El Prix 2026: E-Autos im Kälteschock bei minus 30 Grad mit schwachen Ergebnissen

Ladeanschluss E-Auto

Extreme Kälte bleibt der Endgegner für die Reichweite von Elektroautos. Das beweist der norwegische El Prix 2026, bei dem 24 aktuelle Modelle bei bis zu minus 31 Grad Celsius an ihre Grenzen kamen. Das Paradoxe: Der Lucid Air Grand Touring legte mit 520 Kilometern zwar die größte Distanz zurück, lieferte aber gleichzeitig die herbste Enttäuschung. Mit einem Minus von 46 Prozent gegenüber dem WLTP-Wert verzeichnete der 130.000-Euro-Schlitten die höchste Abweichung im gesamten Testfeld. Ähnlich schlecht schnitt der Opel Grandland ab, der ebenfalls 46 Prozent seiner Normreichweite im norwegischen Eis einbüßte.

Während die Luxusklasse prozentual patzte, zeigten die Kleinen erstaunliche Nehmerqualitäten. Der Hyundai Inster schaffte zwar absolut nur 256 Kilometer, verlor aber lediglich 29 Prozent seiner versprochenen Reichweite. Damit sicherte sich der City-Stromer gemeinsam mit dem MG6S EV den Spitzenplatz bei der Effizienzstabilität unter Extrembedingungen. Generell mussten die Tester feststellen, dass die Abweichungen in diesem Jahr mit 30 bis 45 Prozent deutlich über den Werten der Vorjahre lagen, was vor allem an der gnadenlosen Route von Oslo Richtung Norden über Folldal lag.

Die deutschen Premium-Hersteller landeten im Mittelfeld. Der Mercedes CLA 350 schaffte 421 Kilometer, was einem Verlust von 41 Prozent entspricht. Audi kam mit dem A6 Sportback e-tron auf 402 Kilometer (minus 38 Prozent) und der BMW iX xDrive 60 blieb nach 388 Kilometern (minus 39 Prozent) stehen. Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass Laborwerte bei arktischen Temperaturen wenig Aussagekraft besitzen. Wer im Winter weite Strecken plant, sollte also eher die prozentuale Stabilität als die reine Prospektangabe im Auge behalten.

Unterm Strich liefert der El Prix keine perfekten Laborbedingungen, sondern ein realistisches Härteszenario. Dass die Autos mit der größten Ausdauer am Ende bei deutlich tieferen Temperaturen fahren mussten als die Kurzstrecken-Modelle, verzerrt die Statistik zwar leicht, unterstreicht aber den Praxischarakter. Am 28. Januar 2026 gestartet, bleibt dieser Test der wichtigste Gradmesser für alle, die ihr E-Auto nicht nur bei Sonnenschein bewegen wollen.


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Ein Kommentar

  1. Krass, dass man mit E-Autos sogar unter diesen Bedingungen derart weit fahren kann. Nicht umsonst sind gerade die nordischen Länder (sogar Grönland) viel stärker elektrifiziert als wir hier in Deutschland mit unserem milden Klima. Insgesamt ist Thematik aber trotzdem verfehlt, denn 99% aller gefahrenen Strecken sind kürzer gleich 100 Kilometer. Langstrecken bei einer Temperatur von -30 Grad dürften da ungefähr ein prozentualen Anteil von 0,000000000…1% haben … wenn überhaupt!

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