BMW iX5: Erlkönig tankt 460 kW, aber 2,9 Tonnen wiegen schwer

Frontansicht des elektrischen BMW iX5 in grün
Quelle: BMW
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Der neue BMW iX5 60 xDrive hat sich in den USA erstmals ungetarnt an einer öffentlichen Schnellladesäule gezeigt. Ein im matten Lack BMW Individual Frozen Tanzanite Blue gehaltenes Fahrzeug wurde beim Ladevorgang im US-Bundesstaat Tennessee abgelichtet. Das Fahrzeug stammt offensichtlich aus dem nahegelegenen Werk Spartanburg, wo im Dezember 2026 die Serienfertigung des ersten in den USA gebauten Elektro-BMW anläuft.

Bereits die ersten bekanntgewordenen Akku-Specs zum BMW iX5 deuteten darauf hin, dass die Münchner bei diesem Modell keine halben Sachen machen. Die jetzt beim Ladevorgang gesammelten Realdaten bestätigen diesen Eindruck auf dem Papier eindrucksvoll.

Riesiger Akku und 460 kW Ladeleistung im Praxis-Check

Der Stromer geht zum Start als iX5 60 xDrive mit zwei Elektromotoren und Allradantrieb an den Start. Die Systemleistung liegt im Sportmodus bei satten 570 PS (419 kW) und stellt ein Drehmoment von 804 Nm bereit. Damit beschleunigt das SUV trotz seiner gigantischen Ausmaße in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, während die Höchstgeschwindigkeit bei 210 km/h abgeregelt wird.

Beeindruckend ist vor allem der Energiespeicher. BMW verbaut eine Batterie mit 141 kWh nutzbarer Kapazität in Europa (144 kWh nach US-Messung). Es ist der größte Akku, den die BMW Group jemals in ein Serienfahrzeug integriert hat. Die Reichweite soll nach vorläufigen EPA-Messungen bei bis zu 700 Kilometern liegen, während der WLTP-Wert sogar bis zu 845 Kilometer verspricht. Dank der sechsten Generation der 800-Volt-Architektur verarbeitet das System Spitzenladeleistungen von bis zu 460 kW. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent ist an passenden Ladesäulen in 22 Minuten erledigt.

Ich finde diese Ladeleistung auf dem Papier extrem stark. Wie effizient die neue Technik im Fahrbetrieb arbeitet, hat bereits das kleinere Schwestermodell gezeigt, wo der Reichweitentest des BMW iX3 eindrucksvoll bewies, was mit intelligenter Rekuperation möglich ist. Beim deutlich größeren iX5 muss der riesige Akku allerdings auch erheblich mehr Masse bewegen.

Zentralgehirn Heart of Joy und mattes Lackrisiko

Im Innenraum bedient sich der iX5 großzügig beim Baukasten der Neue Klasse. Das BMW Panoramic iDrive projiziert Informationen als BMW Panoramic Vision über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. Ergänzt wird das System durch ein 3D Head-Up Display, ein zentrales Touch-Display sowie Tasten am Lenkrad, die erst aufleuchten, wenn ihre Funktion verfügbar ist. Gegen Aufpreis verbaut BMW erstmals ein 14,6-Zoll-Beifahrerdisplay für Videostreaming und Spiele während der Fahrt.

Unter dem Blech bündelt der zentrale Steuercomputer namens Heart of Joy die Regelung von Antrieb und Fahrdynamik. Die Fahrassistenz ermöglicht mit dem Highway & Commuting Assistant freihändiges Fahren bis zu 137 km/h, wobei ein Blick in den Außenspiegel genügt, um vorgeschlagene Spurwechsel zu bestätigen. Für den Ladevorgang öffnet und schließt sich die Ladeklappe vollautomatisch, sobald eine Ladesäule als Navigationsziel angesteuert wird. Zudem beherrscht das Fahrzeug bidirektionales Laden für die Stromversorgung des eigenen Hauses.

Der in Tennessee gesichtete Mattlack Frozen Tanzanite Blue sieht zweifellos gut aus. Wer sich für die Sonderlackierung entscheidet, muss allerdings Einschränkungen im Alltag hinnehmen. Automatische Waschstraßen sind tabu und jede Beschädigung erfordert aufwendige Nachbesserungen beim Spezialisten.

Brute-Force-Methode als teurer Gewichts-Kompromiss

Ein Blick auf die Waage offenbart die Schattenseite dieses gigantischen Akkupakets. Der iX5 bringt stramme 2.900 kg Leergewicht auf die Straße. Das ist selbst für ein Luxus-SUV ein enormer Wert. Immerhin erlaubt die Konstruktion eine Anhängelast von bis zu 2.720 kg, was Anhängerbesitzer freuen dürfte.

In den USA liegt der gemeldete Einstiegspreis bei 81.250 US-Dollar inklusive Überführung. In meinen Augen wählt BMW beim elektrischen X5 einen zwiespältigen Weg. Statt rein auf Leichtbau und Effizienz zu setzen, erzwingen die Münchner hohe Reichweiten durch schiere Batteriekapazität. Auf dem Papier liest sich das hervorragend, doch das hohe Fahrzeuggewicht fordert beim Verbrauch auf der Autobahn seinen Preis.

Ob die Kombination aus 460 kW Ladeleistung und 141 kWh Akku das hohe Gewicht im Alltag aufwiegt, müssen erste ausführliche Tests zeigen. Der Marktstart mit den ersten Kundenauslieferungen ist für März 2027 angesetzt.

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