Mercedes: E-Autos auf Rekordkurs, aber China bricht ein

Mercedes GLC EQ Grill mit dominanten Mercedes-Stern
Quelle: Mercedes-Benz AG
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Die Q3-Zahlen von Mercedes-Benz sehen auf den ersten Blick nach Umbruch aus: 78.100 vollelektrische Fahrzeuge hat die Gruppe zwischen Juli und September verkauft, 52 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Rund 16 Prozent aller Pkw und Vans waren damit rein elektrisch. Auf den zweiten Blick ist die Bilanz deutlich zerrissener, und genau da wird es spannend.

Batterie-Modelle ziehen den Konzern nach oben

Die Pkw-Sparte hat mit 68.400 BEVs einen neuen Bestwert in der Unternehmensgeschichte erreicht. Den größten Anteil trägt der elektrische GLC, dessen Absatz sich gegenüber dem zweiten Quartal mehr als verdreifacht hat. Auch der CLA legte um 24 Prozent zu, der neue GLB ist laut Hersteller gut gestartet.

Entscheidend ist die E-Quote: Im Pkw-Segment stieg sie von 9,6 Prozent im Vorjahresquartal auf 16,8 Prozent. In Europa ist inzwischen nahezu jeder dritte verkaufte Mercedes-Pkw rein elektrisch. Rechnet man die Plug-in-Hybride dazu, liegt der xEV-Anteil bei 25 Prozent.

Bei den Vans sieht es ruhiger aus. Die eVans kommen auf rund 9.600 Einheiten (+12 Prozent), der globale Elektroanteil liegt bei 11 Prozent, in Europa bei 15 Prozent.

China frisst die Gewinne wieder auf

Außerhalb Chinas hat der Konzern mit Pkw und Vans um 2 Prozent zugelegt. Das trägt vor allem Europa mit +5 Prozent und Nordamerika mit +4 Prozent, Deutschland kommt sogar auf +13 Prozent.

In China fiel der Absatz dagegen um 31 Prozent auf 86.800 Fahrzeuge. Die Region Asien insgesamt verlor 25 Prozent. Die Pkw-Gesamtzahl der Sparte sank um 8 Prozent auf 407.200, die Gruppe insgesamt kam auf 491.700 Fahrzeuge (-6 Prozent). Dass der RĂĽckgang seit Monaten zu sehen ist, macht die Sache nicht besser.

Ausverkauft heiĂźt nicht gesund

Mercedes spricht von ausverkauften E-Modellen in Europa bis weit ins Jahr 2027, und die Werke in Bremen, Rastatt und Kecskemét laufen im Dreischichtbetrieb. Das klingt nach Stärke, ist aber auch ein Warnsignal: Wer nicht liefern kann, verliert Kunden an die Konkurrenz, und die Lieferzeiten werden zum eigentlichen Verkaufsargument.

Dazu kommt die Abhängigkeit vom Westen. Wenn Europa und Nordamerika den Gesamtabsatz tragen, während China weiter schrumpft, bleibt jeder Quartalsbericht ein Drahtseilakt. Mercedes hat mit dem GLC einen Volltreffer gelandet, ob das Geschäft aber auch ohne China funktioniert, zeigen erst die nächsten Quartale.

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