EU-Infrastruktur: Brüssel plant radikales Verbot für Huawei und ZTE

China-Technik fliegt künftig komplett aus der europäischen Infrastruktur. Die EU-Kommission bereitet eine neue Rechtsgrundlage vor, um riskante Anbieter wie Huawei oder ZTE per Gesetz zu verbieten. Bisher sprachen die Beamten in Brüssel lediglich Empfehlungen aus. Viele EU-Staaten ignorierten diese Warnungen jedoch und verbauten weiterhin billige Komponenten aus Fernost. Das soll sich nun ändern. Ein neuer Mechanismus erlaubt es der Kommission, Hersteller nach einer Risikoprüfung auf eine schwarze Liste zu setzen.
Sobald ein Unternehmen auf dieser Verbotsliste landet, müssen die Mitgliedstaaten handeln. Bestehende Bauteile in kritischen Bereichen müssen innerhalb von drei Jahren verschwinden. Das betrifft längst nicht mehr nur den 5G-Mobilfunk. Experten warnen massiv vor Sicherheitslücken in der Energieversorgung und im Schienenverkehr. Besonders smarte Wechselrichter für Solaranlagen stehen im Fokus. Manipuliert ein Angreifer diese Geräte massenhaft aus der Ferne, droht dem gesamten Stromnetz der Kollaps.
In Deutschland ist der Handlungsdruck enorm. Huawei und ZTE bilden seit 15 Jahren das Fundament der Netze von Telekom, Vodafone und O2. Zwar einigte sich das Innenministerium bereits auf einen schrittweisen Austausch bis 2029, doch die EU-Pläne könnten diesen Prozess massiv beschleunigen. Die Sorge vor Sabotage und Spionage wiegt mittlerweile schwerer als der Preisvorteil der chinesischen Ausrüster. Nokia und Ericsson stehen als europäische Alternativen bereit, konnten preislich bisher aber kaum konkurrieren.
Parallel dazu rüstet die EU ihre Cybersicherheitsagentur ENISA personell und finanziell auf. Rund 100 neue Experten sollen künftig dabei helfen, Ransomware-Angriffe und großflächige IT-Ausfälle abzuwehren. Die jüngsten Chaos-Tage an europäischen Flughäfen zeigten deutlich, wie verwundbar die vernetzte Infrastruktur aktuell ist. Bevor die neuen Befugnisse für Brüssel greifen, müssen das Europaparlament und die Mitgliedstaaten dem Entwurf noch zustimmen.
Um über alle News auf dem Laufenden zu bleiben, abonniere meinen WhatsApp-Newsletter oder folge mir auf Google News, Mastodon oder Bluesky!
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Welche Chancen hat Aconnic aus Deutschland beim Austausch?