Yangwang U9 Extreme: BYDs 3-Millionen-Euro-Hypercar ist verkauft – und das sagt alles über BYD

BYD Yangwang U9 Extreme
Quelle: BYD
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BYD baut günstige Stadtautos. BYD baut Familien-SUVs für unter 20.000 Euro. Und BYD baut jetzt den teuersten chinesischen Pkw aller Zeiten. Die Marke, die in Europa mit dem Dolphin Surf und dem Atto 2 die Preisuntergrenze verschiebt, präsentiert auf der Beijing Auto Show 2026 gleichzeitig das genaue Gegenteil: den Yangwang U9 Extreme – ein Hypercar für rund 2,6 Millionen Euro, das bereits mehrfach verkauft wurde.

Das ist kein Widerspruch. Das ist Strategie.

BYD hat den Yangwang U9 Extreme rund um die Beijing Auto Show zu maximal 30 Stück angeboten – und vor Ort auch verkauft. BYD-Chef Wang Chuanfu übergab das Fahrzeug persönlich an seinen ersten Käufer – ein deutliches Signal, wie wichtig dieser Moment für die Marke ist. Zu den Käufern gehört Nick Politis aus Australien, Milliardär und Automobilhändler, der damit wahrscheinlich das einzige Exemplar auf dem gesamten Kontinent besitzen wird.

Was kostet ein Yangwang U9 Extreme? Der Preis liegt bei über 20 Millionen Yuan – umgerechnet rund 2,92 Millionen US-Dollar zum aktuellen Kurs. Mit Überführung, Import und Steuern dürfte die 3-Millionen-Euro-Marke geknackt werden. Zum Vergleich: Der reguläre Yangwang U9 – selbst kein günstiges Auto mit rund 1.305 PS – ist ab 1,8 Millionen Yuan erhältlich, also zehnmal weniger als der Extreme.

Was bekommt man dafür? Vier Elektromotoren mit zusammen über 3.000 PS, eine 1.200-Volt-Architektur – die erste ihrer Art in einem Serienfahrzeug – und das DiSus-X-Fahrwerk, das aktive Höhenregulierung, Nickausgleich und Wankstabilisierung in Echtzeit an allen vier Rädern einzeln steuert. Das Leergewicht liegt bei rund 2.480 Kilogramm – für ein Fahrzeug dieser Leistungsstufe ein realistischer Wert, der das Leistungsgewicht auf etwa 1.217 PS pro Tonne drückt.

Die Zahlen auf der Geraden sind absurd. Der U9 Extreme erreichte 496,22 km/h – damit überbot er den Bugatti Chiron Super Sport 300+ und schlägt den offiziellen Zweiwege-Rekordhalter SSC Tuatara mit 282,9 mph. Der Fahrer quittierte die Marke laut SmartDroid mit einem kurzen, undruckbaren Kommentar. Das ist nachvollziehbar.

Auf dem Rundkurs ist das Bild nicht anders. Am 22. August 2025 fuhr der U9 Extreme die Nürburgring-Nordschleife in 6:59,157 Minuten – das erste Serien-Elektroauto unter der Sieben-Minuten-Marke, mehr als fünf Sekunden schneller als der bisherige Rekordhalter Xiaomi SU7 Ultra. Hinter dem Steuer saß der Deutsche Moritz Kranz, der in seiner Motorsportkarriere rund 10.000 Runden auf der Nordschleife absolviert hat. Die aktuelle Rangliste der schnellsten Serien-Elektroautos auf der Nordschleife: U9 Extreme mit 6:59,157, Xiaomi SU7 Ultra mit 7:04,957, Rimac Nevera mit 7:05,298, Porsche Taycan Turbo GT mit 7:07,550.

Technisch ermöglicht diese Rundenzeit ein komplett neu entwickeltes Kühlsystem, eine Titan-Kohlenstoffkeramik-Bremsanlage und Semislick-Reifen des Typs GitiSport e·GTR² PRO, die gemeinsam mit dem Reifenhersteller Giti entwickelt wurden.

Was bedeutet das alles für BYD als Marke? Mehr als es auf den ersten Blick scheint. BYD ist in Europa vor allem als Hersteller preiswerter Elektroautos bekannt. Der Dolphin Surf kostet nach Förderung unter 20.000 Euro, der Atto 2 ebenfalls. Dass dieselbe Unternehmensgruppe gleichzeitig das teuerste chinesische Auto aller Zeiten produziert, das schneller ist als ein Bugatti und den Nürburgring unter sieben Minuten dreht, sendet ein klares Signal: BYD ist kein Billiganbieter, der zufällig auch günstige Autos baut. BYD ist ein Technologiekonzern, der sich seinen Einstiegspreis leisten kann, weil er die Spitze beherrscht.

30 Stück weltweit, bereits verkauft. Der Yangwang U9 Extreme wird den deutschen Elektroauto-Markt nicht bewegen. Aber er verändert, wie man BYD sehen muss.


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