Leapmotor: Werk in Zaragoza soll EU-Strafzölle umgehen

seitliche Frontansicht Leapmotor B10
Quelle: Leapmotor
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Der Vorproduktionsstart des Leapmotor B10 im spanischen Zaragoza zieht einen Schlussstrich unter monatelange Spekulationen. Stellantis und der chinesische Partner nutzen den europäischen Standort gezielt, um die seit Ende 2024 greifenden Ausgleichszölle der EU-Kommission zu umgehen. Das Manöver zeigt deutlich, wie chinesische Marken hiesige Kapazitäten nutzen, um Importzölle auszuhebeln.

Stellantis-Fabrik in Zaragoza wird zur Zollfestung

Die Entscheidung für das spanische Werk ist reine Kalkulation. Durch den Montagebeginn der B10-Vorreihe im Werk Aragon fallen die Importabgaben beim Überschreiten der EU-Außengrenze weg. Bisher belastete die europäische Handelspolitik reine Fahrzeugimporte aus China mit spürbaren Aufschlägen.

Stellantis nutzt hierfür die bestehende Infrastruktur in Spanien, um den Hochlauf ohne eigene Milliarden-Neubauten zu realisieren. Das spart Zeit und sichert Kapazitäten. Dass Marken wie Geely mit Volvo-Werken EU-Strafzölle umgehen, war erst der Anfang dieser Entwicklung. Nun zieht das Joint Venture Leapmotor International im Eiltempo nach.

Zusatzabgaben von 30,7 Prozent per Werkstor ausgedribbelt

Finanziell geht es für Leapmotor um das Überleben auf dem europäischen Kontinent. Ohne lokale Fertigung stünde der kompakte Elektro-SUV unter dem Druck von 30,7 Prozent zusätzlichen Zöllen, die auf den regulären Einfuhrsatz von 10 Prozent aufgeschlagen werden. Dieser Preisaufschlag hätte den geplanten Kampffahrpreis im hart umkämpften B-Segment im Keim erstickt.

Die Montage in Spanien verändert die Preiskalkulation radikal. Statt Margen an die Zollbehörden abzutreten, bleibt der kalkulierte Abgabenvorteil direkt in den Büchern des Joint Ventures. Clever ist das, weil Stellantis zeitgleich seine Bänder in Zaragoza besser auslastet. Eine Win-win-Situation für die Manager, eine Schreckrichtungsänderung für die europäische Konkurrenz.

B10 als Speerspitze der europäischen B-Segment-Offensive

Technisch basiert der Leapmotor B10 auf der neuen LEAP3.5-Architektur, die speziell für globale Märkte konzipiert wurde. Die Kombination aus moderner Software, hoher Integration und effizienter Batterietechnik soll europäische Kunden überzeugen. Kein Wunder, dass Leapmotor als VW-Konkurrent mit starker Plattform den etablierten Autobauern in Europa gehörig Druck macht.

Die Markteinführung des Serienmodells steht kurz bevor, und die Testläufe in Spanien sichern die Einhaltung europäischer Qualitätsstandards. Wer dachte, die Ausgleichszölle der EU würden chinesische E-Autos bremsen, sieht sich getäuscht. Sie beschleunigen lediglich die Ansiedlung chinesischer Fertigungstechnik mitten in Europa.

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