Kia hängte Europa ab: 58 Prozent EV-Wachstum lassen Etablierte alt aussehen

KIA EV3 2027
Quelle: Kia
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Wer aktuell auf den europäischen Automarkt blickt, sieht bei vielen Traditionsmarken vor allem eines: lange Gesichter und schleppende E-Auto-Zahlen. Doch eine Marke zieht klammheimlich an allen vorbei. Kia entwickelt sich zum absoluten Primus beim Wachstum unter den großen Herstellern.

Offizielle Zahlen des europäischen Branchenverbands ACEA via Electrek belegen eindeutig: Von Januar bis August 2026 verbuchte Kia in Europa 377.078 Neuzulassungen. Das entspricht einem Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit ist Kia die am schnellsten wachsende Marke unter den Top 10 in Europa. Zum Vergleich: Der europäische Gesamtmarkt (EU, EFTA und UK) legte im selben Zeitraum nur um 5,8 Prozent zu.

Kia schnappt sich damit einen Marktanteil von 4,1 Prozent und klettert auf Rang neun. Und das ist erst der Anfang der Geschichte.

Elektro-Explosion: Drei Stellen Plus in Deutschland und Frankreich

Der eigentliche Grund für den Höhenflug liegt auf der Hand: Während andere Hersteller beim Hochlauf der Elektromobilität zaudern, legen die Südkoreaner bei den Steckerfahrzeugen massiv zu. Die Verkäufe rein elektrischer Fahrzeuge schossen bei Kia von Januar bis August um sagenhafte 58 Prozent nach oben. Das beschert den Koreanern einen Marktanteil von 4,8 Prozent im europäischen EV-Markt und Platz sieben in der E-Wertung.

Besonders eindrucksvoll sind die Zuwächse in den Kernmärkten:

  • Frankreich: +120 %
  • Deutschland: +112 %
  • Großbritannien: +66 %
  • Spanien: +60 %
  • Italien: +41 %

Schon der Blick auf die Meilensteine der letzten Monate zeigte, dass 100.000 verkaufte Elektroautos in Deutschland für Kia erst das Fundament waren. Sjoerd Knipping, COO von Kia Europe, bringt es auf den Punkt: Das Fundament des Erfolgs sei schlicht eines der breitesten und fortschrittlichsten elektrifizierten Line-ups auf dem Markt.

Vom Billig-Stromer bis zum PV5: Kias breite Elektro-Offensive

Genau hier liegt der feine Unterschied zur Konkurrenz. Kia setzt nicht stur auf ein einziges Bestseller-Modell, sondern bedient fast jede Nische. Das Portfolio reicht inzwischen vom kompakten Einsteiger bis zum riesigen Dreireiher: EV2, EV3, EV4, EV5, EV6, EV9 und sogar der Nutzfahrzeug-Van PV5 gehören dazu.

Neben der Erfolgswelle des kompakten Kia EV3 schieben vor allem die neueren Modelle wie der EV2, EV4 und EV5 die Zahlen kräftig an. Besonders der EV2 ist eine Ansage an die europäischen Rivalen: Mit einem Einstiegspreis von 26.600 Euro in Deutschland (22.245 Pfund in UK) bedient Kia endlich das von Käufern händeringend gesuchte Segment unter 30.000 Euro.

Gebaut werden der EV2 und der EV4 im slowakischen Werk von Kia – also direkt im Herzen Europas. Das spart Logistikstrecken und schützt vor drohenden Importzöllen.

Europa sichert die Marge, USA zieht nach

Während die Europäer den EV2 direkt vor der Haustür bekommen, schauen die USA beim kleinsten Stromer vorerst leer aus. Dafür startete dort vor Kurzem der EV3 durch und verkaufte sich im ersten vollen Monat bereits über 500 Mal. Auch in Nordamerika steuert Kia damit zielstrebig auf das vierte Rekordjahr in Folge zu.

Trotz ständiger Diskussionen über eine abflauende Nachfrage beweist Kia, dass eine stabile Nachfrage im europäischen Gesamtmarkt kein Ding der Unmöglichkeit ist.

In meinen Augen macht Kia derzeit genau das vor, was europäische Hersteller Jahrelang verschlafen haben: Sie bauen keine überteuerten Alibi-Stromer, sondern liefern vom 26.000-Euro-Kompakten bis zum Familien-Liner ein durchgängiges Portfolio ab. Wer bezahlbare E-Autos mit ordentlicher Technik in die Ausstellungsräume stellt, wird vom Markt belohnt. Wenn Volkswagen, Stellantis und Co. nicht ganz schnell bezahlbare Alternativen auf die Straße bringen, wird Kia ihnen im Kompaktsegment endgültig den Rang ablaufen.

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