Hyundai Ioniq V: Marktstart in China ab 15.630 Euro

Seitenansicht des Hyundai Ioniq V in 2 Farben
Quelle: Hyundai
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Hyundai macht Ernst in Fernost: Am 29. September feiert der Hyundai Ioniq V seinen offiziellen Marktstart in China. Der Vorverkauf läuft bereits, und die Preisgestaltung ist eine deutliche Ansage an die etablierte Konkurrenz. Mit einem Einstiegspreis von 119.900 Yuan – was umgerechnet etwa 15.630 Euro entspricht – drückt das Joint Venture Beijing Hyundai eine 4,90 Meter lange Elektro-Limousine auf die Straße.

Kampfansage an BYD und Tesla: Viel Platz für wenig Geld

Schon als Hyundai das Ioniq V Konzept in Peking enthüllte, deutete sich an, wohin die Reise gehen würde. Das Fahrzeug entstand vollständig unter der Regie des Hyundai China Design Centre. Die Abmessungen von 4.900 mm Länge, 1.890 mm Breite und 1.470 mm Höhe bei 2.900 mm Radstand platzieren den Wagen mitten im Revier der Mittelklasse-Konkurrenz.

Preislich deckt Beijing Hyundai mit drei Ausstattungslinien eine Spanne von 119.900 Yuan bis 139.900 Yuan (etwa 15.630 bis 18.240 Euro) ab. Das ist ein aggressiver Preispunkt. Wer im aggressiven Preiskampf gegen das Tesla Model 3 oder Heimhirsche wie BYD bestehen will, darf in China schlicht keine europäischen Preise verlangen. Optisch setzt der Ioniq V auf eine fließende Fastback-Silhouette, rahmenlose Türen und eine geschlossene Frontpartie mit horizontaler Lichtleiste. Acht Außenfarben stehen bereit, darunter Töne wie Cyber Gold, Dimension Purple oder Gamma Green.

Chinesische Software-Power trifft Snapdragon-Cockpit

Interessant wird es beim Blick in die Kabine. Hyundai hat verstanden, dass man chinesische Käufer nicht mit altbackenen Software-Lösungen abspeisen kann. Im sogenannten Nebula-Wrap-around-Cockpit dominiert ein extrem flacher 27-Zoll 4K-Bildschirm als zentrale Schaltzentrale. Unter der Haube rechnet ein Qualcomm Snapdragon 8295 Chip.

Bei der digitalen Ausstattung beschreitet Hyundai lokale Pfade. Anstelle einer eigenen westlichen Software-Lösung integriert der Hersteller chinesische KI-Sprachmodelle wie Ernie Bot von Baidu und Doubao von ByteDance. Ein Head-up-Display namens Cyber Eye versorgt den Fahrer mit Daten. Bei der Fahrassistenz vertraut Hyundai auf das System des Spezialisten Momenta, das unter anderem autonomes Navigieren auf Autobahnen erlaubt. Dass hier keine halben Sachen gemacht werden, überrascht kaum: als bereits erste Details zum China-Stromer durchsickerten, wurde die klare Ausrichtung auf den chinesischen Markt deutlich.

Solide LFP-Technik von CATL statt 800-Volt-Exzess

Beim Antrieb gibt sich der Ioniq V erstaunlich pragmatisch. Ein Einzelmotor leistet je nach Variante 140 kW (188 PS) oder 168 kW (225 PS). Den Strom liefern LFP-Akkus von CATL mit Kapazitäten von 53,5 kWh oder 66,8 kWh. Damit erzielt der Stromer nach dem chinesischen CLTC-Standard vier Reichweiten-Optionen zwischen 520 km und 650 km. Umgerechnet auf den realistischeren WLTP-Zyklus entspricht das etwa 421 km bis 527 km.

168 kW Spitzenleistung klingen für eine 4,90-Meter-Limousine keineswegs spektakulär. Doch der Verzicht auf die teure 800-Volt-Technologie der E-GMP-Plattform erlaubt es Hyundai, die Produktionskosten spürbar zu drücken. Das passt zur günstigen Elektroauto-Strategie von Hyundai, bei der Effizienz und Preisattraktivität klar über Spitzen-Ladeleistungen gestellt werden. In meinen Augen zeigt der Ioniq V, was möglich ist, wenn westliche Hersteller ihrer chinesischen Sparte freie Hand lassen. Die Kehrseite für hiesige Fans? Das Modell wurde primär für China entwickelt. Auch wenn die Designsprache künftige globale Fahrzeuge prägen soll, ist ein Import der günstigen Elektro-Limousine nach Europa vorerst nicht vorgesehen.

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