Kia EV5: Großbatterie schrumpft im Preis auf 38.554 Euro

KIA EV5
Quelle: KIA
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Ein Blick auf die aktuellen Preissentwicklungen am Elektroautomarkt lässt mich kurz aufhorchen. Der Kia EV5 mit der großen 81,4-kWh-Batterie rutscht über Neuwagen-Rabatte und Vermittlerplattformen überraschend tief ab und ist aktuell bereits ab 38.554 Euro gelistet. Das entspricht einem saftigen Preisnachlass von 24,3 Prozent gegenüber der offiziellen unverbindlichen Preisempfehlung von 48.990 Euro für die Ausstattungslinie Earth. Für ein praxistaugliches Familien-SUV dieser Größenordnung ist das eine klare Ansage an die etablierte Konkurrenz.

Hersteller versuchen seit Monaten, ihre Absatzzahlen im anspruchsvollen europäischen Markt mit verschiedenen Aktionen zu stützen. Doch dass ein voll ausgestattetes Elektro-SUV mit über 80 kWh Batteriekapazität knapp zwei Jahre nach der ersten Ankündigung bereits deutlich unter der psychologisch wichtigen 40.000-Euro-Marke gehandelt wird, bringt frischen Wind in das Segment. Käufer profitieren hier von Händlerangeboten, die den offiziellen Listenpreis spürbar unterbieten.

Preiskampf im Mittelklasse-Segment verschärft sich

Kia fährt bei der Positionierung seiner Stromer eine aggressive Strategie. Schon der kompaktere Kia EV3 setzt den VW ID.3 unter Druck, doch der größere EV5 zielt eine Klasse höher direkt auf etablierte Konkurrenten wie den VW ID.4, den Skoda Enyaq oder das Tesla Model Y. Bei einem Marktpreis von rund 38.500 Euro für die große Batterie schrumpft der preisliche Abstand zu kleineren Fahrzeugklassen gewaltig.

Wer in dieser Preisklasse vergleicht, berechnet oft die verfügbare Reichweite pro Euro. Hier punktet der Kia EV5 mit seinen 81,4 kWh Kapazität deutlich gegenüber Basismodellen europäischer Mitbewerber, die in ähnlichen Preisregionen oft nur Akkus um 58 kWh oder 62 kWh bieten. Das Rechnen fällt hier leicht: Mit knapp 473 Euro pro Kilowattstunde Batteriekapazität setzt der rabattierte EV5 eine Duftmarke bei den Einstiegspreisen der elektrischen Mittelklasse.

Allerdings verdeutlicht dieses Angebot auch die aktuelle Zweiklassengesellschaft im Handel: Während die offiziellen Hersteller-Konfiguratoren nach wie vor hohe Listenpreise aufrufen, regulieren freie Vermittler und Händler die Preise nach unten. Für Kunden bedeutet diese Dynamik zwar etwas Rechercheaufwand, aber eben auch handfeste Preisvorteile beim Neuwagenkauf.

Solide Technik ohne 800-Volt-Ladeorgie

Unter dem Blech vertraut der Kia EV5 auf die bekannte E-GMP-Plattform des Konzerns, allerdings in einer pragmatischen Ausführung mit Frontantrieb. Der Elektromotor leistet 160 kW (218 PS) und stellt ein maximales Drehmoment von 295 Nm bereit. Damit beschleunigt das SUV in 8,4 Sekunden auf Tempo 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h. Das reicht für den Verkehrsalltag vollkommen aus, verzichtet aber bewusst auf sportliche Allrad-Kapriolen.

Die 81,4-kWh-Batterie ermöglicht nach WLTP-Standard eine Reichweite von bis zu 505 Kilometern im kombinierten Zyklus, während im reinen Stadtverkehr laut Datenblatt sogar theoretische 722 Kilometer möglich sind. Im gemischten Alltagstest dürfte der Stromer realistisch zwischen 380 und 430 Kilometern zurücklegen. Anders als der sportlichere Markenbruder, bei dem das Kia EV6 Facelift auf die schnellere 800-Volt-Architektur baut, setzt der EV5 auf ein klassisches 400-Volt-System.

An der DC-Schnellladesäule lädt der Energiespeicher mit maximal 150 kW. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert laut Werksangabe knapp 30 Minuten. Das ist zwar kein Spitzenwert im Vergleich zu den Topmodellen der Marke, reicht für längere Familienreisen aber gut aus. Serienmäßig ist zudem eine Wärmepumpe verbaut, die den Energiebedarf im Winter reduziert. Wechselstrom zieht der Wagen an der heimischen Wallbox mit 11 kW, was eine Vollladung in rund 8,5 Stunden erlaubt. Optional ist auch ein 22-kW-Bordlader verfügbar.

Platzangebot und Ausstattungsdetails im Alltag

In Sachen Raumökonomie schöpft der Kia EV5 seine kantige Karosserieform aus. Bei einer Gesamtlänge von 4,61 Metern und einem Radstand von 2,75 Metern bietet der Innenraum viel Beinfreiheit im Fond. Das Kofferraumvolumen fasst 566 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitzbank auf bis zu 1.650 Liter erweitern. Unter der vorderen Haube nimmt ein kleiner Frunk mit 44 Litern das Ladekabel auf.

Ebenfalls zur Serienausstattung gehört die praktische 3,6-kW-V2L-Funktion (Vehicle-to-Load). Über einen Adapter am Ladeanschluss sowie eine Steckdose im Innenraum lassen sich externe Elektrogeräte wie Kaffeemaschinen oder E-Bikes direkt über die Traktionsbatterie betreiben. Das macht das Fahrzeug auch für Freizeitaktivitäten oder Camping-Ausflüge flexibel einsetzbar.

Wer allerdings mehr Zugleistung oder Allradantrieb benötigt, muss bei Kia tiefer in die Tasche greifen. Für sportlichere Ansprüche stehen der Kia EV5 GT und die Allrad-Varianten zur Verfügung, die mit 225 kW (306 PS) und bis zu 1,8 Tonnen Anhängelast punkten, preislich aber oberhalb der 50.000-Euro-Grenze rangieren. Für preissensible Käufer bleibt der rabattierte Fronttriebler mit 81,4-kWh-Akku und 1,2 Tonnen Anhängelast der attraktivste Einstieg in Kias EV5-Reihe, inklusive der gewohnten 7 Jahre Garantie bis 150.000 Kilometer.

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