Geely E2: Elektro-Kleinwagen startet ab 19.990 Euro in Deutschland

Geely bringt den E2 nach Deutschland und drückt den Einstiegspreis für reine Elektroautos unter die Marke von 20.000 Euro. Was in China unter dem Namen Xingyuan als Bestseller läuft, soll ab Ende September 2026 den europäischen Markt für bezahlbare Stromer aufrütteln. Die Preisgestaltung von 19.990 Euro für das Basismodell zeigt deutlich, dass der chinesische Autogigant der Konkurrenz keine Verschnaufpause gönnen möchte.
Heckantrieb und Frunk: Ungewöhnliches Layout im B-Segment
Konstruktiv geht Geely beim E2 eigene Wege. Der 4,14 Meter lange Fünftürer baut auf der GEA-Plattform auf und nutzt einen Heckantrieb mit einzeln aufgehängten Rädern an der Hinterachse.
Weil vorn kein voluminöser Motorenblock sitzt, entsteht unter der Fronthaube Platz für einen 70-Liter-Frunk. Zusammen mit dem regulären Kofferraumvolumen von 375 bis 1.320 Litern bietet der Stromer spürbar mehr Stauraum als viele Klassenkameraden.
Ein Radstand von 2,65 Metern schafft zudem ordentliche Platzverhältnisse im Innenraum. Der ebene Fahrzeugboden ohne Tunnel macht das Sitzen im Fond angenehm. Dass Geely mit eigenen Modellen in Deutschland angreift, zeigt das Selbstbewusstsein des Konzerns im europäischen Markt.
Drei Ausstattungslinien im Akku- und Ladecheck
Das Basismodell Geely E2 Pro startet bei 19.990 Euro und nutzt einen LFP-Akku mit 35,35 kWh Kapazität. Der Elektromotor leistet 60 kW (82 PS), was für eine WLTP-Reichweite von 252 Kilometern reicht. Geladen wird per Gleichstrom mit maximal 60 kW, wodurch der Energiespeicher in 25 Minuten von 30 auf 80 Prozent gefüllt ist. Zur Serienausstattung gehören bereits ein 14,6-Zoll-Touchscreen, ein 8,8-Zoll-Digitalcockpit sowie eine V2L-Funktion zur Stromabgabe an externe Geräte.
Wer mehr Ausdauer benötigt, greift zur Variante Geely E2 Max für 23.990 Euro. Hier wächst der Akku auf 47,14 kWh brutto an und die Reichweite klettert auf 345 Kilometer nach WLTP. Gleichzeitig steigt die Motorleistung auf 85 kW (116 PS) und die maximale Ladeleistung auf 80 kW. Zusätzlich legt der Hersteller Sitz- und Lenkradheizung oben drauf.
Das Topmodell Geely E2 Ultra schlägt mit 26.990 Euro zu Buche. Neben der großen Batterie bietet dieser Trimm unter anderem 16-Zoll-Alufelgen, eine elektrische Heckklappe und ein 540-Grad-Kamerasystem inklusive Unterbodenansicht. Der kombinierte Stromverbrauch liegt bei allen Modellvarianten laut Datenblatt zwischen 15,5 und 15,9 kWh pro 100 Kilometer.
Druck auf heimische Hersteller wächst weiter
Für den europäischen Automarkt ist dieser Verkaufsstart ein spürbares Signal. Bezahlbare Elektrofahrzeuge im B-Segment gelten seit Jahren als Knackpunkt für den breiten Durchbruch der Elektromobilität.
Etliche etablierte Anbieter tun sich schwer, preiswerte Einstiegsmodelle zeitnah auf die Straße zu bringen. Beim Produktionsstart von VW ID. Polo und Cupra Raval verzögern sich die wirklich günstigen Varianten nach wie vor. Geely geht den umgekehrten Weg und stellt die Basisversion direkt ins Schaufenster.
Gleichzeitig geraten damit auch direkte Rivalen unter Zugzwang, etwa beim BYD Dolphin mit seinen verschiedenen Antriebskonzepten.
In meinen Augen ist der Geely E2 Pro für knapp 20.000 Euro ein ehrliches Angebot. Wer hauptsächlich in der Stadt oder auf kürzeren Pendelstrecken unterwegs ist, bekommt ordentlich Gegenwert fürs Geld. Für lange Autobahnetappen sind die 252 Kilometer Normreichweite natürlich knapp bemessen.
Ich würde sagen, dass der E2 Max für 23.990 Euro der eigentliche Süßpunkt des Portfolios ist. Das Plus an Akkukapazität und Leistung rechtfertigt den Aufpreis im Alltag ohne Frage. Am Ende entscheidet der Preis an der Ladesäule und beim Händler darüber, ob deutsche Käufer dem chinesischen Import vertrauen.
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