Cupra Born Facelift Test: MEB+ Technik und endlich wieder echte Tasten

Cupra Born 2026
Quelle: CUPRA SEAT Deutschland GmbH 2026
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Wer in den letzten Jahren in einem Elektroauto auf VW-Basis saß, kennt den Frust über unbeleuchtete Slider und billig wirkende Oberflächen. Cupra räumt beim Facelift des Born jetzt gründlich auf und liefert genau das, was die Kundschaft von Anfang an forderte: echte Bedienbarkeit und eine Optik, die nicht nach sachlichem Nutzfahrzeug aussieht. Was auffällt, ist die Rückkehr zur Vernunft im Cockpit. Das Lenkrad besitzt wieder physische Tasten, was die Steuerung während der Fahrt erheblich sicherer macht. Dass der Konzern hier eine Kehrtwende vollzieht, ist das späte Eingeständnis, dass die radikale Touch-Strategie der ersten Generation schlicht am Nutzer vorbeigeplant war.

Optisch setzt der Born auf eine flache, spitz zulaufende Frontpartie und eine markante Lichtsignatur aus dreieckigen Elementen. Das wirkt deutlich aggressiver als die rundliche Formsprache des VW ID.3. Am Heck leuchtet nun auch das Markenlogo. Unter dem Blech steckt erstmals die MEB+ Plattform, die Cupra vor dem ID.3 Neo nutzen darf. Bei den Batterien gibt es eine technische Neuerung: In der Einstiegsversion mit 58-kWh-Akku und 140 kW Leistung verbaut Cupra jetzt LFP-Zellen. Diese Zellchemie ist zwar oft schwerer, gilt dafür aber als langlebiger und im Alltag weniger empfindlich auf dauerhaft hohe Ladeständ reagiert. Wer mehr Reichweite benötigt, greift zu den größeren 79-kWh-Batterien mit NMC-Chemie, die bis zu 600 Kilometer ermöglichen.

In Madrid konnte electrive.net die VZ-Variante mit 240 kW ausfahren. Das Fahrzeug reagiert unmittelbar auf Befehle. Der Antritt ist scharf, besonders wenn man die Launch Control bemüht. Ein kurzer Tritt auf das Pedal reicht für souveräne Überholvorgänge. Auf kurvigen Strecken spielt der Heckantrieb seine Trümpfe aus. Die Lenkung wirkt direkt und die adaptiven Dämpfer bügeln Unebenheiten weg, ohne den Kontakt zur Straße zu verlieren. Neu ist ein echtes One-Pedal-Driving. Die Rekuperation ist in der höchsten Stufe stark genug, um den Wagen im Stadtverkehr fast ohne Bremspedal zu bewegen. Das sorgt für einen flüssigen Rhythmus im dichten Berufsverkehr.

Im Innenraum hat Cupra bei den Materialien nachgebessert. Recycelte Stoffe und wertigere Oberflächen ersetzen das alte Hartplastik-Einerlei. Der 12,9-Zoll-Bildschirm in der Mitte arbeitet spürbar flotter als früher. Die Software wirkt stabil und logischer aufgebaut. Die Schalensitze im VZ-Modell halten den Fahrer fest im Griff, lassen aber genug Komfort für die Langstrecke. Preislich startet das Modell bei 35.990 Euro für die Basisversion. Wer die volle Leistung des VZ-Antriebs will, muss mindestens 46.990 Euro einplanen.

Letztlich bleibt der Born ein technischer Verwandter des ID.3, nutzt die vorhandenen Freiheiten aber besser aus. Er liefert die Emotionen, die man beim Wolfsburger Pendant oft vermisst. Die technische Basis ist solide, die Inszenierung durch Design und Sound macht den Unterschied. Ob der Preis für den VZ-Antrieb nötig ist, entscheidet am Ende der eigene Bleifuß – der Sprung bei der Materialqualität und die Rückkehr zu echten Tasten sind hingegen für jeden Käufer ein Gewinn. Der Born ist erwachsener geworden, ohne seine rebellische Optik zu verlieren.


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