ICQ Reborn: Kult-Messenger feiert inoffizielles Comeback

Screenshot von Fan-Projekt ICQ Reborn
Quelle: ICQ Reborn Project
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Mehr als zwei Jahre nach dem endgültigen Aus des Originals meldet sich ein Stück Internet-Geschichte überraschend zurück. Mit ICQ Reborn schickt ein unabhängiges Fan-Projekt den grauen Fenster-Look der frühen 2000er wieder auf den Windows-Desktop. Kein Großkonzern, kein Investor-Umfeld, kein bemühtes Rebranding – sondern ungarfierte Retro-Nostalgie.

Klar, Nostalgie zieht im Netz momentan eigentlich immer. Wer damals mit schrillen Sounds groß geworden ist und seine erste UIN wie einen Schatz gehütet hat, bekommt hier eine ziemliche Zeitreise serviert. Ich bin echt gespannt, ob das mehr wird als ein kurzfristiger Wochenend-Gag für die Ü-30-Nerd-Bubble.

ICQ Reborn Download: UINs und der Sound einer Generation

Optisch und funktional schlägt die Freeware die Brücke ins Jahr 2003: Die typisch schmale Kontaktliste, schnörkellose Buttons und natürlich der legendäre „Uh oh“-Benachrichtigungston sind eins zu eins am Start.

Auch die Anmeldung läuft wie früher ab. Die Registrierung erledigt man direkt in der Software und bekommt danach eine eigene UIN (User Identification Number) zugewiesen. Da bin ich echt neugierig, wie lange es dauert, bis die ersten begehrten, kurzen Wunschnummern weg sind – damals war eine fünfstellige Nummer schließlich echtes digitales Prestige.

Server-Infrastruktur & Sicherheit: Was taugt der Retro-Chat?

Technisch hat die Neuauflage nichts mehr mit der alten Infrastruktur gemein. Die Macher betreiben eine eigene Serverlandschaft, die zumindest Standard-Features wie das Zwischenspeichern von Offline-Nachrichten beherrscht.

Hier muss man als Tech-Journalist aber ganz klar den Finger in die Wunde legen: Das System läuft auf privaten Community-Servern ohne belegte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE). Wer vertrauliche Dinge besprechen will, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Über die Hintermänner weiß man schlicht zu wenig – sensible Daten oder Passwörter haben dort absolut nichts zu suchen.

Nischen-Software statt Messenger-Revolution

Die Software gibt es aktuell nur für Windows 10 und Windows 11. Apps für iOS oder Android? Fehlanzeige. Ohne echte Nutzerbasis startet man nach der Installation zudem erst einmal mit einer verwaisten Kontaktliste.

Für den gelegentlichen Nostalgie-Plausuch ist ICQ Reborn eine charmante Spielerei. Gegen WhatsApp, Signal und Co. richtet das Tool im Alltag natürlich nichts aus – muss es aber auch gar nicht. Es will den Markt nicht umkrempeln, sondern schlicht das Gefühl eines Samstagabends im Jahr 2003 zurückholen.

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