ColorOS 17 angekündigt: Warum OxygenOS und Realme UI verschwinden

OPPO ColorOS 17 Teaser
Quelle: OPPO
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OPPO baut gerade drei Handy-Marken zu einer Software zusammen – und das ist die eigentliche Nachricht hinter dem ganzen Design-Trara. Ab September, parallel zum Start der Find X10-Serie, bekommen OPPO, OnePlus und Realme exakt dasselbe Betriebssystem. OxygenOS und Realme UI werden komplett eingestampft. Das ist kein kleines Detail-Update, das ist das Ende zweier eigenständiger Software-Identitäten.

Der Kurswechsel: Vom Bugfix-Update zum Design-Overhaul

Zurück zum Anfang: Im Juni erklärte OPPOs Design-Chef noch, ColorOS 17 werde keine großen optischen Änderungen bringen. Kein Kopieren von Apples gläsernem iOS-Look, hieß es explizit. Klang nach einem soliden, aber unaufregenden Wartungs-Update.

Und jetzt, wenige Monate später: Doch ein komplettes Redesign. Nennt sich „Liquid Acrylic“ und bringt genau das, was man vorher ausgeschlossen hatte – nur unter anderem Namen verpackt. Wer hier an vorauseilenden PR-Rückzieher denkt, liegt vermutlich nicht ganz falsch.

Liquid Acrylic: Apple-Optik, aber zurückhaltender

Leuchtende Kanten, weiche Unschärfe-Effekte, sanfte Licht-Animationen, durchgängig runde Ecken – das ist die Beschreibung, die aktuell kursiert. Erste geleakte Lock-Screen-Animationen geben schon einen Vorgeschmack darauf.

Der Unterschied zu Apples Liquid Glass: OPPOs Version soll spürbar dezenter ausfallen. Weniger Transparenz-Spielerei bedeutet in der Theorie weniger Rechenlast fürs Display, potenziell bessere Akkulaufzeit und – nicht unwichtig – bessere Lesbarkeit bei Sonnenlicht. Ob das in der Praxis wirklich so aufgeht, muss sich erst zeigen. Bis jetzt sind das Ankündigungen, keine Messwerte.

Das Ende von OxygenOS und Realme UI – der eigentliche Aufreger

Hier wird’s für viele Nutzer unangenehm konkret. OnePlus-Fans haben sich jahrelang genau wegen OxygenOS für die Marke entschieden – schlankes, nah an Stock-Android orientiertes System, wenig Bloatware, eigene Identität. Realme UI hatte wiederum eine eigene, jüngere Zielgruppen-Ausrichtung.

Beides verschwindet jetzt. Nicht als Überraschung, ehrlich gesagt: OnePlus und OPPO haben ihre Entwicklungsteams bereits 2021 zusammengelegt, seitdem teilten sich OxygenOS und ColorOS unter der Haube längst denselben Code-Kern. Die getrennte Oberfläche war zuletzt mehr Marketing als echte technische Trennung. Jetzt fällt auch die letzte kosmetische Grenze.

Zum Vergleich: Xiaomi hat 2023 exakt denselben Schritt gemacht und MIUI branchenweit unter dem Namen HyperOS für Xiaomi, Redmi und POCO vereinheitlicht. Software-Konsolidierung ist inzwischen ein Branchentrend – weniger Entwicklungsaufwand, schnellere Updates, ein Team statt drei. Für den Konzern rechnet sich das. Für Nutzer, die genau wegen der Differenzierung gekauft haben, ist das ein Verlust an Identität.

Xiaobu Next: Der stille Punkt im Update

Am Rande soll auch ein neuer Sprachassistent kommen, Xiaobu Next. Konkrete Details fehlen bislang komplett – keine Angaben zu Funktionsumfang, Sprachmodell oder Verfügbarkeit außerhalb Chinas. Hier bleibt aktuell nur: abwarten und nicht zu viel reininterpretieren, bevor OPPO offiziell nachlegt.

Sinnvolle Konsolidierung oder Identitätsverlust?

Aus reiner Effizienz-Sicht ergibt der Schritt Sinn. Drei separate Software-Teams für praktisch dieselbe Hardware-Basis zu unterhalten, ist teuer und verlangsamt Updates – ein Kritikpunkt, den OnePlus-Nutzer seit Jahren ohnehin bemängeln. Eine gemeinsame Codebasis könnte theoretisch sogar zu saubereren, schnelleren Updates führen.

Der Haken: Genau die Eigenständigkeit war für einen Teil der Käuferschaft das Kaufargument. Wer OnePlus wegen des cleanen OxygenOS-Gefühls kaufte, bekommt jetzt exakt dieselbe Oberfläche wie auf einem Budget-Realme. Ob das im Massenmarkt einen Unterschied macht – eher nicht. Für die Enthusiasten-Ecke der OnePlus-Community dürfte das aber ein echter Bruch sein.

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