BMW iX3: Alle Rückrufe erledigt, Neue Klasse wieder sauber

Die nervigen Anlaufschwierigkeiten beim Debüt der neuen Plattform sind offiziell vom Tisch. Sämtliche betroffenen Kundenfahrzeuge wurden in den Werkstätten nachgearbeitet, und die behördlichen Verfahren sind geschlossen. Aktuell gibt es für das Elektro-SUV keinen einzigen offenen Rückruf mehr. Es kann also aufgeatmet werden in München.
Ladeelektronik und Airbags vollständig korrigiert
Der Start im Frühjahr verlief alles andere als geschmeidig. Ein fehlerhaftes Bauteil in der Komfortladeelektronik sorgte dafür, dass beim Schnellladen mit bis zu 400 kW die Gefahr von Stromschlägen an der Karosserie bestand. Dieser Vorfall führte zu verständlicher Verunsicherung bei den Erstkäufern. Der damalige Doppel-Rückruf beim iX3 betraf weltweit 145 Fahrzeuge wegen des Lade-Defekts sowie knapp 3.000 Fahrzeuge wegen mangelhafter Verschraubungen an den Kopfairbags.
In den Vertragswerkstätten wurden die betroffenen Komponenten der Leistungselektronik durch überarbeitete Hardware ausgetauscht. Das Kraftfahrt-Bundesamt führt die betreffende Referenznummer 16565R sowie den internen Herstellercode 0061750900 mittlerweile als abgeschlossen. Weder in Deutschland noch international wurden Personenschäden durch den Fehler gemeldet. Der Austausch des Lade-Moduls dauerte in den Werkstätten rund zwei Stunden und verlief für die Halter komplett kostenlos.
Gleichzeitig arbeiteten die Mechaniker die Airbag-Befestigungen ab. Sämtliche Schraubverbindungen der Kopfairbags wurden im Detail geprüft und nach den exakten Drehmomentvorgaben nachgezogen. Auch bei der Lieferkette hat der Hersteller nachgeschärft: Die Qualitätskontrollen im Werk wurden angepasst, damit solche Mängel bei der Montage nicht mehr durchrutschen. Die behördlichen Überprüfungen sind damit ohne weitere Auflagen beendet. Für Besitzer und Kaufinteressenten bedeutet das absolute Entwarnung beim alltäglichen Betrieb.
Auslieferungssperre aufgehoben, Werksproduktion zieht an
Durch den Abschluss der Nachbesserungen ist auch die temporäre Auslieferungssperre bei den Händlern Geschichte. Betroffene Neufahrzeuge, die über Wochen auf den Höfen gestanden hatten, wurden freigegeben und an die Kunden übergeben. Schon bei den ersten Fahrberichten überzeugte das Modell als das beste Elektro-SUV, litt jedoch unter dem behördlich verordneten Stopp und den dadurch verzögerten Übergaben.
Jetzt rollt die Logistik wieder planmäßig. Die Nachfrage nach dem Allradmodell iX3 50 xDrive bleibt enorm hoch. Zwei Elektromotoren liefern 469 PS Systemleistung und ziehen Energie aus einem 108,7 kWh Akku. BMW setzt dabei auf fremderregte Synchronmotoren, die ohne seltene Erden wie Neodym im Rotor auskommen. Das schützt die Lieferketten und sorgt für eine konstante Produktion.
Dass die verbaute Technik im Alltag funktioniert, beweisen reale Langstreckentests. Das 800-Volt-System ermöglicht Ladezeiten von 10 auf 80 Prozent in 21 Minuten. Auch beim Fahrwerk setzt der Stromer Maßstäbe durch hydraulische Anschläge und präzise Abstimmung. Wie effizient der Stromer unterwegs ist, verdeutlicht der Reichweitentest ohne Ladehalt, bei dem das Fahrzeug 739 Kilometer am Stück ohne Ladestopp zurücklegte.
Im Innenraum überzeugt die Bedienphilosophie mit dem Panorama Vision Display an der Windschutzscheibe, das Informationen direkt im Sichtfeld projiziert. Auch der digitale Sprachassistent arbeitet im Alltag zügig. Mit der Aufhebung des Auslieferungsstopps können Händler nun auch Vorführwagen uneingeschränkt für Probefahrten bereitstellen, was die Verkäufe weiter anfeuern dürfte.
Freie Bahn für die elektrische Plattform-Zukunft
Für den Münchner Autobauer ist die vollständige Mängelbeseitigung ein immens wichtiger Meilenstein. Die Architektur dient als Basis für eine ganze Modellfamilie und darf sich keine dauerhaften Qualitätsmängel erlauben. Anhaltende Sicherheitsprobleme hätten das Vertrauen in die kommenden Baureihen spürbar beschädigt. Die Kundschaft im Premiumsegment verzeiht vieles, aber keine Mängel bei der Grundsicherheit beim Laden oder bei den Insassenschutzsystemen.
Auch im Konkurrenzumfeld mit Mitbewerbern wie dem Audi Q6 e-tron oder dem Mercedes GLC Electric kann der Stromer seine Stärken nun ohne Schattenseite ausspielen. Die Software mit dem neuen BMW Operating System X läuft stabil, und die Reichweitenwerte setzen Benchmarks im Segment.
BMW gewährt für die ausgebesserten Bauteile und die gesamte Hochvoltbatterie die gewohnten Garantiezeiträume. Händler berichten bereits von Erleichterung im Kundenkontakt, da Rückfragen zu den KBA-Aktionen entfallen. Wer in den vergangenen Monaten wegen der Schlagzeilen verunsichert war, kann nun beruhigt zum Konfigurator greifen.
Da die Startprobleme beim Erstlingswerk behoben sind, richtet sich der Blick in München auf den weiteren Ausbau. Das zweite Modell steht bereits in den Startlöchern. Die Preisgestaltung beim i3 ab 65.900 Euro zeigt deutlich, wie aggressiv der Hersteller das Segment der Elektro-Limousinen besetzen will. Der iX3 hat seinen holprigen Auftakt hinter sich gelassen und präsentiert sich nun als voll ausgereiftes Serienfahrzeug ohne Altlasten.
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