BYD Sealion 7 im Test: Das 530 PS starke Elektro-SUV patzt bei der Effizienz

Der chinesische Autobauer greift mit dem BYD Sealion 7 die etablierte Konkurrenz an. Das Fahrzeug startet in der Schweiz ab 44.990 Franken. Für diesen Testbericht rollte die Allrad-Topversion Excellence für 52.490 Franken auf den Hof. BYD liefert das Auto komplett ausgestattet aus. Käufer wühlen sich durch keine endlosen Aufpreislisten. Das spart Zeit und Nerven.
Unter dem Blech arbeitet ein brutaler Antrieb. Zwei Elektromotoren werfen 390 Kilowatt und 690 Newtonmeter Drehmoment auf den Asphalt. Das entspricht 530 PS. Der Sprint auf Landstraßentempo gelingt in 4,5 Sekunden. BYD klebt diesen Wert stolz als Schriftzug auf das Heck. Bei 215 km/h schiebt die Elektronik den Riegel vor. Das Fahrwerk passt allerdings nicht zu dieser Leistung. Die Ingenieure wählten eine extrem weiche Abstimmung. Wer das fast 2,5 Tonnen schwere Auto zügig über Passstraßen jagt, vermisst klares Feedback von der Straße.
Die 800-Volt-Architektur verspricht schnelle Boxenstopps. Der Ladeanschluss zieht unter idealen Bedingungen bis zu 230 Kilowatt aus der Gleichstromsäule. Die Ladeleistung schwankt im echten Leben jedoch stark je nach Anbieter. Eine manuelle Vorkonditionierung der Batterie rettet die Ladegeschwindigkeit an kalten Tagen. An der heimischen Wallbox fließt der Strom mit maximal 11 Kilowatt. Die Effizienz enttäuscht im Alltag. Der Akku fasst 91,3 Kilowattstunden. Trotzdem saugt das System rund 25 Kilowattstunden pro 100 Kilometer aus den Zellen. Die theoretische WLTP-Reichweite von 502 Kilometern schmilzt dadurch auf gut 400 Kilometer zusammen.
Im Innenraum dominiert hochwertiges Nappaleder. BYD verbaut in der Mitte einen drehbaren Touchscreen. Fahrer nutzen Apple CarPlay oder Android Auto kabellos im Querformat. Die Bedienung kombiniert den Bildschirm clever mit echten Tasten am Lenkrad und einem klassischen Gangwahlhebel. Der Sprachassistent reagiert schnell auf Kommandos. Ein Head-up-Display wirft die Navigation direkt auf die Scheibe. Vorne reisen Erwachsene bequem auf klimatisierten Sitzen. Hinten stoßen Personen ab 1,90 Metern Körpergröße spürbar an den Dachhimmel. Das abfallende Coupé-Dach und die breite C-Säule ruinieren zudem die Sicht nach hinten. Der Kofferraum schluckt 520 Liter, während der Frunk unter der Haube 58 Liter für das Ladekabel bereithält.
Die Software bevormundet den Fahrer gnadenlos. Eine Kamera überwacht permanent das Gesicht. Ein Gähnen oder ein kurzer Blick in den Außenspiegel triggern sofort aggressive Pausenempfehlungen. Das System nervt im Stadtverkehr gewaltig. Die EU-Richtlinien zwingen das Auto obendrein zur ständigen Geschwindigkeitswarnung. Fahrer schalten diese Assistenten bei jedem Motorstart umständlich über das Display ab. Der adaptive Tempomat funktioniert verlässlich, beschleunigt nach Tempolimits aber sehr träge. Insgesamt baut BYD ein sehr komfortables Reiseauto mit viel Technik für faires Geld. Abstriche machen Käufer lediglich beim Durst und bei der übermotivierten Software.
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