auf den Arbeitslohn, der bis zu 550 Euro ausmacht. Grund dafür ist die schlechte Zugänglichkeit: Für den Tausch muss das rechte Hinterrad demontiert und die Radhausverkleidung ausgebaut werden. Zusätzlich drohen Folgekosten wie Blockiergebühren an der Schnellladesäule, die bei zwei Stunden Wartezeit rasch mit 12 Euro zu Buche schlagen.
Kein KBA-Rückruf: Warum BMW seine Kunden im Regen stehen lässt
Der Blick auf die Konkurrenz belegt, dass langlebigere Konstruktionen möglich sind. Tesla verbaut bei Model 3 und Model Y Verriegelungen, die zum Teil direkt in die motorisierte Klappe integriert sind und weniger exponierte Einzelteile nutzen. Auch Audi beim Q4 e-tron oder Mercedes beim EQE platzieren die Verriegelungsaktuatoren geschützt außerhalb des direkten Spritzwasserbereichs. Der Schwachpunkt bei BMW liegt in der fehlenden Absicherung gegen einen Single Point of Failure: Fällt der Aktor aus, versagt auch die Notentriegelung.
Für Gebrauchtwagenkäufer bedeutet dieser Serienfehler erhöhte Wachsamkeit. Vor dem Kauf eines gebauchten BMW i4 oder BMW iX3 sollte die Servicehistorie genau geprüft werden. Findet sich auf der Rechnung die Teilenummer 51177491343, wurde der Aktuator bereits ersetzt. Fehlt dieser Nachweis, empfiehlt es sich, die potenziellen Reparaturkosten in die Preisverhandlung einzukalkulieren. Gerade vor dem Generationswechsel, wenn der BMW iX3 als Einstiegsmodell der Neue-Klasse-Plattform vor der Tür steht, wirft ein solches Problem ein schlechtes Licht auf die Haltbarkeit. Auch wenn bei BMW bereits über die Zukunft des BMW i4 in neuen Modellgenerationen debattiert wird, muss der Hersteller bei den aktuellen Modellen mit einem offiziellen Rückruf nachbessern, statt die Kosten auf die Kunden abzuwälzen.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Ist es nun ein Dichtigkeitproblem oder ist der Antrieb zu schwach ausgelegt? Kommen in diesem (vermutlich AI Text) auch irgendwelche objektive Fakten? Leider nein, nur Stimmungsmache und möglichst viel Text. Sehr traurig!