Signal: Anonyme Konten kosten bald einmalig Geld

Signal Logo neu
Quelle: Signal Foundation
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Der Messenger Signal testet im Quellcode eine der am stärksten geforderten Funktionen seit Firmengründung: Die Registrierung ohne Zwang zur eigenen Telefonnummer. Unter dem Namen Signal Login taucht das Feature in aktuellen Builds auf. Doch die gewonnene Anonymität bringt eine finanzielle Hürde mit sich, denn die Nutzung wird an eine einmalige Gebühr gekoppelt.

Während die klassische Anmeldung per Handynummer weiterhin kostenlos bleibt, verlangt die gemeinnützige Organisation für die rufnummernfreie Alternative Geld. Konkrete Preise fehlen im Code noch, es finden sich lediglich Platzhalter. Ein wiederkehrendes Abonnement ist jedoch ausgeschlossen.

Das Millionen-Dilemma mit den SMS-Kosten

Was auf den ersten Blick wie ein Bruch mit den Open-Source-Idealen wirkt, ist bei genauerem Hinsehen ein wirtschaftlich überlebensnotwendiger Schritt. Die Verifizierung per SMS-OTP kostet Signal über Dienstleister riesige Summen. Fällt diese Hürde komplett weg, fluten automatisierte Botnetze die Server innerhalb weniger Minuten mit Millionen von Spam-Accounts.

Signal-CTO Ehren Kret bestätigte vor kurzem genau diesen Ansatz: Anonymität benötigt eine spürbare Barriere. Eine Schutzgebühr ruiniert das Geschäftsmodell von professionellen Spammern sofort, da die Erstellung von zehntausenden Accounts unbezahlbar wird. Für ehrliche Nutzer bleibt der Betrag bei einmaliger Zahlung überschaubar.

Der Haken bei der anonymen Bezahlung

Ich sehe bei dieser Lösung allerdings ein technisches Detail, das Signal noch sauber lösen muss: Wie bezahlt man eine Anonymitäts-Funktion, ohne seine Identität durch die Transaktion offenzulegen? Wer über Apple IAP, Google Pay oder Kreditkarte zahlt, hinterlässt eine digitale Spur, die den eigentlichen Zweck der künftigen Rufnummern-Anonymisierung untergraben könnte.

Sollte Signal hier auf kryptografische Verfahren wie Blind Signatures setzen, um Zahlung und Account-Erstellung strikt zu trennen, wäre das ein Meisterstück für die gesamte Messenger-Branche. Für datenschutzorientierte Nutzer bleibt diese Entwicklungsstufe jedenfalls eine der bedeutendsten Weichenstellungen seit Jahren.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert