Motorola Moto G17: Kein Android-Update – EU-Verordnung hat fatales Schlupfloch

Motorola Moto G17 Power
Quelle: Motorola

Kein einziges Android-Update für das Moto G17 und Moto G17 Power. Motorola liefert beide Einsteiger-Smartphones mit Android 15 aus und garantiert Sicherheitspatches für gerade mal zwei Jahre. Klingt nach einem Verstoß gegen die EU-Ökodesignverordnung. Die finnische Aufsichtsbehörde Tukes widerspricht: Die Update-Pflicht greift hier schlicht nicht.

Ein einziges Wort entscheidet alles. Die englische Originalfassung der EU-Verordnung enthält das Wörtchen „if“ – auf Deutsch „wenn“. Der Passus besagt sinngemäß: Wenn Hersteller Betriebssystem-Updates bereitstellen, müssen sie das fünf Jahre lang tun. Veröffentlicht ein Hersteller nach dem Verkaufsstart kein Update, entfällt die Fünfjahrespflicht komplett. Motorola fährt exakt diese Strategie.

Das finnische Tech-Portal AfterDawn fragte bei der Tukes nach. Die Agentur für Sicherheit und Chemikalien stellte klar: Smartphone-Hersteller müssen keine neuen Updates entwickeln. Ihre Verpflichtung beschränkt sich darauf, bereits existierende Updates fünf Jahre verfügbar zu halten. Gibt es keine, gibt es auch keine Pflicht.

Die Tukes räumt offen ein: Die EU verfolgte gute Absichten. Längere Software-Unterstützung sollte Handys nachhaltiger machen. Die schwammige Formulierung der Richtlinie schuf stattdessen ein Schlupfloch. Die Lenovo-Tochter Motorola nutzt es konsequent und spart Entwicklungskosten. Käufer der günstigen Moto-G17-Modelle zahlen dafür mit unsicheren Geräten und einer verkürzten Nutzungsdauer.


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2 Kommentare

  1. Das ist echt eine Frechheit von Motorola! Diese Auslegung der Verordnung komplett auszunutzen, um keine Updates liefern zu müssen, ist gegenüber den Kunden einfach unfair. Gerade in Zeiten, in denen Sicherheit und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden, ist so ein Verhalten absolut rückwärtsgewandt. Hoffentlich durchschauen das viele und lassen die Finger von dem G17 – vielleicht merkt Motorola dann, dass Sparpolitik auf Kosten der Nutzer keine Zukunft hat.

    1. Also laut Golem gibt es das Wort wenn weder in der deutschen Version noch in der englischen Version des Gesetzes auf das Motorola sich beruft. Also ist Motorola mit auf dem Markt bringen der Smartphone zu Update verpflichtet

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