Cupra Raval: Spanischer Volks-Stromer startet ab 26.000 Euro

Endlich rollt die erste Welle der kompakten Stromer aus dem VW-Konzern an und Cupra darf die Speerspitze spielen. Während die Muttermarke aus Wolfsburg noch sortiert, steht der Cupra Raval als Serienmodell im Rampenlicht.
Dass ausgerechnet die sportliche Tochter den Vortritt erhält, überrascht wenig, da die gesamte Produktion im spanischen Seat-Werk Martorell konzentriert ist. Bitterer Beigeschmack für Seat-Fans: Ein eigenes Modell der Kernmarke bleibt weiterhin reine Theorie. Technisch basiert der Spanier auf der MEB-Plus-Plattform. Damit verabschiedet sich der Konzern in der Kompaktklasse vom Heckantrieb und setzt stattdessen auf Frontmotor. Mit einer Länge von glatt vier Metern und einem Radstand von 2,60 Metern positioniert sich der Wagen ideal für urbane Reviere.

Zum Verkaufsstart schiebt Cupra die Launch-Editionen Dynamic und VZ Extreme in die Schaufenster, die beide den großen Energiespeicher nutzen. Das Portfolio splittet sich später deutlich auf. Die Basismodelle müssen mit einer 37-kWh-LFP-Batterie auskommen. Das reicht für den Alltag, reißt aber bei 90 kW Ladeleistung keine Bäume aus. Wer Langstrecken plant, greift zur 52-kWh-Variante mit NMC-Zellen. Hier verspricht Cupra bis zu 450 Kilometer Reichweite und immerhin 130 kW am Schnelllader. Dass ein Elektroauto dieser Größe bei 26.000 Euro startet, klingt auf dem Papier fair. Man darf aber gespannt sein, wie viel nacktes Blech Cupra für diesen Kampfpreis tatsächlich ausliefert.
Das Interieur profitiert vom Wechsel auf Android als Betriebssystem für das Infotainment. Endlich ziehen Funktionen wie echtes One-Pedal-Driving und V2L in die kompakte Klasse ein. Die Top-Version VZ liefert 166 kW und rennt in knapp unter sieben Sekunden auf Landstraßentempo. Wer es sportlich mag, kann optional Schalensitze und ein adaptives Fahrwerk buchen. Ein künstlicher Motorsound im Sport-Modus bleibt hingegen Geschmackssache und wirkt bei einem Stromer oft deplatziert. Die Bestellbücher öffnen bereits im April, bevor im Sommer die Auslieferungen starten. Ob der Raval wirklich ein Herausforderer ist, klärt sich erst beim Blick in die detaillierte Aufpreisliste.

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